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Die hochgradige Intoleranz des traditionellen Christentums
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Peter Tintenfisch
2022-01-07 13:44:54 UTC
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Die hochgradige Intoleranz des traditionellen Christentums geht in
erheblichem Maße auf die biblische Erwähltheitsdoktrin zurück. Danach
ließen sich die israelitischen Stämme von ihren Priestern und Propheten
einreden, der Gott Jahwe habe ihr Volk „auserwählt“ und sogar mehrfach
einen Bund mit ihm geschlossen. Eine Kernstelle dazu findet sich bei Dtn
7,6ff. (vgl. Dtn 14,2): „Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn,
deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, erwählt zum Volk des
Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind. / Nicht hat euch der
Herr angenommen und euch erwählt, weil ihr größer wäret als alle
Völker – denn du bist das kleinste unter allen Völkern - / sondern
weil er euch geliebt hat ...“ Die schmerzliche Unterlegenheit gegenüber
den Hochkulturen am Nil und im Zweistromland müssen in Altisrael
geradezu traumatisch gewirkt haben. Um dies wenigstens in der Einbildung
zu kompensieren, phantasiert Salomon in einem Gespräch mit niemand
geringerem als Gott, der ihm im Traum erscheint: „Und dein Knecht steht
mitten in deinem Volk, so groß, dass es wegen seiner Menge niemand
zählen noch berechnen kann.“ (1. Kön 3,8; vgl. Hos 2,1 bzw. Hos.
1,10). Christliche Exegeten erblicken darin – wie sollte es auch anders
sein? - einen Hinweis auf ihre Religion, zumal ja Paulus die An- hänger
des von ihm gepredigten Gottessohnes als die neuen „Auserwählten“
deutet. Er bezieht sich dabei sinnigerweise auf Gottes angebliche
Aussage durch den Propheten Hosea: „Ich will das mein Volk heißen, das
nicht mein Volk war, und meine Liebste, die nicht die Liebste war.“
(Röm 9,25; s.a. Röm 9,26; vgl. 1 Petr 2,9f).

Peter
Robert K. August
2022-01-08 23:40:39 UTC
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“... Die schmerzliche Unterlegenheit gegenüber den Hochkulturen am
Nil und im Zweistromland müssen in Altisrael geradezu traumatisch
gewirkt haben...."
Gottchen ... Hochkultur ... Tausende knüppeln jahrzehntelang unter
sengender Sonne, um einer einbalsamierten Dumpfbacke mit Steinquadern
ein Grabmahl zu basteln.

Manche finden das normal. Kulturell TOP. Na toll!

Auf diese "schmerzliche Unterlegenheit" kann man nur kommen, wenn man
nicht mehr alle Latten am Zaun hat.

Nö, die Altisraelis waren intelligenter, die hatten sich aus dem Staub
gemacht. Sollte bekannt sein.

Und wenn man heute so 'ne alte Dödel-Mumie in eine Röntgenröhre schiebt,
was sieht man, ..na? Einen Gichtknochen! Und davon sollten die
Altisraelis "traumatisiert" worden sein?

Ich bitte euch!

So kann nur jemand jabbeln, der sich gegenüber den Altisraelis
schmerzlich unterlegen fühlt. Anders kann man sich das kaum noch erklären.

Ist etwa so gaga zu behaupten, die "schmerzliche Unterlegenheit"
gegenüber den Dumpfbacken-Ariern müßten bei den Zwangarbeitern beim
Malochen an Adolf Schnurbarts Wunderbauten (z.B. Autobahn) "geradezu
traumatisch gewirkt haben."

Nun ja ...
Arnulf Sopp
2022-01-09 03:24:06 UTC
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Post by Robert K. August
“... Die schmerzliche Unterlegenheit gegenüber den Hochkulturen am
Nil und im Zweistromland müssen in Altisrael geradezu traumatisch
gewirkt haben...."
Gottchen ... Hochkultur ...
Mit "Gottchen" hast du unwiderleglich recht. Das ist wie immer ein penibel
strukturiertes, durchdachtes, hochintelligentes Argument.

Aber wieso nicht Hochkultur? "Peter Tintenfisch" (ein feiger Anonymus vom
Server Aioe.org, der üblicherweise nicht lesenswert ist), hat diesmal
recht:

König Josia von Juda kriegte Ärger mit den Assyrern und deklamierte
deshalb, dass nur noch sein Vulkan- Feuer- und Kriegsgott Jahwe zu verehren
sei, um für den Kampf gestärkt zu sein. Das ging in die Hose, aber sei's
drum. Seither wird in den Folgekulturen nur noch dieser eine Gott verehrt.

Und damals waren Juda und die meisten Staaten in der Gegend den
mesopotamischen Machthabern und denen am Nil kulturell hoffnungslos
unterlegen. Das ist einfach Fakt, auch wenn du es bestreitest.
Post by Robert K. August
Tausende knüppeln jahrzehntelang unter sengender Sonne, um einer
einbalsamierten Dumpfbacke mit Steinquadern ein Grabmahl zu basteln.
Sagt eine andere Dumpfbacke. Die damaligen Arbeiter wurden gut bezahlt. Es
hält sich aber das längst vielfach widerlegte Gerücht, es seien Sklaven
gewesen. Zahlreiche Dokumente sprechen von Bier-, Brot- und anderen
Kontingenten, die an die Arbeiter vergeben wurden. Geld gab es noch nicht,
obwohl Ägypten damals die weitest entwickelte Hochkultur der (alten) Welt
war.

Da das Amt des Pharao weitervererbt wurde, konnte natürlich so mancher eine
Dumpfbacke sein. Aber mit derselben statistischen Chance auch ein Genie.
Archäologen haben dafür zahlreiche Beispiele gefunden. Du weißt also mal
wieder nicht, wovon du blubberst.

Zwischen den Pyramiden und Hosias Problem liegen allerdings dreieinhalb
Jahrtausende, was dir offenbar nicht klar war, als du das schriebst.
Post by Robert K. August
Auf diese "schmerzliche Unterlegenheit" kann man nur kommen, wenn man
nicht mehr alle Latten am Zaun hat.
Auch dann, wenn ganz gegen deine Gewohnheit *nachgewiesen* wird (s.o.),
dass Israel damals hoffnungslos unterlegen war? Du hast offensichtlich
nicht mehr alle Latten am Zaun.
Post by Robert K. August
Nö, die Altisraelis waren intelligenter, die hatten sich aus dem Staub
gemacht. Sollte bekannt sein.
Wem? Jedenfalls nicht Historikern und Archäologen, höchstens Elektrikern
oder Werkmeistern. Ohne das jetzt recherchieren zu wollen, weiß ich von
zwei Abwesenheiten der Juden von Israel:

1. Gefangenschaft in Ägypten (vor der Existenz eines jüdischen Staates)

2. Babylonisches Exil

In beiden Fällen haben sie sich nicht "aus dem Staub gemacht" (Flucht),
sondern sie wurden deportiert.

Und das hatte auch nichts mit "intelligent" (s.o.) zu tun, sondern war
schicksalhaft.
Post by Robert K. August
Und wenn man heute so 'ne alte Dödel-Mumie in eine Röntgenröhre schiebt,
was sieht man, ..na? Einen Gichtknochen! Und davon sollten die
Altisraelis "traumatisiert" worden sein?
Gerade versuche ich, mir einen Israeli vorzustellen, der angesichts eines
solchen Röntgenbildes traumatisiert ist - vergebens. Du laberst Quatsch.
Aber das ist ja nicht neu.
Post by Robert K. August
So kann nur jemand jabbeln, der sich gegenüber den Altisraelis
schmerzlich unterlegen fühlt.
Wie das? Ich sehe vor meinem geistigen Auge Josia seine Religion verraten
und fühle mich dann unterlegen? Rhabarber, Rhabarber - oder
wissenschaftlicher ausgedrückt: Bla-bla!
Post by Robert K. August
Anders kann man sich das kaum noch erklären.
Doch, problemlos: Du weißt nicht, wovon du halluzinierst.
Post by Robert K. August
Ist etwa so gaga zu behaupten, die "schmerzliche Unterlegenheit"
gegenüber den Dumpfbacken-Ariern müßten bei den Zwangarbeitern beim
Malochen an Adolf Schnurbarts Wunderbauten (z.B. Autobahn) "geradezu
traumatisch gewirkt haben."
Jetzt mal ganz im Ernst: Deine Ceterum-censeo-Marotte Nazitum und
Antisemitismus ist nach so vielen Beispielen inzwischen auch für Laien
wahrnehmbar psychopathisch. Da solltest du etwas tun.
Post by Robert K. August
Nun ja ...
Deine übliche Schlussbemerkung, deren Bedeutung mir aber noch immer nicht
klar ist. Möchtest du nicht, dass man sie versteht? Oder ist sie ganz
einfach ebenso sinnlos wie fast der ganze Rest?

Tschüs!
Arnulf
--
Die Kirche sagt, du sollst deinen Nachbarn lieben. Ich bin überzeugt, dass
sie meinen Nachbarn nicht kennt.
Sir Peter Ustinov
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