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AfD: Die Masken fallen
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Markus Egg
2017-10-11 22:20:28 UTC
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Raw Message
"AfD: Die Masken fallen

Während die AfD ihr wahres, hässliches Gesicht entblößt, scheinen sich konkrete
Spuren zu den Finanziers der Rechtspopulisten abzuzeichnen. AfD als neue
"Mövenpick-Partei"?

Die formell demokratische Fassade, die vor allem von dem "gemäßigten" Flügel der
AfD mühsam aufrechterhalten wurde, bröckelt im Endspurt des Wahlkampfes immer
schneller ab - zum Vorschein kommt die ordinäre braune Gesinnung, den die
Parteiführung zumindest bis zum Wahltag verborgen halten wollte. Gerade die
neoliberale Spitzenkandidatin der AfD, die ehemalige Goldman-Sachs-Bankerin
Alice Weidel, steht inzwischen vor dem Scherbenhaufen ihrer kurzen
populistischen Karriere.

Die konservative Tageszeitung Die Welt publizierte eine erschütternde Email der
Spitzenkandidatin aus dem Jahr 2013, in der ein Abgrund an Rassismus,
Verschwörungswahn und Demokratieverachtung offenbar wurde, der schlicht an die
Weltanschauung der NSDAP erinnert. In der Mail an damalige Bekannte, die
kürzlich in einer Eidesstattlichen Erklärung die Echtheit des Schreibens
bekräftigten, sah die Bankerin Deutschland "überschwemmt" von Arabern sowie
Sinti und Roma, die sie als "kulturfremde Völker" verunglimpfte. Sowohl Weidel
wie auch viele Parteigrößen und Parteisprecher bestreiten die Echtheit dieses
Schreibens.

Neben diesen rassistischen Ausfällen erging sich die Spitzenkandidatin der AfD
in wirren Verschwörungstheorien, wie sie im rechten Internetschwarm populär
sind. Laut Weidel sei die Bundesrepublik gar nicht souverän, die Regierung
bestehe aus "Schweinen", bei denen es sich um "Marionetten" der Siegermächte des
Zweiten Weltkrieges handele. Diese sollen also immer noch, gewissermaßen hinter
den Kulissen, die Bundesrepublik fernsteuern. Die brandgefährlichen historischen
Parallelen sind hier offensichtlich. Die absurde Vorstellung, die europaweit
machtpolitisch dominante Bundesrepublik sei nicht "souverän", ähnelt
selbstverständlich dem Wahnsystem des Nationalsozialismus mit seiner
massenmörderischen Halluzination einer jüdisch-bolschewistischen
Weltverschwörung, die überall den "Ariern" auflauere.

Wenn solche Wahnvorstellungen der "gemäßigte" Flügel der AfD privat von sich
gibt, dann ist schwer vorstellbar, was die offen rechtsextremen Kräfte um Björn
Höcke absondern, sobald die Mikrophone ausgeschaltet sind. Es scheint somit
keine "gemäßigten" Flügel in der AfD zu geben, sondern nur bessere und
schlechtere Schauspieler. Die Parallelen zu Trump sind offensichtlich (Donald
Trump und die Zeit des Borderliners). Es ist blanker, sich von der Realität
lösender Verschwörungswahn, der hier in den Bundestag drängt.

Somit stellt sich mit neuer Dringlichkeit die Frage, wer diese - im wahrsten
Sinne des Wortes - Truppe um Weidel, Höcke und Gauland so üppig finanziert, dass
sie tatsächlich Aussichten auf den Einzug in den Bundestag hat. Wer ebnet mit
Millionenbeträgen diesem rechten Wahn den Weg? Bekannt ist bisher nur, dass
anonyme Großspender unter Ausnutzung von Gesetzeslücken die AfD massiv
finanziell unterstützen (Trübe Finanzquellen). Woher das Geld stammt, das von
der dubiosen Briefkastenfirma "Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und
bürgerlicher Freiheiten" in die Wahlkämpfe der Rechtspopulisten gepumpt wird,
ist bislang unbekannt.

Geldflüsse im Überblick

Die auf Korruptionsbekämpfung spezialisierte NGO Lobbycontrol, die sich derzeit
vor allem mit der AfD beschäftigen muss, hat in einer jüngst publizierten
Analyse eine erste Quantifizierung dieser Finanzströme vorgenommen. Das
vorläufige Fazit lautet:

"Somit dürfte es sich bei der verdeckten AfD-Wahlwerbung um die wahrscheinlich
größten intransparenten Geldflüsse der letzten Jahre zugunsten einer einzelnen
Partei handeln." Vergleichbare Fälle von "Wahlwerbung durch Dritte" seien
Lobbycontrol "aus der jüngsten Vergangenheit nicht bekannt. Nicht schlecht für
eine selbsternannte Saubermann-Partei, die es noch nicht mal in den Bundestag
geschafft hat".

Konkret seien es mindestens sechs Millionen Euro, die ab 2016 im Rahmen der
vergangenen Landtagswahlen aufgewendet wurden, um die AfD in den Bundesländern
parlamentarisch zu verankern. Hinzu kommen noch die aktuellen Aufwendungen für
den Bundestagswahlkampf, die noch nicht gänzlich überblickt werden können.
Lobbycontrol: "Die Kosten für die Plakate zur Bundestagswahl sind noch nicht
eingerechnet."

Millionen von Exemplaren der inoffiziellen AfD-Wahlzeitung Extrablatt, Tausende
von Großflächenplakaten bezahlte der dubiose Verein in den Wahlkämpfen in
Rheinland-Pfalz, Berlin, Baden-Württemberg, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern.
Hinzu kam noch eine kostspielige Anzeige in der Neuen Züricher Zeitung.

Bei der Bundestagswahl finanzierten die anonymen Gönner der AfD bislang - soweit
überhaupt bekannt - neun Ausgaben der informellen Parteizeitung
Deutschland-Kurier, von denen jeweils 300.000 Exemplare umsonst verteilt wurden.
Knapp drei Millionen Exemplare des Deutschland-Kuriers konnten somit bisher die
Bundesrepublik überfluten - wobei deren Finanzierung im Dunklen verbleibt. Des
Weiteren finanzierte der Verein mehrere tausend Großflächenplakate, wie auch
Anzeigen von Erika Steinbach in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in der
Passauer Neuen Presse.

Die Spur dieses Geldes führt in die Schweiz, erläuterte Lobbycontrol. Einzelne
AfD-Politiker hätten "direkt von heimlichen Zahlungen" der Schweizer PR-Agentur
Goal AG profitiert, die als ein "zentraler Akteur" hinter dem "Verein zur
Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlicher Freiheiten" agiert. Die
Werbeagentur ist in der Vergangenheit vor allem durch Wahlwerbung für die
Rechtspopulistische SVP in Erscheinung getreten. Die AfD-Politiker Jörg Meuthen,
Markus Pretzell und Guido Reil seien von der Schweizer Goal AG mit geldwerten
Zuwendungen und Dienstleistungen bedacht worden (Plakate, Internetauftritte,
Kosten für Veranstaltungen).

Von den Rechtspopulisten sei kaum Aufklärung über diese dunklen Geldströme zu
erwarten, so Lobbycontrol, da AfD-Größen die Unterstützung durch die geheimen
Gelder kleinredeten oder Unwissenheit vortäuschten.

Schließlich machte die NGO ebenfalls klar, dass es sich bei der Behauptung des
Vereins, er finanziere sich aus zahlreichen Kleinspenden, um ein - so wörtlich -
"Märchen" handele.
[...]
Dschingis Khans rechter Bruder

Wer ist nun dieser August von Finck junior, der von der KAS wie der SZ in
Beziehung zu der AfD gebracht wird? Das Vermögen des deutschen Milliardärs, der
seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, wird auf rund 7,7 Milliarden US-Dollar
geschätzt. August von Finck junior ist Sohn des Arisierungsgewinnlers August von
Finck senior, der schon 1933 der NSDAP beitrat und zahlreiche jüdische Banken
"arisierte". Neben den Finanzzuwendungen an die FDP und die CSU im Vorfeld der
Senkung der Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen hat der Mövenpick-Milliardär
immer wieder auch rechtspopulistische Parteien oder Bewegungen unterstützt.
[...]
Über die politischen Ansichten des Milliardärs herrschen in seinem Umfeld
jedenfalls keine Illusionen, so die SZ 2010. Der Bankier Ferdinand Graf von
Galen habe Fincks politischen Standort auf eine griffige Formel gebracht:
"Rechts vom Gustl steht bloß noch Dschingis Khan."

Das Fazit, das aus diesen Indizien gezogen werden kann: Der weit rechts stehende
Milliardärssohn eines Arisierungsgewinnlers, der seinen Goldhandel ausgerechnet
unter dem historisch belasteten Namen Degussa betreiben muss und erwiesenermaßen
schon Rechtspopulisten finanzierte, könnte somit an der Finanzierung des
Aufstiegs der AfD beteiligt sein. Die Parallelen zum Aufstieg Donald Trumps in
den USA, der ebenfalls von den reaktionärsten Teilen der US-Kapitaleliten
finanziert wurde (Das Establishment hinter den Rechtspopulisten), wären in einem
solchen Fall unübersehbar.
[...]"
[ https://www.heise.de/tp/features/AfD-Die-Masken-fallen-3830717.html ]

Und wem fallen die Parallelen zu den Finanzierungsschweinereien in den 30ern auf?
Genau:
"Das deutsche Großkapital, der „Keppler – Kreis“ und die NSDAP

Die Legenden-Bildungen zu den Ursachen der Machtübergabe an die NSDAP begannen
bereits am 30. Januar 1933. Die deutschen Faschisten selbst sprachen von
„nationaler Revolution“ und „Machtergreifung“; sie proklamierten die Schaffung
einer klassenübergreifenden „Volksgemeinschaft“.

Schon lange, bevor die NSDAP eine wähler- und mitgliederstarke Partei wurde,
galten ihr und ihrem selbst ernannten „Führer“ Adolf Hitler das Interesse nicht
nur mittelständischer Unternehmer, wie z.B. des Berliner Klavierproduzenten Carl
Bechstein oder der Münchner Verleger Julius Lehmann und Hugo Bruckmann, sondern
auch einflussreicher Herren aus den Vorstandsetagen deutscher Konzerne.
[...]
Im Juli 1927 schloss er sich im Ergebnis eines viereinhalbstündigen Gesprächs
mit Hitler der NSDAP an (Mitglieds-Nummer 71032)24 und spendierte der
faschistischen Partei als „Eintrittsgebühr“ 100.000 Mark. Noch im gleichen Monat
organisierte Kirdorf in seinem Haus ein exklusives Treffen Hitlers mit anderen
führenden Industriellen.
[...]
Fritz Thyssen – „Der gewaltigste unter den Machthabern des
Ruhrgebietes“ als Finanzier der NSDAP
[...]
Thyssen hatte bereits 1923, im Jahr des Hitler-Ludendorff-Putsches in München,
die Bekanntschaft Hitlers gemacht. Im Mai 1930 stellte er ihm 100.000 Mark zur
Verfügung. Damit wurde der Ankauf einer repräsentativen Immobilie in München
ermöglicht, um hier das „Braune Haus“ als Parteizentrale der Nazipartei
einzurichten.
[...]"
[ http://dasjahr1933.de/das-deutsche-groskapital-der-keppler-kreis-und-die-nsdap/ ]

Nicht dass dann wieder jemand behaupten will, er hätte das nicht gewusst...


ME
--
If atheism is a religion, then bald is a hair colour.
[ Paul Quirk, alt.atheism.moderated ]
Ronny Eibisch
2017-10-12 07:30:21 UTC
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Raw Message
Post by Markus Egg
Nicht dass dann wieder jemand behaupten will, er hätte das nicht gewusst...
Schwachsinnige Hetze von Leuten, die nie auf die Fakten hören.

Um eine NSDAP 2.0 sein zu können und zu wollen, fehlen Führer,
Schlägertruppen, Hetze. Stattdessen pocht die AfD auf der Einhaltung
bestehender Gesetze, die von Bundesregierung und allen Systemparteien
ständig gebrochen werden. DAS soll "nazi" sein?

Die Bibel sagt, "schauet auf die Früchte" und "höret nicht auf Gelaber".
In diesem Sinne schaue ich mir die Früchte der AfD an und höre nicht auf
die linksradikale Hetze hier und in den ständig lügenden Medien.

Ronny
Wolfgang Kieckbusch
2017-10-12 11:21:05 UTC
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Raw Message
Die Bibel sagt, . . .
oh je, jetzt muss die Bibel wieder herhalten
Siegfrid Breuer
2017-10-12 13:47:00 UTC
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Raw Message
Post by Ronny Eibisch
Um eine NSDAP 2.0 sein zu können und zu wollen, fehlen Führer,
Die halten sich bei der modernen SA(ntifa) noch im Verborgenen,
wer nicht auf den Kopf befallen ist, weiss aber, wo die zu suchen
waeren.
Post by Ronny Eibisch
Schlägertruppen,
SA(ntifa) eben.
Post by Ronny Eibisch
Hetze.
Propagandamedien.
--
Post by Ronny Eibisch
Wenn man bloed im Kopf ist, dann ist alles egal.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[weissagt Ottmar Ohlemacher 2008 das Motto der Mehrheit der Buerger in
<http://reusenet.froehlich.priv.at/posting.php?msgid=%3C1aoyopdvid5p3$.f0d0xr5u941l$***@40tude.net%3E>]
-> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <-
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