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Täter und Opfer
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Martin Blumentritt
2005-08-24 00:00:00 UTC
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Emanzipiert die Deutschen zu Menschen!


Täter und Opfer

Ginge es darum, der individuellen Toten zu gedenken, dann würde
niemand sich anmaßen, den Schmerz von Kindern, Frauen und Männern,
nach Tätern und Opfern einzuteilen. Bei der Frage _öffentlichen_
Gedenkens geht es allerdings gerade nicht um die individuellen Toten,
sondern um die Frage, ob man Täter und Opfer im selben Kontext
gedenken solle. Hier geht es um Nationalismus, das Prinzip das die
Nation zur Nation macht, durch Abtraktion von der Individualität der
Individuen.

Daher war Bitburg auch weltweit ein Skandal, da "Opfer der Kriege und
der Gewaltherrschaft" zusammen geehrt werden sollten, so als ob die
Nazis nicht gerade sich vom Menschen zugunsten der Nation
verabschiedet hatten und in äußerst aggressiver Weise die Individuen
zu Deutschen degradierten. Als Deutsche sind sich alle gleich und als
Deutsche haben sie gefoltert, vertrieben und gemordet. Die Deutschen
waren die Täter, Juden, Zigeuner, Homosexuelle, Russen und Polen u.a.
waren die Opfer. Es handelte sich keinesfalls um Einzeltäter, sondern
um ein Kollektiv, nämlich der zu Deutschen abstrahierten Individuen,
die einen Verwaltungsmassenmord betrieben. Wer sich als Deutscher
identifiziert, identifiziert sich auch mit dem Massenmord, ob er will
oder nicht. Es gilt der Identifikation mit dem menschenfeindlichen
Kollektivismus von Volk und Nation sich zu verweigern.

Weil die Rechte, um der Herrschaft über die Individuen willen, die
identifikationshemmenden Abschnitte der Geschichte dieses
Jahrhunderts vergessen machen will, versucht sie - nicht erst - seit
Bitburg Täter und Opfer unterschiedslos zu gedenken. SS-Gräber und
KZ-Leichenhügel seien das selbe. Die Erinnerung daran, wer zweimal in
diesem Jahrhundert einen Weltkrieg angezettelt hat, soll planiert
werden.

Um die Herrschaft über die sozial Benachteiligten aufrechtzuerhalten,
sollen alle Individuen homogenisiert werden, sie sollen sich als
"Volk" einem Begriff fügen, der der Realität keineswegs entspricht.
Eine Identität der Individuen als Deutsche ist ein sinnloser Begriff,
die Individuen sind als Individuen nicht identisch, ihre
Gemeinsamkeit ist fiktiv. Als Gleiche konstituieren die Individuen
sich nur durch Abstraktion von ihrer Individualität.

Und in der Form der Abstraktion von ihrer Individualität haben die
Deutschen auch gemordet. So wie sie den Opfern im Lager ihre
Individualität nahmen, so nahmen sie sich selber auch ihre
Individualität. Daher macht es auch keinen Sinn - außer nach
strafrechtlichen Gesichtspunkten - zwischen guten und bösen Deutschen
zu unterscheiden. Das Böse war das Deutsche, die Abstraktion von der
Individualität der Individuen, die Deutschland zwischen 1933 und 1945
vollzogen hat und die in die postfaschistische Demokratie
hinübergerettet wurde.

Daher kann nur eine Lehre aus den Jahren gezogen werden, eine
antinationale, d.h. antideutsche Einstellung sich zu erarbeiten und
sich vom menschenfeindlichen Kollektivismus von Volk und Nation zu
distanzieren. Das Inhumane liegt nicht erst in der Übertreibung des
Kollektivismus, sondern im Prinzip.

Die Deutschen sind zu Menschen zu emanzipieren. Schon Montesquieu
weigerte sich kategorisch, etwas seinem Land nützliches zu tun, wenn
es einem anderen schadet: "denn ich bin ein Mensch, bevor ich
Franzose bin, und Mensch bin ich notwendigerweise, Franzose aber nur
durch Zufall".

Die Geschichte des Nationalismus beginnt, so sind die Historiker sich
grundsätzlich einig, mit dem revolutionären Umbruch in der zweiten
Hälfte des 18.Jahrhunderts. Es läßt sich ein Ort angeben, nämlich
Frankreich, wo erstmals atomisierte und über die Abstraktion der
Nation homogenisierte Massen politisch mobilisiert wurden. Es blieb
nicht beim Köpfen des Königs, sondern endete im Terror. Wo
Abstraktionen sich in der Praxis Geltung verschaffen, dort nehmen die
Individuen Schaden. L'amour de la patrie, Patriotismus hat
Leichengeruch von Anfang an an sich gehabt. Am Kollektivwesen konnten
die Menschen noch nie genesen. Der menschenfeindliche Kollektivismus
ist stets mit der heimlichen Einsicht verbunden, daß es mit der
Gemeinschaftlichkeit nicht so weit her ist und daß der Preis die
Auslöschung des Individuums im Kollektiv ist. Ein Massenglauben, der
an sich selber von Anfang an zweifelt neigt zum Fundamentalismus, als
einer Auflösungserscheinung dessen vorauf man sich beruft. Sahen sich
die französischen Revolutionäre immerhin als diejenigen, die mit
ihrem Werk die allgemeine Glückseligkeit fördern, so verschwindet die
jakobinische Inszenierung der Nation als moralischer Anstalt zur
Verbesserung des Menschen sehr bald. Nach dem Ende der Revolution und
ihres bonapartistischen Epilogs betrat der Liberalismus die Bühne,
der immerhin die Einschmelzung der Individuen in einen organischen
Staat strikt ablehnte und den "friedlichen Genuß der persönlichen
Unabhängigkeit" propagierte, einen konstitutionellen Nationalismus,
keine völkischen oder wie Guizot sich ausdrückte: "L'ordre, la
légalité, la liberté constitionelle". Die Erfahrung des Terrorismus
ließ die Liberalen des 19 Jahrhundert den Nationsbegriff mit Distanz
betrachten. Die rationale Vergesellschaftung wurde stärker betont,
allerdings ohne auf den esprit national ganz zu verzichten. So gab
das Bürgertum den Humanismus und Rationalismus preis. Wie Stanislav
Lec schon sagte, kann nicht bloß durch ein Schreibfehler sich
Rationalismus in Nationalismus verwandeln. Nach 1815 waren es gerade
auch die Liberalen, die den nationalen Mythos schürten. War im
18.Jahrhundert unter Nation noch der explizite, besondere Charakter,
der durch Gesetze, Verfassung und politische Institutionen gemeint,
so schlug in dem Moment, wo der Dritte Stand selber einer
Klassenspaltung verfiel, der konstitutionelle Nationalismus in den
völkischen Nationalismus um. Was von Anfang an immer dabei war, das
nationale Charisma, die religiösen Motive der Lehre vom Corpus
Mysticum, wie sie schon bei Sieyes vorliegen und sich im Jakobinismus
entfalten und bis in das 20 Jahrhundert nachwirkt, faßt die Nation
als Korpus. Im völkischen Nationalismus wird die Nation von einem
geschichtlichen Resultat in den "Grund alles geschichtlichen
Geschehens"(Ziegler) umgelogen. Die Nation wird zum Prius. Das wirkt
noch in der törichten Auffassung nach, der Nationalismus sei
gegenüber der Nation sekundär, eine bloße Übertreibung und nicht
dasjenige was die Nation zur Nation erst macht.

Der antipolitische Radikalismus der politischen Romantik war eine
säkularisierte Version des Pietismus, eine religiösen Bewegung ohne
Gott, die Staat und Nation in eine außeralltägliche Glaubens- und
Liebesgemeinschaft verwandeln wollte. Abstrakter Atomismus der
Individuen, dem ein liberaler rationalistischer Geist entsprach, war
von Anfang an auch mit einer religiösen Gefühlsphilosophie verbunden.
Gerade der Pietismus war gleichermaßen Einfallstor für die Deutsche
Aufklärung gewesen. Während in Frankreich seit dem 16.Jahrhundert
die Religion neutralisiert wurde, wurde in Deutschland dieser Schritt
der antireligiösen Aufklärung nicht vollzogen, es gab kein Holbach
oder Helvetius oder Melier. Allerdings änderte das sich mit dem
modernen Antisemitismus, der in Deutschland mit den Nationalismus
und Rassismus verschmolz. Ein alter jüdischer Witz: "Der aufgeklärte
Goj sagt dir: 'Jesus ist eine Märchenfigur, es gab ihn überhaupt
nicht, aber die Juden haben ihn gekreuzigt, das ist sicher.."
beschreibt sehr schön den Bezug des Nationalismus zur Geschichte, sie
dient als Quelle der Mythenbildung.

Die Ideologien des Nationalismus und Rassismus legitimieren nur eine
Verfolgungspraxis, sobald der Nationalismus erfolgreich zur Bildung
von Nationen geführt hat, der zwar keine real Freie und Gleiche
schuf, sondern nur eine fiktive Gleichheit, aber gerade aufgrund
der bloßen Fiktivität eines Unterschiedes bedurfte, dem gemäß die
Gleichen sich von den Anderen unterschieden. So ist Volk und Nation
als die institutionalisierten Formen von repressiver Gleichheit nur
unter der Bedingung aktueller bzw.. potentieller Repression gegen die
Fremden möglich. Wo der Nationalismus vor allem die Funktion hat,
über die größer werdende Diskrepanz zwischen arm und reich
hinwegzutäuschen, ist die Repression gegen Fremde vorgezeichnet, so
wie die Idee des Teufels, wegen der Anschaulichkeit auch der
Hexenverfolgungen bedurfte. Um zu beweisen, daß der Teufel existiert
muß man solange foltern, bis jemand zugibt vom Teufel verführt worden
zu sein und ihm auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Ebenso bedarf es
des Völkermordes, um den Leuten die Gleichheit aller im abstrakten
Kollektiv von Volk und Nation klarzumachen, indem Täter und Opfer
sich unterscheiden.

Allerdings endet es im Paradoxon, daß Täter und Opfer letztlich, auf
verschiedene Weise ihre Individualität verlieren, die einen als
Folterer, Mörder, Helfeshelfer oder Mitläufer bzw. Schweiger (wie das
doppeldeutige Wort "bystander" im Englischen ausdrückt), die anderen
durch ihre Behandlung.

Das berechtigt allerdings nicht Täter und Opfer in einen Topf zu
werfen und die Gewalt der Täter und die sie bekämpfende Gewalt in
einem Atemzug zu erwähnen und den Unterschied auszulöschen.

Die Bomben auf Deutschland richteten sich gegen ein Kollektiv, in
dem die Individualität erlosch, ein mordendes Kollektiv, den
Deutschen, die sich nur durch die Distanzierung, durch eine
antideutsche Einstellung zu Menschen emanzipieren können, durch den
Widerstand gegen die Kollaboration mit der Nation.

Wer sich mit dem Deutschsein identifiziert, identifiziert sich auch
mit der Nazivergangenheit, darum kommt er nicht herum. Nur wer sich
dieser Zeit vergewissert und sich erinnert und die Konsequenz zieht,
sich vom Deutschsein zu distanzieren, kann sich Individualität ein
Stück weit bewahren. Individualität ist nur im Widerstand gegen Volk
und Nation zu erlangen, durch die Emanzipation der Deutschen zu
Menschen.

Menschen sind wir mit Notwendigkeit, Deutsche nur aus dem puren
Zufall, der bloßen Gewalt. Daß der Staat uns zusammenzwingt und
andere ausgrenzt ist genug, man muß sich selber nicht das noch antun,
was Volk und Nation einem antun, die Auslöschung der Individualität im
menschenfeindlichen Kollektivismus der Nation.
hacedeca
2005-08-24 08:54:24 UTC
Permalink
Post by Martin Blumentritt
Emanzipiert die Deutschen zu Menschen!
Deutsch sein, ist nicht das Produkt eines Zufalls, sondern des Beischlafs.
Man hat deutsche Eltern, weil diese Sex hatten. Man ist Deutscher, weil
einen Deutsche in die Welt setzten. Zufällig deutsch ist nur jemand, dessen
Mutter nach einem Gangbang den Erzeuger ihres Kindes nicht identifizieren
kann.

Deutsche Kinder starben in den Bombenangriffen der Alliierten, weil sie
deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld. Deutsche Säuglinge
starben während der Vertreibung, der größten ethnischen Säuberung der
Weltgeschichte, weil sie deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld.
Deutsche Mädchen wurden Opfer von Massenvergewaltigungen und Sexualmord,
weil sie deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld. Deutsche Kinder
werden heute noch Opfer der Umerziehung, weil sie deutsche Eltern und
Großeltern haben.

Solange das Antideutsche tobt, gilt: Deutsch sein, heißt Charakter haben.
(Fichte)

Wer diesen Charakter nicht aufbringt, dem soll nichts nachgetragen werden.
Aber man darf fordern, daß die für das Deutsche zu Schwachen genau prüfen,
wer da angekrochen kommt, um ihnen eine neue Identität anzubieten. Denn wer
"raffendes Kapital" in all seinen asozialen und mörderischen Auswirkungen
als systembedingt und deshalb unschuldig bezeichnet, aber das Andenken von
Waffen-SS Soldaten pauschal verunglimpft und jedem Deutschen Schuld
unterstellt, dem geht es nicht um das Seelenheil der an ihrem deutsch sein
zu schwer Tragenden, nein, der lebt sein Ressentiment aus.

Hic niger est! (Nietzsche)
Martin Blumentritt
2005-08-24 00:00:00 UTC
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hacedeca (***@zedat.fu-berlin.de) schrieb
am 24.08.05 um 10:54 in /de/soc/politik/misc
Post by hacedeca
Post by Martin Blumentritt
Emanzipiert die Deutschen zu Menschen!
Deutsch sein, ist nicht das Produkt eines Zufalls, sondern des Beischlafs.
Und der ist zufällig. Wird das Kind in den USA geboren, ist es
Amerikaner, weil da nicht der völkische Nationalismus jus sanguinis
herrscht, sondern jus soli.

Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.

mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/

"Der eine hat eine falsche Rechtschreibung und der andere eine
rechte Falschschreibung."(Lichtenberg)
Little Dionysos
2005-08-24 11:08:05 UTC
Permalink
Am Wed, 24 Aug 2005 02:00:00 +0200 schrieb Martin Blumentritt
Post by Martin Blumentritt
Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.
Da bin ich sprachlos.
Faith Healer
2005-08-24 11:40:58 UTC
Permalink
Post by Martin Blumentritt
Post by hacedeca
Deutsch sein, ist nicht das Produkt eines Zufalls, sondern des Beischlafs.
Und der ist zufällig.
Bei Dir eventuell. Im Normalfall ist der Zufall außen vor!
Post by Martin Blumentritt
Wird das Kind in den USA geboren, ist es
Amerikaner, weil da nicht der völkische Nationalismus jus sanguinis
herrscht, sondern jus soli.
Blumentritt, Deine Wortwahl ist wieder mal allererste Sahne!
Jeder Staat schreibt einem innerhalb der Landesgrenzen geborenen Kind eine
Staatsangehörigkeit zu. Dies ist eine Ausnahme gegenüber dem säkularen Trend
in der Moderne, der sich von einer askriptiven Statuszuweisung abwendet.
Außerdem weisen liberale Autoren auf den Umstand hin, dass die Zuordnung der
Staatsangehörigkeit mit dem Credo nicht zu vereinbaren ist, wonach
politische Mitgliedschaft auf individueller Zustimmung beruht. Ein erster
Grund für diesen Zustand liegt in der administrativen Annehmlichkeit, die
ermöglicht, dass Geburten klar und eindeutig aufgezeichnet werden können.
Diese Zuordnungsweise stützt sich zweitens auf eine Mutmaßung über die
Stärke der Loyalität einem bestimmten Staat gegenüber und der erwarteten
Solidarität unter den Mitgliedern. In einer Nation der Bürger und
Bürgerinnen wird die stärkste Bindung bei der Geburt in einem Territorium
erwartet, in dem schon die Eltern Bürger waren. Geringer sind hingegen die
Loyalitätserwartung an im Territorium geborene Kinder von ausländischen
Eltern oder im Ausland geborene Kinder von Einheimischen.
Traditionelle Einwanderungsländer ordnen allen Personen, die im Territorium
geboren werden, ihre Staatsangehörigkeit zu (Jus Soli). Diese Regelung gilt
auch für das weniger traditionelle Einwanderungsland Frankreich.
Einwanderungsländer neueren Typs (Bade 1993) wie die Schweiz und
Deutschland, welche die vollzogene Einwanderung als politisches Thema
tabuisierten, haben dagegen keine spezielle Regelung für die Zuschreibung
der Staatsbürgerschaft an die zweite oder dritte Generation. Die
Staatsangehörigkeit kann lediglich aufgrund von Abstammungskriterien
weitergegeben werden (Jus Sanguinis). Eine andere Möglichkeit des Zugangs
zur Staatsangehörigkeit ist deren Erwerb durch die Einbürgerung. Die Regeln
können dabei mehr oder weniger restriktiv sein. Beispiele für eine
restriktive Variante bieten Deutschland und die Schweiz, wo die
Kandidatinnen und Kandidaten bestimmte Bedingungen erfüllen müssen, der
Staat sich aber vorbehalten kann zu entscheiden, ob die Einbürgerung in
seinem Interesse erfolgt. Die Prozedur ist lang und komplex, die
Einbürgerung wird nicht staatlich gefördert, sondern mit hohen Gebühren
möglichst verhindert. Deutschland hat dieses System im Jahr 2000 reformiert,
die Schweiz steht im Begriff es zu tun. Als Alternative zu diesen
restriktiven Verfahren bieten sich die Modelle aus Schweden, USA und Kanada
an, welche alle Kandidatinnen und Kandidaten, die gewisse Bedingungen
erfüllen, einbürgern. Die Einbürgerung wird vom Staat direkt angeregt. Das
Vorgehen ist einfach, die Gebühren sind niedrig.
I. Staatsangehörigkeit des Kindes
Ab dem 01.07.1993 gilt, dass jedes Kind die deutsche Staatsangehörigkeit
durch Geburt erwirbt, sofern mindestens ein Elternteil deutsch ist. Wo das
Kind geboren ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Ist nur der
Vater deutscher Staatsangehöriger und muss die Abstammung des Kindes zu
seinem Vater erst festgestellt werden, dann kann man sich auf die deutsche
Staatsangehörigkeit des Kindes erst dann berufen, wenn die Vaterschaft
festgestellt wurde. Die Festellung muss eingeleitet sein, bevor das Kind das
23. Lebensjahr vollendet. Wird die Vaterschaftsfeststellung erst später
eingeleitet, hat sie keine Auswirkungen auf die Staatsangehörigkeit des
Kindes mehr (§ 4 Abs. 1 Sz. 2 StAG).
Nach deutschem Gesetz muss die Abstammung eines Kindes von einem Vater nur
dann festgestellt werden, wenn die Eltern des Kindes zum Zeitpunkt seiner
Geburt nicht miteinander verheiratet waren. Allerdings bedarf es einer
Vaterschaftsfeststellung auch dann nicht, wenn die Eltern vor Geburt des
Kindes miteinander verheiratet waren, der Ehemann gestorben ist und das Kind
innerhalb von dreihundert Tagen nach dem Tode des Ehemannes geboren wurde.
Die Vaterschaft wird entweder durch freiwilliges Anerkenntnis des Vaters
oder durch gerichtliche Entscheidung festgestellt (§§ 1592ff BGB).
Nach amerikanischem Recht erwirbt jedes Kind, das in den USA geboren ist,
automatisch die amerikanische Staatsangehörigkeit. Kinder, bei denen
zumindest ein Elternteil deutscher Staatsangehöriger ist, besitzen also
durch Geburt doppelte Staatsangehörigkeit. Von deutscher Seite gibt es keine
Bestimmung, die fordert, dass ein solches Kind sich im Laufe seines Lebens
(etwa mit 18 bei Eintritt der Volljährigkeit) für eine der
Staatsangehörigkeiten entscheidet oder eine der Staatsangehörigkeiten
aufgibt. Das Kind hat allerdings unter bestimmten Bedingungen das Recht, auf
seine deutsche Staatsangehörigkeit zu verzichten
(§26 StAG).
Post by Martin Blumentritt
Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.
Hoch lebe die Sippenhaft!!!
Deiner etwas kruden Denke zur Folge, sind die Opfer vom 11. 09. 2001 keine
amerikanischen Opfer, sondern Opfer der Amerikaner.
Da würde ich Dir voll zustimmen!
F. H.
Martin Blumentritt
2005-08-24 00:00:00 UTC
Permalink
anunnaki666 (***@online.de) schrieb
am 24.08.05 um 13:40 in /de/soc/politik/misc
Post by Faith Healer
Post by Martin Blumentritt
Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.
Hoch lebe die Sippenhaft!!!
Deiner etwas kruden Denke zur Folge, sind die Opfer vom 11. 09. 2001 keine
amerikanischen Opfer, sondern Opfer der Amerikaner.
Da würde ich Dir voll zustimmen!
Sie sind Opfer des Nationalsozialismus, genauer des Islamfaschismus
der Muslimbrüderschaften, die Ableger nationalsozialistischen Wahns
de 30er Jahre des 20. Jh. sind und damals schon mit den deutschen
Nazis zusammenarbeiteten. Die Ursache des Terrors ist ausschließlich
eine nationalsozialistische Weltanschaung, Antiamerikanismus und
Antizionismus. Die USA hat keinerlei Verantwortung für oder Schuld an den
Taten der Islamfaschisten.

mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/

"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Faith Healer
2005-08-25 20:29:51 UTC
Permalink
Post by Martin Blumentritt
am 24.08.05 um 13:40 in /de/soc/politik/misc
Post by Faith Healer
Post by Martin Blumentritt
Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.
Hoch lebe die Sippenhaft!!!
Deiner etwas kruden Denke zur Folge, sind die Opfer vom 11. 09. 2001 keine
amerikanischen Opfer, sondern Opfer der Amerikaner.
Da würde ich Dir voll zustimmen!
[...]
Post by Martin Blumentritt
...., genauer des Islamfaschismus
Du benutzt hier einen Begriff, der völlig daneben liegt und deine politische
Unreife
dokumentiert! Du denunzierst und solltest statt dessen mal den Begriff
faktenreich definieren!
Aber dazu kannst du nicht in der Lage sein, genau so wenig wie der
Unwortverbreiter Joffe
Post by Martin Blumentritt
der Muslimbrüderschaften, die Ableger nationalsozialistischen Wahns
de 30er Jahre des 20. Jh. sind
Du strotzt vor Unkenntnis!
Seit wann sind das Ableger der Nazis?
Post by Martin Blumentritt
und damals schon mit den deutschen
Nazis zusammenarbeiteten.
Hadsch Mohammed Amin al- Husseini und seine paar Männeken machst du zu einer
Nazi- Organisation?
Die jetzigen Ableger und Anhänger, seiner in Europa für den WK II
aufgestellten, bosnisch- islamischen Wehrmachtseinheiten und SS- Divisionen,
kannst du getrost mit den Amerikanern
in Zusammenhang bringen. Siehe Kosovo und UCK!
Post by Martin Blumentritt
Die Ursache des Terrors ist ausschließlich
eine nationalsozialistische Weltanschaung, Antiamerikanismus und
Antizionismus.
Islam und Nationalsozialismus verquicken nur die gutmenschelnden Anti-
Deutschen auf Grund ihrer sinnentleerten Zionismus- Propaganda.
Post by Martin Blumentritt
Die USA hat keinerlei Verantwortung für oder Schuld an den
Taten der Islamfaschisten.
Da hast du recht, weil es per Definition keinen Islamfaschismus gibt!
Es sei denn, man heißt Blumentritt oder Joffe und hat geschwollene
Fingerkuppen vom _ aus den Fingern saugen_.
F. H.
Martin Blumentritt
2005-08-26 00:00:00 UTC
Permalink
Ein deutsches Schweigen


Die Vorfahren der islamischen Hamas arbeiteten gern mit den
Nazis zusammen. Ein Umstand, den die deutsche Linke in
ihrer Nahostsolidarität gerne ausblendet

von *MATTHIAS KÜNTZEL*

Zeitpunkt und Örtlichkeit waren präzise bestimmt: Am 9. November 1969
sollte die von den Tupamaros Westberlin platzierte Bombe das Jüdische
Gemeindezentrum in der Berliner Fasanenstraße zerstören und die Apo,
so Dieter Kunzelmann, einer ihrer Protagonisten, von der
"Vorherrschaft des Judenkomplexes" befreien. "Der wahre
Antifaschismus", so stand es im Bekennerbrief zu lesen, "ist die
klare und einfache Solidarisierung mit den kämpfenden Fedajin."

Während der Sprengsatz rechtzeitig entschärft werden konnte, zündete
die Parole mit umso stärkerer Wucht: Keine Linke in Europa
identifizierte sich stärker mit den antiisraelischen Fedajin als die
deutsche.

Angetrieben vom Pathos des gerechten, antifaschistischen Kampfs hatte
sie eines jedoch beharrlich ignoriert: die Tatsache, dass es
zeitgleich auch deutsche Nazis in palästinensische Wehrsportlager
zog. Man hat dies nicht beachtet, also hat es nicht gestört. Gänzlich
unerhellt blieb so der historische Kontext, der den Antizionismus der
Nazis mit dem der neuen Linken verband.

Seit 1920 lag mit der deutschen Version der "Protokolle der Weisen
von Zion" die ideologische Grundlage des nationalsozialistisch
geprägten Antizionismus auf dem Tisch. Von zaristischen Geheimagenten
um die Jahrhundertwende fingiert, lieferten die Protokolle den
"Beweis", das alles Übel dieser Erde auf die "jüdische
Weltverschwörung" zurückzuführen sei. 1921 zog NSDAP-Chefideologe
Alfred Rosenberg in seinem Buch "Der staatsfeindliche Zionismus" die
Schlussfolgerung: "Zionismus ist ein Mittel für ehrgeizige
Spekulanten, sich ein neues Aufmarschgebiet für Weltbewucherung zu
schaffen."

Adolf Hitler führte diese Verschwörungsfantasie in "Mein Kampf" 1925
aus: Die Juden "denken gar nicht daran, in Palästina einen jüdischen
Staat aufzubauen, sondern sie wünschen nur eine mit eigenen
Hoheitsrechten ausgestattete Organisationszentrale ihrer
internationalen Weltgaunerei".

Im selben Jahr wurde eine arabische Übersetzung der "Protokolle" auch
in Palästina publiziert. Dort war der für seine spätere Kooperation
mit den Nationalsozialisten berüchtigte Mufti von Jerusalem, Amin
al-Husseini, höchste politisch-religiöse Autorität. Keiner hatte die
muslimisch-jüdische Konfrontation in Palästina erfolgreicher geschürt
als dieser religiöse Politiker.

Wer sich dessen antijüdischen Vorgaben nicht beugte, wurde in den
Freitagsgebeten der Moscheen namentlich denunziert und bedroht. Stolz
schilderte al-Husseini später in einem Brief an Adolf Hitler, wie er
in unermüdlicher Anstrengung dafür gesorgt habe, dass "die
Palästinafrage alle arabischen Länder im gemeinsamen Hass gegen die
Engländer und Juden vereinigt".

Unermüdlich bot der Mufti von 1933 der Naziregierung seine Dienste
an. Doch erst 1937 wurde dieses Werben honoriert. Den Anlass lieferte
der vom Mufti initiierte "arabische Aufstand" gegen die jüdische und
britische Präsenz in Palästina.

Diese Erhebung fand zwischen 1936 und 1939 im Zeichen des
Hakenkreuzes statt: Arabische Flugzettel und Mauerinschriften waren
häufig mit dem Nazisymbol versehen, die Jugendorganisation der vom
Mufti geführten Partei paradierte unter der Bezeichnung "Naziscouts",
und selbst arabische Kinder hießen sich mit dem "deutschen Gruß"
willkommen. Wer in jenen Jahren durch die aufständischen Gebiete
Palästinas fahren musste, befestigte an seinem Fahrzeug eine
Hakenkreuzfahne, um vor Überfällen arabischer Freischärler geschützt
zu sein.

Besonders wohlwollend wurden in zeitgenössischen Darstellungen
deutscher Naziautoren islamistische Terrorpraktiken kommentiert, die
der Mufti in den von ihm kontrollierten Gebieten anordnete: Umgehend
wurde liquidiert, wer sich dem Schariarecht und der vom Mufti
erlassenen antiwestlichen Kleiderordnung nicht unterwarf.

Zielgerichtet wurden darüber hinaus diejenigen Politiker in Palästina
umgebracht, die auf Zionisten nicht schießen, sondern mit ihnen
verhandeln wollten. "Der Mufti schaltete bewusst mit äußerster Härte
seine Gegner innerhalb des palästinensischen Lagers aus", schreibt
der Nahostwissenschaftler Abraham Ashkenasi. "Innerhalb des
palästinensischen Lagers ist es zu mehr Mord und Totschlag gekommen
als gegen Juden und gegen Briten." Nicht der Kampf gegen die
britische Mandatsherrschaft, sondern die Beseitigung der gegenüber
den Juden gesprächsbereiten Palästinenser hatte Priorität.

Seit 1937 wurde dieser "heilige Krieg" des Muftis auch von
Nazideutschland mit finanziellen Mitteln und Waffenlieferungen
unterstützt, wie Klaus Gensicke in seiner 1988 veröffentlichten
Dissertation "Der Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, und die
Nationalsozialisten" betont: "Der Mufti gab selbst zu, dass es
seinerzeit nur durch die ihm von den Deutschen gewährten Geldmittel
möglich war, den Aufstand in Palästina durchzuführen. Von Anfang an
stellte er hohe finanzielle Forderungen, denen die Nazis in sehr
großem Maße nachkamen."

Stets wurden in den Texten der deutschen Linken die Ausschreitungen
jener Jahre von allen Nazismen reingewaschen. Denn es hätte das Bild
des vom Antisemitismus freien Kampfes der Palästinenser gegen Israel
eingetrübt. Stattdessen hat man sie als "Guerillakrieg und
palästinensischer Widerstand" /(Marxistische Blätter),/ als
"bewaffnete Revolution" /(al-Karamah)/ oder als "arabische Revolte,
mit der die Massen der Bauern gegen die zionistische Implantation in
ihrem Lande rebellierten" (Helga Baumgarten), glorifiziert.

Mit fast denselben Worten, mit denen 1941 der Nazipublizist Giselher
Wirsing den Mufti als "hervorstechenden Führer" und "hervorragenden
Propagandisten" in seinem Buch "Engländer, Juden, Araber in
Palästina" rühmte und dessen Gegenspieler wegen ihrer liberalen
Haltung Engländern und Juden gegenüber kritisierte, wurde fünfzig
Jahre später in Baumgartens Studie "Palästina: Befreiung in den
Staat" der Mufti als "der charismatische und einflussreiche Führer an
der Spitze der Bewegung" gerühmt. Ihr Urteil über dessen liberale
Widersacher fiel hingegen geradezu vernichtend aus.

Heute setzt sich das Schweigen über die NS-Verbindung des Muftis als
Schweigen über den islamistischen Antisemitismus fort. Nehmen wir das
Beispiel der palästinensischen Widerstandsbewegung Hamas. 1987 wurde
sie mit Beginn der ersten Intifada als islamistische Konkurrenz zur
PLO Jassir Arafats gegründet. 1994 inszenierte die hauptsächlich von
Saudi-Arabien finanzierte Organisation ihre erste Serie suizidaler
Massenmorde gegen israelische Zivilisten.

Seit Beginn der zweiten Intifada im Januar 2001 führte die Hamas die
meisten der etwa sechzig Selbstmordattentate in überfüllten Bussen,
Restaurants oder Diskotheken durch. Diese Radikalität verschaffte ihr
ideologische Dominanz: In allen Meinungsumfragen der letzten Monate
erreichte Ahmed Jassin, der Führer der Hamas, nach Jassir Arafat
Platz zwei. Im Februar dieses Jahres gab die Organisation erstmalig
bekannt, die palästinensische Autonomiebehörde jederzeit übernehmen
zu können. In den USA ist die Hamas als terroristische Organisation
längst verboten.

In Deutschland genießt sie hingegen Narrenfreiheit: Hier darf sie
Gelder sammeln und ungehindert agitieren. Seit dem 11. September 2001
wird diese "Befreiungsbewegung" verstärkt auch von deutschen Nazis
als der "natürliche Verbündete" im Widerstand gegen die
"US-Terroristen" und deren "Befehlsgeber" in Israel hofiert.

In Worten und in Taten knüpft die Hamas an das Muftierbe der
Zwanziger- und Dreißigerjahre an. Erstens hat auch sie die
Widersacher ihrer islamistischen Koraninterpretation immer wieder
töten lassen; allein für den Zeitraum der ersten Intifada (1987 bis
1993) sind über 940 Morde an so genannten "Kollaborateuren"
dokumentiert.

Zweitens setzt sie die Obstruktionspolitik des Muftis gegen jede
friedliche Lösung in der Region beharrlich fort. Ihr letztes Massaker
von Januar 2003, dem 24 Israelis zum Opfer fielen, diente dem
erklärten Zweck, einen Wahlsieg Amram Mitznas, dem Kandidaten der
Arbeiterpartei, zu torpedieren.

Drittens hat auch die Hamas den Antisemitismus der Nazis übernommen.
So werden in ihrer bis heute gültigen Charta von 1988 die Juden als
das Weltübel par excellence halluziniert und nicht nur für die
Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für
den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt und die
Verbreitung von Rauschgift exklusiv verantwortlich gemacht /(siehe
Randspalte auf dieser Seite)/. Folgerichtig werden in Artikel 32 der
Charta die "Protokolle der Weisen von Zion" als seriöses Dokument
präsentiert.

Man möchte derartigen Irrsinn ebenso wenig ernst nehmen, wie einst
das Gebrabbel eines Adolf Hitler verspottet wurde. Doch eben die
Enthumanisierung der Juden und ihre Dämonisierung zu
Menschheitsfeinden ist es, die der islamistischen Begeisterung über
Massenmorde an israelischen Zivilisten das Motiv verleiht. Man will
es erneut nicht beachten, damit es keinen stört: Bis heute hat die
Charta der Hamas bei der Motivforschung für die
"Selbstmord"-Attentate gegen Israelis nicht die geringste Rolle
gespielt. Bis heute werden Einsicht und Erkenntnis über diese Form
von Antisemitismus, die mit der nationalsozialistischen Leiche im
deutschen Keller in so offenkundig inniger Beziehung steht,
blockiert.

Damit aber wird zugleich der Blick auf den Antisemitismus des
Terroranschlags vom 11. September 2001 und der Organisation al-Qaida
verwehrt: In ihren antisemitischen Fantasiesystemen - dem Traum von
Homogenität und der Wut auf Differenz - stimmen die Charta der Hamas
und das Programm von al-Qaida vollständig überein. Ussama Bin Laden
zufolge hat der jüdische Feind "Amerika und den Westen als Geisel
genommen". Im Oktober 2002 erklärte er in einem Brief an das
amerikanische Volk: "Die Juden beherrschen alle Bereiche eures Lebens
und verfolgen ihre Ziele auf eure Kosten." Als Instrumente jüdischer
Unterwanderung, von der Bin Laden auch die Amerikaner offenkundig
befreien will, werden "die immoralischen Akte der Unzucht, der
Homosexualität, der Rauschmittel, der Glücksspiele und des
Zinshandels" angeführt.

Es ist gerade diese Reinigungs- und Erlösungsmission, die den
Antisemitismus der Islamisten zu einem eliminatorischen macht und den
Hass auf Juden (und jeden, den sie dafür halten) größer werden lässt
als die Furcht vor dem eigenen Tod. Vollkommen zutreffend hat der
Islamwissenschaftler Bassam Tibi kritisiert, dass man in Deutschland
von der antisemitischen Dimension des 11. September wenig sehen und
gar nichts wissen will. "Erst wenn die deutsche Öffentlichkeit dieser
Bedrohung in angemessener Weise entgegentritt, wird man davon
sprechen können, dass sie die Lehren aus der deutschen Vergangenheit
wirklich verstanden hat."

Mehr als dreißig Jahre nach dem vereitelten Attentat der Tupamaros
Westberlin erlangt aber eben jene Position gesellschaftliche
Dominanz, der Kunzelmann einst Ausdruck verlieh, als er vom
"Judenkomplex" sprach: dass jede weitere Belastung mit der
Nazivergangenheit nur als krank, als ein "Komplex" eben, anzusehen
sei, während der gesunde Mensch in der deutschen Gegenwart und ihren
praktischen Zwecken aufzugehen habe.

Wenn auch die Betonung des israelischen Existenzrechts heute zum
guten Ton gehört, scheint sich die Linke der
Achtundsechzigergeneration in ihrer Ignoranz gegenüber den
kontinuitätsträchtigen Aspekten der deutschen Geschichte noch am
ehesten treu geblieben zu sein. Solange sie antijüdischen Terror als
"Verzweiflungstaten" romantisiert, solange Islamisten ihre Massaker
an der Seite links- wie rechtsradikaler Antiimperialisten besingen
können, wie dies auf Demonstrationen in Berlin kürzlich geschah - so
lange kann von einem Sinneswandel keine Rede sein.

*MATTHIAS KÜNTZEL, Jahrgang 1955, Politikwissenschaftler, lebt in
Hamburg. Jüngste Buchveröffentlichung: "Djihad und Judenhass. Über
den neuen antijüdischen Krieg". Verlag Ca ira, Freiburg 2002, 180
Seiten, 13,50 Euro*

taz Magazin Nr. 7029 vom 12.4.2003, 345 Zeilen, MATTHIAS KÜNTZEL



mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/


Es gibt Minderheiten, bei denen man verpflichtet ist, sie zu verfolgen:
Nazis.
Martin Blumentritt
2005-08-26 00:00:00 UTC
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DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND

Neonazis und fundamentalistische Islamisten

von Anton Maegerle



"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)

Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.


Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)

Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Neonazis und islamistischen Fundamentalisten:


Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.

New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)

Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)

47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei Ausgrabungen
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)

Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).

AHMED HUBER

Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.

Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)

Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)

Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)

Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG

Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)

Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)

Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".

Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")

Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)

Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
schon seit längerem mit den extremen Islamisten. Was sie verbindet:
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.

Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)

Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)

Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
klirrender Kälte in Stuttgart eine Kundgebung unter dem Motto:
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".

Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)

Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".

Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.

Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)

Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)

Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.

Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION

Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)

In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)

Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".

So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)

Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)

In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)

Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)

Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.

So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)

Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)

Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)

Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)

Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"

Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.

Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.

Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)

Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.

Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.

Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig Unterschlupf,
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.

Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)

Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.

In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.

NEONAZIS IM NAHEN OSTEN

Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.

So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und Einverständnis
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.

Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige Kommandoaktion der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von einer "Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)

Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
angehörte, hielt er in der Rubrik "Politische Auslandskontakte" fest:
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)

Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.

HOLOCAUSTLEUGNER

Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)

Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)

IRAN

Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer 15-monatigen
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.

Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.

Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.

Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.

Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.

Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)

Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)

Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)

Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.

Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.

Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".

IRAK

Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)

Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.

In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"

Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)

Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.

Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)

Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.

Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.

So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.

Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Ergebenheitsschreiben an Hussein:

Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)

Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)

Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".

VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS

Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.

Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)

Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)

Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001

http://www.tribuene-verlag.de

Anmerkungen:

1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18

2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt die JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische Operation westlicher und israelitischer G
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase die uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur Geltung zu bringen." http://www.die-ko
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm

3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976, S.150

4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html

5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage der "National Alliance" abufbar.

6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12

7. vgl.dazu: Laske, Karl: Ein Leben zwischen Hitler und Carlos: Francois Genoud. Zürich 1996

8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge Freiheit", 17/1994

9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk von Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf des Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in Pakistan, "alles zu unternehmen, um
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir bitten Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan und Afghanistan abzuwehren." wno-D
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien. http://www.wno.org/newpages/chr59.html

10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom 16. September 2001

11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The simple three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists crash planes into the World trade Center,
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing thousands, to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's occupation of Palestine." http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html

12. http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html

13. Pressemitteilung vom 12. September 2001

14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 - S.3.

15. a.a.O., S.21

16. http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm

17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm

18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm

19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa", 11-12/2000, S.43

20. ders.: Immer unverschämter, schamloser, gnadenloser! In: "National-Zeitung", 16/2001, S.9

21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3

22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3

23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6

24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge Freiheit" 4/1996, S.13

25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel vom 8. Januar 2001

26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14

27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5

28. http://BBZeitung.com

29. zit.n. Nationale für deutsch-palästinensische Freundschaft. In: "Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter Sozialdemokraten", 1/1998, S.13

30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider die Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg / Schapira, Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher noch immer auf freiem Fuß ist. F
rankfurt 2000

31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute im baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste Zeit in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
reiwillige" und "Die Kameradschaft".

32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober 1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972

33. Privatarchiv Friedrich Klein

34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar 2000

35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung", 4/1997, S.303

36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix", 4/1999, S.12

37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona / Spanien 1993

38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen Revisio nismus, vom 28. April 1991

39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6

40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition", 1/1999, S.17

41. ebd.

42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13

43. Privatarchiv Maegerle

44. Privatarchiv Maegerle

45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v. 24. September 2001

46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung v. 7. Dezember 2000

Weiterführende Lektüre:
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents





mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/

"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Kurt Knoll
2005-08-26 03:40:10 UTC
Permalink
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert es
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.

Kurt Knoll.
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei Ausgrabungen
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig Unterschlupf,
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und Einverständnis
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige Kommandoaktion
der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
Post by Martin Blumentritt
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von einer
"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
Post by Martin Blumentritt
Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer 15-monatigen
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
Post by Martin Blumentritt
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt die
JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
Post by Martin Blumentritt
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase die
uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur
Geltung zu bringen." http://www.die-ko
Post by Martin Blumentritt
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976, S.150
4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage der
"National Alliance" abufbar.
Post by Martin Blumentritt
6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
Post by Martin Blumentritt
8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge Freiheit", 17/1994
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk von
Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
Post by Martin Blumentritt
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf des
Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und
Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in
Pakistan, "alles zu unternehmen, um
Post by Martin Blumentritt
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir bitten
Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan
und Afghanistan abzuwehren." wno-D
Post by Martin Blumentritt
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom 16. September 2001
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The simple
three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists crash
planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing thousands,
to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12. http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 - S.3.
15. a.a.O., S.21
16. http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa", 11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge Freiheit" 4/1996, S.13
25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel vom 8. Januar 2001
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider die
Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg / Schapira,
Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher noch
immer auf freiem Fuß ist. F
Post by Martin Blumentritt
rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute im
baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste Zeit
in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
Post by Martin Blumentritt
reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober
1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar 2000
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung", 4/1997, S.303
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix", 4/1999, S.12
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona / Spanien 1993
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition", 1/1999, S.17
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v. 24. September 2001
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung v. 7. Dezember 2000
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Sharky
2005-08-26 08:10:08 UTC
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Post by Kurt Knoll
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert es
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.
Kurt Knoll.
Hoffst du darauf, endlich mal besucht zu werden?

Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei Ausgrabungen
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig Unterschlupf,
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und Einverständnis
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige Kommandoaktion
der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
Post by Martin Blumentritt
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von einer
"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
Post by Martin Blumentritt
Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer 15-monatigen
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
Post by Martin Blumentritt
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt die
JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
Post by Martin Blumentritt
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase die
uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur
Geltung zu bringen." http://www.die-ko
Post by Martin Blumentritt
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976,
S.150
Post by Martin Blumentritt
4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage der
"National Alliance" abufbar.
Post by Martin Blumentritt
6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
Post by Martin Blumentritt
8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge Freiheit",
17/1994
Post by Martin Blumentritt
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk von
Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
Post by Martin Blumentritt
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf des
Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und
Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in
Pakistan, "alles zu unternehmen, um
Post by Martin Blumentritt
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir bitten
Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan
und Afghanistan abzuwehren." wno-D
Post by Martin Blumentritt
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom 16.
September 2001
Post by Martin Blumentritt
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The simple
three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists crash
planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing thousands,
to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12. http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 -
S.3.
Post by Martin Blumentritt
15. a.a.O., S.21
16. http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa",
11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge
Freiheit" 4/1996, S.13
Post by Martin Blumentritt
25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel vom
8. Januar 2001
Post by Martin Blumentritt
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider die
Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg / Schapira,
Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher noch
immer auf freiem Fuß ist. F
Post by Martin Blumentritt
rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute im
baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste Zeit
in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
Post by Martin Blumentritt
reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober
1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar
2000
Post by Martin Blumentritt
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung", 4/1997,
S.303
Post by Martin Blumentritt
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix", 4/1999,
S.12
Post by Martin Blumentritt
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona /
Spanien 1993
Post by Martin Blumentritt
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition",
1/1999, S.17
Post by Martin Blumentritt
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v. 24.
September 2001
Post by Martin Blumentritt
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung v.
7. Dezember 2000
Post by Martin Blumentritt
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Kurt Knoll
2005-08-26 10:22:27 UTC
Permalink
Ja dann komme einmal nach Kanada in unsere Urwald dann werde ich Katz und
maus mit dir spielen.

Kurt Knoll.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert es
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.
Kurt Knoll.
Hoffst du darauf, endlich mal besucht zu werden?
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei Ausgrabungen
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig Unterschlupf,
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und Einverständnis
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige Kommandoaktion
der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
Post by Martin Blumentritt
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von einer
"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
Post by Martin Blumentritt
Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer 15-monatigen
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
Post by Martin Blumentritt
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt die
JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
Post by Martin Blumentritt
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase die
uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur
Geltung zu bringen." http://www.die-ko
Post by Martin Blumentritt
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976,
S.150
Post by Martin Blumentritt
4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage der
"National Alliance" abufbar.
Post by Martin Blumentritt
6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
Post by Martin Blumentritt
8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge Freiheit",
17/1994
Post by Martin Blumentritt
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk von
Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
Post by Martin Blumentritt
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf des
Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und
Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in
Pakistan, "alles zu unternehmen, um
Post by Martin Blumentritt
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir bitten
Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan
und Afghanistan abzuwehren." wno-D
Post by Martin Blumentritt
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom 16.
September 2001
Post by Martin Blumentritt
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The simple
three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists crash
planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing thousands,
to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12. http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 -
S.3.
Post by Martin Blumentritt
15. a.a.O., S.21
16. http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa",
11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge
Freiheit" 4/1996, S.13
Post by Martin Blumentritt
25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel vom
8. Januar 2001
Post by Martin Blumentritt
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider die
Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg / Schapira,
Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher noch
immer auf freiem Fuß ist. F
Post by Martin Blumentritt
rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute im
baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste Zeit
in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
Post by Martin Blumentritt
reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober
1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar
2000
Post by Martin Blumentritt
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung", 4/1997,
S.303
Post by Martin Blumentritt
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix", 4/1999,
S.12
Post by Martin Blumentritt
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona /
Spanien 1993
Post by Martin Blumentritt
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition",
1/1999, S.17
Post by Martin Blumentritt
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v. 24.
September 2001
Post by Martin Blumentritt
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung v.
7. Dezember 2000
Post by Martin Blumentritt
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration Documents
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Sharky
2005-08-26 19:30:22 UTC
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Post by Kurt Knoll
Ja dann komme einmal nach Kanada in unsere Urwald dann werde ich Katz und
maus mit dir spielen.
Kurt Knoll.
Spiel das mit deinen Wärtern: die werden dafür bezahlt.

Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert es
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.
Kurt Knoll.
Hoffst du darauf, endlich mal besucht zu werden?
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei Ausgrabungen
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig Unterschlupf,
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und Einverständnis
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige Kommandoaktion
der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
Post by Martin Blumentritt
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von
einer
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
Post by Martin Blumentritt
Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer 15-monatigen
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
Post by Martin Blumentritt
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
Post by Martin Blumentritt
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur
Geltung zu bringen." http://www.die-ko
Post by Martin Blumentritt
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976,
S.150
Post by Martin Blumentritt
4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage
der
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
"National Alliance" abufbar.
Post by Martin Blumentritt
6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
Post by Martin Blumentritt
8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge
Freiheit",
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
17/1994
Post by Martin Blumentritt
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk
von
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
Post by Martin Blumentritt
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf
des
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und
Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in
Pakistan, "alles zu unternehmen, um
Post by Martin Blumentritt
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir
bitten
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan
und Afghanistan abzuwehren." wno-D
Post by Martin Blumentritt
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom
16.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The
simple
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists
crash
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing
thousands,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12. http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 -
S.3.
Post by Martin Blumentritt
15. a.a.O., S.21
16. http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa",
11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge
Freiheit" 4/1996, S.13
Post by Martin Blumentritt
25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel
vom
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
8. Januar 2001
Post by Martin Blumentritt
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg /
Schapira,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher
noch
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
immer auf freiem Fuß ist. F
Post by Martin Blumentritt
rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute
im
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste
Zeit
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
Post by Martin Blumentritt
reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober
1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar
2000
Post by Martin Blumentritt
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung",
4/1997,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
S.303
Post by Martin Blumentritt
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix",
4/1999,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
S.12
Post by Martin Blumentritt
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona /
Spanien 1993
Post by Martin Blumentritt
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition",
1/1999, S.17
Post by Martin Blumentritt
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v.
24.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung
v.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
7. Dezember 2000
Post by Martin Blumentritt
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration
Documents
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Kurt Knoll
2005-08-26 20:12:44 UTC
Permalink
Die einzigen Wärter die ich hier habe sind die Kellner und die schauen immer
gut auf mich solange ich Geld habe. Wen ich eine Frau wäre und gut Aussehen
würde kann ich dieses ja auch ab arbeiten. Ja sharky ist der Name für eine
Haifisch du schaust aber mehr wie ein Geißbock aus. Sei einmal sehr
vorsichtig das du dich nicht selber vollbrunzt denn ich kann dich ja jetzt
deine Gestank schon riechen.

Kurt Knoll.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja dann komme einmal nach Kanada in unsere Urwald dann werde ich Katz und
maus mit dir spielen.
Kurt Knoll.
Spiel das mit deinen Wärtern: die werden dafür bezahlt.
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert es
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.
Kurt Knoll.
Hoffst du darauf, endlich mal besucht zu werden?
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid, tötet
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei
Ausgrabungen
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der nationalen
Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von dem
Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996 das
einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von Bin
Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit". In
einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live" werden
die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere New
York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen und
der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf Heß
im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch die
etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen, wessen
fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur und
der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus und
Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das Volk
vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am helllichten
Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und sich
verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel" zu
stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit Jahren
das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert Steuckers
für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht
und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche Steven
Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame historische
Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel von
Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt Beirut
kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern als
auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht offenbart,
daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig
Unterschlupf,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers Liste")
war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an einem
Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei der
ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem KZ-Arzt
Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und
Einverständnis
Post by Sharky
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Post by Martin Blumentritt
von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige
Kommandoaktion
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der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
Post by Martin Blumentritt
piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von
einer
Post by Sharky
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"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
Post by Martin Blumentritt
Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den Worten
anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer
15-monatigen
Post by Sharky
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Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach dem
Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert wurde
von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde Rami
den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender "Radio
Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird, ist
seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot seines
2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak! Hilfe
für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten aus
der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß die
deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der Welt
bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die "logistische
Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und ist
dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem Interview
mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im Irak
mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland hinter
Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein "enger
Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara auch
bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg. Diese
sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch regelmäßig
bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein souveränes
Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration der
NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung uneinig.
So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu mehr",
auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber ich
habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
Post by Martin Blumentritt
auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin orakelt
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
Post by Martin Blumentritt
eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen Phase
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll zur
Geltung zu bringen." http://www.die-ko
Post by Martin Blumentritt
mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München 1976,
S.150
Post by Martin Blumentritt
4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der Homepage
der
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
"National Alliance" abufbar.
Post by Martin Blumentritt
6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
Post by Martin Blumentritt
8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge
Freiheit",
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
17/1994
Post by Martin Blumentritt
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk
von
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
Post by Martin Blumentritt
l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf
des
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan und
Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder" in
Pakistan, "alles zu unternehmen, um
Post by Martin Blumentritt
der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir
bitten
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen Pakistan
und Afghanistan abzuwehren." wno-D
Post by Martin Blumentritt
omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz) vom
16.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The
simple
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists
crash
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing
thousands,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12.
http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995, S.1 -
S.3.
Post by Martin Blumentritt
15. a.a.O., S.21
16.
http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa",
11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge
Freiheit" 4/1996, S.13
Post by Martin Blumentritt
25. Spiegel warnt vor Bündnis Neonazis-Islamisten. In: Tagesspiegel
vom
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
8. Januar 2001
Post by Martin Blumentritt
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider
die
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg /
Schapira,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher
noch
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
immer auf freiem Fuß ist. F
Post by Martin Blumentritt
rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt heute
im
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die jüngste
Zeit
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
Post by Martin Blumentritt
reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am 9.Oktober
1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1. Februar
2000
Post by Martin Blumentritt
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung",
4/1997,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
S.303
Post by Martin Blumentritt
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix",
4/1999,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
S.12
Post by Martin Blumentritt
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona /
Spanien 1993
Post by Martin Blumentritt
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des französischen
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition",
1/1999, S.17
Post by Martin Blumentritt
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung v.
24.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche Zeitung
v.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
7. Dezember 2000
Post by Martin Blumentritt
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration
Documents
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Sharky
2005-08-26 20:43:17 UTC
Permalink
Post by Kurt Knoll
Die einzigen Wärter die ich hier habe sind die Kellner
Immer positiv denken .... Mit etwas Phantasie kann man noch aus der
übelsten Lage etwas machen ...
Post by Kurt Knoll
und die schauen immer
gut auf mich solange ich Geld habe.
Das wäre tatsächlich mal ein Grund, etwas nett zu dir zu sein.
Post by Kurt Knoll
Wen ich eine Frau wäre und gut Aussehen
würde
Wenn das Wörtchen wenn nicht wär ...
Post by Kurt Knoll
kann ich dieses ja auch ab arbeiten. Ja sharky ist der Name für eine
Haifisch du schaust aber mehr wie ein Geißbock aus. Sei einmal sehr
vorsichtig das du dich nicht selber vollbrunzt denn ich kann dich ja jetzt
deine Gestank schon riechen.
Na dann kann ich mir diese unfeine Geste ja sparen.

Sharky
Post by Kurt Knoll
Kurt Knoll.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja dann komme einmal nach Kanada in unsere Urwald dann werde ich Katz und
maus mit dir spielen.
Kurt Knoll.
Spiel das mit deinen Wärtern: die werden dafür bezahlt.
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Ja Martin so wie ich es sehe wirst du immer lustiger wie lange dauert
es
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
noch bist du in eine Irrenhaus kommst.
Kurt Knoll.
Hoffst du darauf, endlich mal besucht zu werden?
Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
DIE UNHEILIGE ALLIANZ ZWISCHEN HAKENKREUZ UND HALBMOND
Neonazis und fundamentalistische Islamisten
von Anton Maegerle
"Habt kein Mitleid mit den Juden, egal, wo ihr seid, in welchem Land
auch immer. Bekämpft sie, wo immer ihr seid. Wo immer ihr seid,
tötet
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
Juden und Amerikaner. ... Laßt uns Allah vertrauen, die Reihen
schließen und unsere Worte vereinen, und der Slogan von uns allen
möge sein: Heiliger Krieg! Heiliger Krieg!" (1)
Freitagsgebet von Ahmed Abu Halabiya, Mitglied des von Arafats
Autonomiebehörde ernannten "Fatwa Rates" und früherer Rektor der
islamischen Uni in Gaza, am 13. Oktober 2000 in der
Sultan-Aal-Nahyan-Moschee in Gaza.
Die Terroranschläge gegen die Türme des World Trade Center in New
York und das Pentagon in Washington haben die Welt erschüttert. Doch
während nahezu alle Deutschen in seltener Einigkeit mit den USA
trauerten, brach die Neonazi-Szene in der Bundesrepublik Deutschland
in Jubel aus.(2)
Wir dokumentieren das Netz des Hasses zwischen deutschsprachigen
Die von klerikalfaschistischen Islamisten verursachten
Terrorszenarien waren teuflisch, aber nicht neu - sie könnten in
ihrer Dramaturgie auch einem braunen Drehbuch entstammen.
New York "in Schutt und Asche legen" wollte kurz vor dem Ende der
Nazi-Herrschaft Reichsführer SS Heinrich Himmler. " Die Amerikaner",
so Himmler, "müssen auch etwas vom Krieg zu spüren bekommen." Der
"psychologische Effekt wäre enorm. Ich bin überzeugt, daß es die
Amerikaner nicht ertragen könnten, in ihrem eigenen Land angegriffen
zu werden."(3)
Adolf Hitler selbst fällte im März 1941 die Bemerkung, man müsse mit
Terrorangriffen auf amerikanische Millionenstädte den Juden eine
"Lektion" erteilen.(4)
47 Jahre später lässt der Hitler-Verehrer William Pierce (Jg. 1933)
in seinem rechtsterroristischen Roman "The Turner Diaries" einen
rechtsextremen Kamikaze mit einem Flugzeug in das Pentagon stürzen.
In einer apocalyptischen Szene jubiliert Pierce über die Zerstörung
von New York als dem jüdisch dominierten und verseuchten Zentrum des
Weltkapitals". Lustvoll lässt der Neonazi unter seinem damaligen
Pseudonym Andrew Macdonald die "100 Stockwerke der Wolkenkratzer" in
sich zusammenstürzen. Pierce stellt sich in dem utopischen Machwerk,
das zwischenzeitlich weltweit zu einer Neonazi-Bibel avanciert ist,
als Herausgeber der Tagebücher des US-amerikanischen
Rechtsextremisten Earl Turner vor, die im Jahre 2091 bei
Ausgrabungen
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in den Ruinen von Washington, das heißt 100 Jahre nach der
nationalen
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Revolution von 1991-93, gefunden wurden. In den Tagebüchern
beschreibt Turner die Vorbereitung und Durchführung einer braunen
Revolution mit dem Ziel einer nationalen Wiedergeburt.(5)
Der notorische Antisemit Pierce ist Führer der heute
mitgliederstärksten Neonazigruppe "National Alliance" (NA) in den
USA. Engste Kontakte unterhält die NA zur "Nationaldemokratischen
Partei Deutschlands" (NPD).
AHMED HUBER
Die NPD veranstaltete am 8. September im sächsischen Grimma ihr
"Deutsche Stimme"-Pressefest. Angereist waren zu dem Spektakel bei
Bockwurst, Bier und Skinmusik über 1.000 Rechtsextremisten aus der
ganzen Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland.
Vielgefragter Diskussionspartner der Neonazis und Skins war der
Schweizer Islamist Ahmed Huber (Jg. 1927), der schon mehrfach auf
NPD/JN-Veranstaltungen zugegen war. Zuletzt referierte Huber beim
Europakongreß der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten"
zum Thema "Islam und Neue Rechte". Die Nachwuchs-Recken waren von
dem
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Vortrag so begeistert, daß er am nächsten Tag in etwas anderer Form
wiederholt werden mußte. Eigenbekunden zufolge wirkt Huber seit 1989
"im Rahmen der Islamischen Bewegung ("Fundamentalisten") als
Vortragsredner in Europa, USA, Canada, Südafrika, Türkei und
Iran."(6)
Der Ex-Journalist Huber war ein enger Vertrauter des Schweizers
Francois Genoud, der seiner Verehrung für Hitler und den
Nationalsozialismus sein Leben lang treu geblieben ist, ebenso dem
Antisemitismus und seinen exzellenten Beziehungen zu
palästinensischen Terroristen und arabischen Extremisten. 1932 traf
er Hitler, lebte zeitweilig im "Deutschen Reich", arbeitete mit dem
deutschen Geheimdienst zusammen und organisierte nach Kriegsende die
Flucht von Nazigrößen. Genoud hatte bis zu seinem Selbstmord 1996
das
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einträgliche Copyright an den Tagebüchern von NS-Propagandaminister
Josef Goebbels inne. Vor Jahren bekannte sich Genoud dazu, daß er
1972 die Entführung einer Boeing 747 der Lufthansa von Dehli nach
Aden durch die terroristische "Volksfront für die Befreiung
Palästinas" (PFLP) mitorganisiert habe. Er unterstützte den
Terroristen Carlos und finanzierte die Verteidigung der Nazis Adolf
Eichmann und Klaus Barbie.(7)
Gemeinsam mit Huber besuchte Genoud den im spanischen Exil lebenden
Leon Degrelle (1906 - 1994), den prominentesten belgischen
Kollaborateur, der bei Kriegsende die belgische
SS-Freiwilligen-Legion "Wallonie" befehligte. Der "Löwe von
Wallonien" war 1944 in Belgien wegen Kollaboration mit dem NS-Regime
und Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tod verurteilt worden und
hatte vom Franco-Regime politisches Asyl erhalten. Degrelle, der
höchstdekorierteste Ausländer (Eichenlaub zum Ritterkreuz), galt in
hiesigen Neonazi-Kreisen als hochverehrte Nazi-Ikone. Neonazis wie
Michael Kühnen und dessen Stellvertreter Thomas Brehl pilgerten zu
ihm nach Madrid. Im Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit" war nach dem
Tod der Nazigröße zu lesen: "Leon Degrelle ist jetzt tot, aber er
gehört ohne Zweifel zu den Unsterblichen."(8)
Im Zuge möglicher Finanztransaktionen von Osama Bin-Laden(9) ist
Huber nun ins Visier der Geheimdienste geraten. Vermutet wird, daß
Gelder von Bin Laden über die Finanzgesellschaft Al Taqwa Management
Organization mit Sitz in Lugano geflossen seien. Zu den
Verwaltungsratsmitgliedern der Firma, die laut dem jüngsten
Handelsregisterauszug in Nada Management Organization SA umbenannt
worden ist, gehört auch Huber. Eigenangaben von Huber zufolge hat
dieser in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch Kaderleute von
Bin
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Laden kennengelernt. Huber feierte die Terrorakte gegen die USA mit
"jungen Patrioten" in einer Kneipe. Die Türme des World Trade Center
waren für ihn "Türme der Gottlosigkeit" und das Pentagon ein "Symbol
des Satans".(10) BEFREIUNGSKRIEG
Die Terrorakte gegen die USA werden von der rechtsextremen Szene
positiv beurteilt und in ihrem Sinne instrumentalisiert.(11)
Den Anfang machte das "Deutsche Kolleg", eine Nachfolgeeinrichtung
des Berliner Leserkreises des Rechtsaußenblattes "Junge Freiheit".
In
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einer Erklärung mit dem sinnigen Titel "Independence Day Live"
werden
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die Terrorakte auf das World Trade Center und das Pentagon als
"Befreiungskrieg" bejubelt. Die "Luftangriffe", so das "Deutsche
Kolleg", "markieren das Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, das
Ende des globalen Kapitalismus und damit das Ende des weltlichen
Jahwe-Kultes, des Mammonismus." Den islamistischen Terroristen wird
die Absolution erteilt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole
der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch
die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den
Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb rechtens."(12)
Presserechtlich Verantwortlicher dieser Zeilen ist das NPD-Mitglied
Horst Mahler. Der einstige RAF-Terrorist ist neben dem NPD-nahen
Reinhold Oberlercher einer der Chefideologen des antisemitischen
"Deutschen Kollegs".
Die Inkarnation des Bösen ist für Mahler und fundamentalistische
Islamisten die "Ostküste". Gemeint ist der Nordosten der USA und vor
allem das multikulturelle New York. Die Ostküste und insbesondere
New
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York stehen in diesen Kreisen als Heimat jüdischer Organisationen
und
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der ebenso verhaßten Wallstreet. "Ostküste" ist das Kampfwort des
metaphorischen Antisemitismus. Es ist die Schnittstelle von
Antisemitismus / Antizionismus und Antiamerikanismus. Das, was mit
"Ostküste" gemeint ist, hat Hitler 1923 seinem Gefolgsmann Rudolf
Heß
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im Gefängnis in Landsberg diktiert: "Juden sind die Regenten der
Börsenkräfte der amerikanischen Union." ("Mein Kampf")
Gefeiert wurden die Terrorakte auch vom neonationalsozialistischen
"Aktionsbüro Norddeutschland", das von einem Angehörigen des
Kameradenkreises um den Hamburger Neonazi Thomas Wulff betrieben
wird: "Am 'schwarzen Dienstag', dem 11.September 2001, bekamen die
USA nun erstmals einen Schluck von der eigenen Medizin verabreicht.
Die Völkermordzentrale 'Pentagon' schwer getroffen, der World Trade
Center ruht in Schutt und Asche - das Symbol der weltweiten
Ausbeutung und Globalisierung ist gefallen!" Die "Deutschen" werden
aufgefordert, sich "nicht verdummen" zu lassen: "Wenn die USA eines
sicher nicht verdient haben, dann ist es Euer Mitleid! Merkt Euch
die
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etablierten Medien und Politiker gut, die gerade jetzt zeigen,
wessen
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fremden Geistes Kind sie sind. Wer sich an die Seite der USA begibt,
steht auf der Seite des internationalen Kapitals, der Multikultur
und
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der Globalisierung - gegen die Freiheit der Völker!"(13)
Jubilarien, die erschüttern und zugleich nicht wirklich verwundern.
Die deutschen Neonazis und ihre politischen Vorposten sympathisieren
Israel als der gemeinsame Feind und der Kampf gegen Imperialismus
und
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Globalisierung, für den insbesondere die USA verantwortlich gemacht
werden.
Unverhohlen wurde bereits 1995 in der in Berlin erscheinenden
holocaustleugnenden und rechtsextremen Zweimonatszeitschrift
"Sleipnir" der "Heilige Krieg" bejubelt. Islamistische Terroristen
wurden als "Helden" gefeiert, die sich "geopfert" haben, um "das
Volk
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vom Sklavenjoch zu befreien." Der "Heilige Krieg" sei heute
"Pflicht". Dem Westen wurde das Recht auf Führung" abgesprochen,
"denn seine Sprüche von Demokratie, Gleichheit, Gerechtigkeit,
Menschenrechten und Sicherheit sind hohl".(14)
Veröffentlicht ist in der "Sleipnir"-Ausgabe auch die Anzeige eines
"Islamischen Verteidigungsrates Europas" (Postfachadresse in
(Mannheim).(15)
Im November 1997 veranstalteten die "Jungen Nationaldemokraten" bei
"Schluß mit dem Wirtschaftsimperialismus der Weltpolizei USA -
Freiheit und Selbstbestimmung auch für das irakische Volk". Ihr
Leitspruch, adaptiert von der Friedensbewegung: "Kein Blut für Öl!".
Im letzten Jahr feierten Neonazis aus Nordrhein-Westfalen die
militanten Übergriffe von Palästinensern auf eine Synagoge am
9.Oktober in Essen als "Reichskristallnachtstimmung": "Am
helllichten
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Tag haben aufgebrachte Palästinenser ... die jüdische Synagoge in
Essen aufgesucht und versucht diese zu demontieren. Mit Steinen,
Flaschen und alles was man zum werfen benutzen kann, ging der Sturm
auf die Synagoge los. Ein paar aufgeschreckte Mitarbeiter der
Syngaoge gelang es zu Ihrem Glück, die Luken dicht zu machen und
sich
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verängstigt zurück zu ziehen. Könnte mir gut vorstellen, das sie
schon an eine gewaltsame Machtübernahme durch nationalrevolutionäre
Kräfte gedacht haben."(16)
Am 14.April 2001 demonstrierten hunderte Neonazis in Jena unter dem
Motto "Für eine Welt freier Völker - Solidarität mit Irak und
Palästina".
Am 27. Februar dieses Jahres rief ein neonationalsozialistischer
Anonymus namens "Mr.X" im Forum der Homepage der Duisburger "Jungen
Nationaldemokraten" zur "Solidarität für Palästina" auf.
Seine Kameraden, deren wahnhafter Antisemitismismus dem des
Judenhasses fanatischer Islamisten nicht nachsteht, machte er auf
eine Homepage namens "www.intifadaonline.com" aufmerksam. O-Ton
"Mr.X": "Man kann dort den Freiheitskampf des von den Zionisten
unterjochten palästinensischen Volkes unterstützen (sogar auch auf
Deutsch)!!!"(17)
Ein paar Mausklicks weiter appellierte die deutschsprachige
Taliban-treue Homepage "www.qoqaz.de" ("Azzam Publications") an alle
Muslime, "am Jihad teilzunehmen", der "Allahs zu Ehren unternommen
wird." Auch im Ausland, so war zu lesen, gelte es, für gottgläubige
Muslime für den Jihad zu trainieren. Denn "die militärische
Ausbildung im Islam" sei "eine Verpflichtung jedes
zurechnungsfähigen, männlichen und gereiften Muslim" - egal, "ob in
einem moslemischen Land oder in einem nicht moslemischen Land
lebend."(18)
Die "qoqaz"-Mailingliste hatte am Tag der Terroranschläge ca. 500
Abonnenten, darunter den 26-jährigen Said Bahaji, den mutmaßlichen
logistischen Kopf der Hamburger Terrorgruppe.
Auf der Abonnentenliste findet sich auch Alfred Dagenbach, Mitglied
im Bundesvorstand und Kreisvorsitzender der REPublikaner im
baden-württembergischen Heilbronn. DEUTSCH-ARABISCHE KOOPERATION
Einer der entschiedensten Befürworter einer deutsch-arabischen
Kooperation ist der Ex-REPublikaner-Vorsitzende Franz Schönhuber. In
der letztjährigen Weihnachtsausgabe der Monatszeitschrift "Nation +
Europa", dem führenden ideenpolitischen Organ bundesdeutscher
Rechtsextremisten unterschiedlichster Couleur, forderte er die
"Patrioten aller Länder" auf, sich "unmißverständlich auf die Seite
der Palästinenser" zu stellen und gegen die "Kolonialmacht Israel"
zu
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stellen.(19)
In der "National-Zeitung", dem Sprachrohr der vom Multimillionär
Gerhard Frey geführten "Deutschen Volksunion" (DVU), erklärte er im
April dieses Jahres: die muslimischen Staaten "könnten unsere
natürlichen Verbündeten im Kampf gegen den israelisch-amerikanischen
Weltherrschaftsanspruch sein."(20)
Eine publizistische Plattform für Kader und Funktionäre
islamistischer und palästinensicher Organisationen bietet seit
Jahren
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das Rechtsaußenblatt "Junge Freiheit".
So zuletzt im August dieses Jahres. Unkommentiert konnte Abdel Aziz
Rantisi, 1987 Mitbegründer der Hamas und heute Sprecher des
politischen Flügels der Hamas im Gaza-Streifen, Israelis als
"Aggressoren, Besatzer, Mörder" beschimpfen.(21)
Abdallah Frangi, Mitglied im Zentralkomitee der Al-Fatah und im
Zentralrat der PLO, der seit 1993 die "Palästinensische
Generaldelegation" in Bonn leitet, verharmloste in der JF die
Intifada und erklärte: "Die Intifada ist nicht gewalttätig".(22)
In der JF findet sich auch der Nachdruck eines Interviews der
ägyptischen Wochenzeitung "Al-Ahram" mit Hassan Nasrallah, dem
Generalsekretär der libanenischen Hizb Allah.(23)
Ebenfalls in der JF plädierte der neurechte Ideologe Robert
Steuckers
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für die Notwendigkeit von "arabisch-muslimischen Allierten", um "auf
dem internationalen politischen Schachbrett handlungsfähig zu
bleiben". Begrüßt wird von ihm der "panarabische Nationalismus", der
sich dem "amerikanischen Imperialismus" widersetze. Ebenso angetan
ist Steuckers von der "Kultur der Gemeinschaften", die sich in den
islamischen Ländern erhalten haben will. Hier will Steuckers
anknüpfen und träumt von der "Wiederherstellung eines
gemeinschaftsorientierten Rechts": "Ein Recht, das sich eher an den
alten Regeln orientiert, in der die Gemeinschaft im Mittelpunkt
steht
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und das den Regeln seiner modernen Derivate, des Individualismus und
des Kollektivismus widersteht."(24)
Allem Anschein nach bleibt es in der unheiligen Allianz von
Rechtsaußen mit islamischen Fundamentalisten nicht nur bei
publizistischen Solidaritätsadressen.
So warnte Paul Spiegel, der Präsident des Zentralrates der Juden,
schon Anfang des Jahres 2001 vor den Gefahren einer Kooperation
neonazistischer und palästinensich-islamistischer Gewalttäter. "Ich
befürchte eine solche Kooperation", sagte er. Wenn dies geschehe,
"dann haben wir ein ganz großes Problem und Anlass zu großer
Sorge".(25)
Eine Schwäche für die islamistischen Gotteskrieger hat der im
November 1997 bei der Einreise nach Israel verhaftete Deutsche
Steven
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Smyrek (Jg. 1971). Der zum Islam übergetretene Smyrek (Abdul Karim)
sollte im Auftrag der pro-iranischen Hizb Allah ein
Selbstmordattentat in Israel durchführen. Schon kurz nach der
Inhaftierung des Hizb Allah-Sympathisanten forderte die deutsche
Neonazi-Knasttruppe "Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige" (HNG) in ihrer Untergrund-Postille
"Nachrichten der HNG" zur Solidarität mit dem islamischen
Gotteskrieger Symrek auf, da sich dieser "in den Fängen der
israelischen Terrorjustiz" befinde.(26)
Smyrek, der in Israel eine zehnjährige Haftstrafe absitzt, soll in
einem Bin-Laden-Lager in Afghanistan ausgebildet worden sein.(27)
Nahezu zeitgleich zu Smyreks Verhaftung riefen führende Funktionäre
der rechtsextremen Szene in Berlin zur Annäherung an die Hamas auf.
So spreche für eine "enge Kooperation ... eine gemeinsame
historische
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Grundlage", wird ein Kader der Berliner Neonazi-Kameradschaften in
der Internet-Ausgabe der neonationalsozialistischen
"Berlin-Brandenburger Zeitung" (BBZ) zitiert.(28)
Autor des Artikels war das BBZ-Redaktionsmitglied Walter Menz vom
Neonazi-Verein "Die Nationalen", der später mit der NPD fusionierte.
"GEMEINSAME HISTORISCHE GRUNDLAGE"
Die "gemeinsame historische Grundlage" - das ist die unheilige
Allianz aus der Zeit Nazi-Deutschlands. Bereits in den 30er und 40er
Jahren hatten Nazis und Araber gemeinsam gegen den
"jüdisch-zionistischen Feind" gekämpft. Treuester Verbündeter der
Nazis im arabischen Raum war damals der Palästinenserführer und
Großmufti von Jerusalem Amin el-Husseini (1895 - 1974), der Onkel
von
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Jassir Arafat, dem heutigen Präsidenten der palästinensischen
Autonomiebehörde.
Husseini, der 1965 Ahmed Huber in der libanesischen Hauptstadt
Beirut
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kennengelernt hat, gilt heute sowohl bei radikalen Palästinensern
als
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auch bei den Neonazis als Held, als ein "Vorkämpfer eines freien
Palästinas", da er die jüdische Einwanderung in das
Vorkriegs-Palästina vehement ablehnte und bekämpfte.
Husseini verbrachte einen Teil des II.Weltkrieges in Berlin und
organisierte mit Hilfe des Reichsführers SS Heinrich Himmler die
Fäden des anti-zionistischen Widerstandes im Nahen Osten. Bei einem
Empfang bei Hitler am 30.November 1941 betonte Husseini: "Die Araber
seien die natürlichen Freunde Deutschlands, da sie die gleichen
Feinde wie Deutschland, nämlich die Engländer, die Juden und die
Kommunisten hätten ... Die Araber erstrebten die Unabhängigkeit und
Einheit Palästinas, Syriens und des Irak und die Beseitigung der
national-jüdischen Heimat".(29)
Husseini hielt sich vor 1945 auch einige Wochen in Bosnien auf und
rekrutierte für Hitler Muslime aus Südosteuropa und Kaukasien zum
Kampf gegen Rußland und gegen Titos Partisanenarmee in der
muslimischen SS-Division "Hanjar" (Schwert). Ebenso kämpften
insgesamt mehr als 6.000 arabische und nordafrikanische Muslime 1943
in Tunesien für Deutschland.
Ein im Juli 2001 enthüllter britischer Geheimdienstbericht
offenbart,
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daß die Nazis mitten im II.Weltkrieg versucht haben, die jüdische
Bevölkerung aus Palästina zu vertreiben. Demnach wollten die Nazis
1944 mit Fallschirmen in dem Gebiet landen und die dort lebende
arabische Bevölkerung mit Waffen ausstatten. Schlüsselfigur in dem
Komplott war Husseini, der damals im Berliner Exil lebte. Der Plan
scheiterte in einem Fiasko. Mehrere Nazis wurden nach der
Fallschirm-Landung entführt und nie wieder gesehen, bzw.
festgenommen.
Nach 1945 bot der Nahe Osten tausenden deutschen
Nazi-Kriegsverbrechern und SS-Angehörigen, bereitwillig
Unterschlupf,
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politischen Schutz und eine neue Arbeitsstätte. Beteiligt waren die
Alt-Recken am Aufbau von Streitkräften, Geheimdiensten und
Folterzentren sowie beim Bau von gegen Israel gerichteten
Vernichtungswaffen. Namentlich zu nennen sind einschlägig bekannte
Veteranen wie SS-Obersturmführer Otto Skorzeny, Hitlers Spezialist
für Sabotage und Geheimaktionen, Generalmajor Otto Ernst Remer, der
den Aufstand gegen Hitler am 20.Juli 1944 niederschlug, und Alois
Brunner, Stellvertreter und persönlicher Sekretär Adolf Eichmanns.
Brunner, einer der Haupttäter des Holocaust, ließ sich in der
syrischen Hauptstadt Damaskus nieder. Besucht wurde er dort vor
Jahren von dem österreichischen Neonazi und Holocaustleugner Gerd
Honsik, der im politischen Exil in Spanien lebt. Brunner ist nach
Auffassung von Honsik "zeit seines Lebens ein anständiger Mann
ge wesen". Stolz ist Honsik auch auf seinen Onkel Amon Goeth, der
einst KZ-Kommandant im Nazi-KZ Plasov bei Krakau ("Schindlers
Liste")
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war. (30)
Kairo als neue Heimat ausgeguckt, hatte sich Johannes von Leers
(1902-1963), Ideologe des NS-Reichspropagandaamtes und zuständig für
"Rassenfragen". Der Verfasser von Büchern wie "Blut und Rasse in der
Gesetzgebung" oder "Wie kam der Jude zum Geld" floh nach 1945
zunächst nach Argentinien (31) und siedelte nach dem Putsch gegen
Peron 1955 nach ?gypten, das seit 1954 unter der Führung von Gamal
Abd el-Nasser stand. Leers bekehrte sich zum Islam und organisierte
als "Amin ben Omar" für die ?gypter die Agitation gegen Israel. Er
war in leitender Funktion im ägyptischen Informationsministerium
tätig. Texte von Leers aus den 50er Jahren werden heute noch in
Neonazi-Postillen nachgedruckt. Stark beeinflußt von Leers ist Ahmed
Huber, der diesen 1964 in Kairo kennenlernte und seit Jahren an
einem
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Buch über Leers arbeitet.
In Kairo ließ sich auch Hans Eisele, vormals berüchtigter KZ-Arzt in
Buchenwald nieder, und praktizierte als Arzt wieder. Als Arzt bei
der
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ägyptischen Polizei half Aribert Heim (geb. 1914 in Österreich),
vormals Lagerarzt in Mauthausen, aus. Nach Heim fahndet immer noch
das baden-württembergische Landeskriminalamt. Er ist nach dem
KZ-Arzt
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Josef Mengele der meistgehaßte Nazi-Arzt, so Simon Wiesenthal. Heim
ist dringend verdächtig, im KZ Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch
Herzinjektionen mit Benzin oder Chlormagnesium ermordet zu haben.
Auch soll er einige hundert Menschen bei vollem Bewußtsein
vorsätzlich getötet haben. In einem Falle hat er nach der Tötung dem
Häftling den Kopf abgenommen, diesen ausgekocht und den präparierten
Schädel auf seinen Schreibtisch aufgestellt.
NEONAZIS IM NAHEN OSTEN
Neben Alt-Nazis stößt man im Nahen Osten auch auf Neonazis.
So siedelte ein Dutzend bundesdeutscher Neonazis der
rechtsterroristischen Wehrsportgruppe Hoffmann nach dem Verbot ihrer
Organisation am 30.Januar 1980 in den Libanon über und nannte sich
fortan "Wehrsportgruppe Ausland". Untergebracht waren die Kameraden
im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut - mit Billigung und
Einverständnis
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von Abu Ijad, damals stellvertretender Leiter der PLO, Gründer und
Anführer der Terrorgruppe "Schwarzer September", die unter anderem
das Münchner Olympiamassaker 1972 verübte.
Der heutige Rechtsextremist und damalige Linksterrorist Mahler
kommentierte 1972 das Massaker mit den Worten: "Die mutige
Kommandoaktion
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der Opferbereiten des 'Schwarzen September' gegen die israelische
Olympiamannschaft im besonderen und gegen die Olym
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piade als imperialistische KdF-Show im allgemeinen ist vollendeter
Ausdruck" einer "strategischen Linie.". Weiter schwadronierte er von
einer
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"Symbiose von Zionismus und Imperialismus".(32)
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Angehöriger der "WSG Ausland" war u.a. Uwe Mainka. Im Personalbogen
der Neonazi-Truppe "Nationalistische Front" (NF), der er später
angehörte, hielt er in der Rubrik "Politische Auslandskontakte"
"Hisbolla und Amal im Libanon". Als "besondere Fähigkeiten" nannte
er: "Militärische Ausbildung unter realen Bedingungen im
Libanon."(33)
Nahezu zeitgleich unterhielt der Rechtsterrorist Odfried Hepp enge
Kontakte zur "Palestine Liberation Front" (PLF) unter Abul Abbas.
Hepp, der für die PLF hauptsächlich in Südeuropa und Frankreich
operierte, wurde 1985 vom französischen Abwehrdienst DST bei der
Aushebung eines Waffenversteckes dieser palästinensischen
Terror-Organisation verhaftet.
HOLOCAUSTLEUGNER
Ein elementares Bindeglied zwischen deutschsprachigen
Rechtsextremisten und Arabern ist der Revisionismus. Viele Araber,
darunter gar auch Staaten wie Syrien, sind der Meinung, Hitlers
industriell betriebene Massenvernichtung der Juden sei ein "Mythos",
den die Israelis u.a. deshalb erfunden hätten, um ihren Zugriff auf
arabisches Land in Palästina zu rechtfertigen. In einem Leitartikel
der syrischen Regierungszeitung wurde gar der Holocaust als
"Erfindung" der Juden bezeichnet, "um die Welt auszurauben."(34)
Holocaustleugnende Hetze gab es am 25. August 1997 beim Radio der
palästinensischen Selbstverwaltung (PAT) zu hören. Ein Interview mit
dem palästinensischen Autor Hassan al-Agha wurde vorab mit den
Worten
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anmoderiert: "Es ist wohlbekannt, daß die Juden jedes Jahr
übertreiben, was ihnen die Nazis angetan haben. Sie behaupten, daß 6
Millionen ermordet wurden, aber exakte wissenschaftliche
Untersuchungen beweisen, daß es nicht mehr als 400.000 waren."(35)
IRAN
Im Iran hat im letzten Jahr der Schweizer Holocaustleugner Jürgen
Graf Zuflucht gefunden. Graf war in der Schweiz zu einer
15-monatigen
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Haftstrafe ohne Bewährung sowie 8.000 Franken Geldbuße verurteilt
worden, der er sich durch seine Flucht entzog. In seinem Buch "KL
Majdanek. Eine historische und technische Studie" hatte Graf
bestritten, dass es in Majdanek zu Massenmorden an Juden durch
Vergasung und Erschießung gekommen sei.
Zugegen bei Grafs Prozeß war Ahmed Huber.
Graf leitet - das Internet macht's möglich - vom Iran aus die
Fremdsprachenredaktion der "Vierteljahrshefte für freie
Geschichtsforschung" (VffG), das zentrale Sprachrohr
deutschsprachiger Holocaustleugner. Herausgeber der VffG ist der
Verlag "Castle Hill Publishers" (letzter Sitz: Hastings, England),
der von dem bundesdeutschen Holocaust-Leugner Germar Rudolf geführt
wird. Auch Rudolf hat sich einer drohenden Haftstrafe in der
Bundesrepublik entzogen und sich nach England abgesetzt.
Zwischenzeitlich soll sich der einstige Mitarbeiter der "Jungen
Freiheit" in Mexiko aufhalten.
Von Teheran aus organisierte Graf, der weiterhin der von ihm
mitgegründeten holocaustleugnenden Schweizer Organisation "Verité et
Justice" angehört, in Kooperation mit dem in Kalifornien ansässigen
"Institute for Historical Review" (IHR; einem "Sammelbecken für
Holocaust-Leugner, Neonazis, Deutschlandfanatiker, rechtsgerichtete
Extremisten, Antisemiten, Rassisten und Verschwörungstheoretiker"
-Deborah E.Lipstadt), eine Konferenz für Holocaustleugnern aus der
ganzen Welt. Doch die für den 3.April dieses Jahres in Beirut
geplante Konferenz wurde in letzter Minute vom libanesischen
Regierungschef verboten.
Als Stargast der Veranstaltung war Horst Mahler geladen, der nach
dem
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Verbot seinen geplanten Vortrag mit dem Titel "Endlösung der
Judenfrage" online ins Internet setzte.
Gern gesehen im Iran ist auch der in Schweden lebende
Holocaustleugner Ahmed Rami. Rami gilt als das Bindeglied zwischen
europäischen und arabischen Holocaustleugnern. Der gebürtige
Marokkaner hielt sich auf Einladung der iranischen Radio-und
Fernsehanstalten im Sommer 1999 zu einer Vortragsreise in Teheran
auf. Vor Ort traf er mit dem Direktor der iranischen Radio-und
TV-Sender zusammen. Seine Vortragsthemen waren, so das Organ der
österreichischen Holocaust-Leugner, "Phoenix",
"Holocaust-Revisionismus und wie die Israellobbys mit den von ihnen
kontrollierten Medien aus den Holocaust-Geschichten ihre Weltmacht
gewannen und jetzt damit die Welt kontrollierten." Thematisiert
wurde
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von Rami bei dessen Auftritten auch das "Quälen des Märtyrers für
Deutschland und die Menschenrechte, Günter Deckert"
(Ex-NPD-Bundesvorsitzender), der bis Oktober 2000 eine mehrjährige
Haftstrafe wegen Volksverhetzung im baden-württembergischen Bruchsal
verbüßte.(36)
Zeitweilig war Rami auch Europakorrespondent für die auflagenstarke
arabische Tageszeitung "Al Shaab" ("Das Volk"). Eingeführt wurde
Rami
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den LeserInnen als "ungebeugter antizionistischer
Widerstandskämpfer", der an die Sache der "islamischen Bewegung"
glaube. Für "Al Shaab" interviewte Rami u.a. den deutschen Altnazi
Otto-Ernst Remer ("Freund der arabischen Völker"), einen notorischen
Holocaustleugner und zeitweiligen Militärberater von Nasser.(37)
Rami, der von einer "westlichen Intifada gegen die Judenherrschaft"
träumt,(38) plante 1992 einen internationalen Kongresses von
Holocaustleugnern in Schweden. Auf der Einladungsliste standen u.a.
Hamas und Hizb Allah. Sie alle sind sich mit Rami einig: "Man kann
sagen, daß das organisierte Weltjudentum der einzige Gewinner des
2.Weltkrieges ist. ... Das organisierte Weltjudentum erlangte durch
Auschwitz eine nie dagewesene Freiheit zur unkontrollierten
Machtentfaltung. Heute sitzen Juden an allen wichtigen Schalthebeln
der Macht in den USA"(39)
Regelmäßiges Rederecht haben notorische Holocaustleugner bei dem in
der iranischen Hauptstadt Teheran stationierten Rundfunksender
"Radio
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Teheran". In einschlägigen Kreisen ist er als Sprachrohr der
Internationale der Holocaustleugner hinreichend bekannt.
Interviewpartner von "Radio Iran" waren bisher u.a. der deutsche
Rechtsextremist Roland Bohlinger, Robert Faurisson (Frankreich),
David Irving (England), Ingrid Rimland (USA), Ernst Zündel (Kanada),
Gerd Honsik (Spanien) und der Australier Fredrick Toben, ein
gebürtiger Deutscher, der sich im Dezember 1999 in Teheran aufhielt.
Neben einem Rundfunkinterview gab Toben Presseinterviews und
referierte an Universitäten.
Iran-Kontakte hat auch der österreichische Holocaustleugner Wolfgang
Fröhlich. Dieser entzog sich im April 2000 der Verhaftung durch die
österreichische Polizei und suchte Eigenangaben zufolge in der
iranischen Botschaft in Wien um politisches Asyl nach. Fröhlich,
gegen den in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wird,
ist
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seit seinem Abtauchen in die iranische Botschaft in Wien wie vom
Boden verschluckt. Der knasterfahrene Fröhlich, Ex-FPÖ-Bezirksrat,
war als Zeuge für Graf bei dessen Prozess aufgetreten und hatte dort
Massenvergasungen mit Zyklon-B als "technisch" nicht möglich
bezeichnete.
Ebenfalls Iran-Kontakte pflegt der bundesdeutsche Esoterik-Starautor
Jan van Helsing (= Jan Udo Holey), dessen esoterisches Weltbild von
rechtsextremistischer Ideologie, gespickt mit Antisemitismus sowie
wüstesten Verschwörungsszenarien, geprägt ist. Nach dem Verbot
seines
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2-bändigen antisemitisches Werkes "Geheimgesellschaften" in der
Bundesrepublik wurde er Eigenangaben zufolge in die iranische
Botschaft nach Bonn eingeladen. Vier Stunden will Helsing dort mit
einem führenden Diplomaten geredet haben. Helsingsche Machwerke
vertreibt auch der NPD-Verlag "Deutsche Stimme".
IRAK
Ende der 90er Jahre fanden sich in rechtsextremen Gazetten in der
Bundesrepublik und Österreich Anzeigen mit dem Titel "SOS Irak!
Hilfe
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für die Opfer des US-Embargos!" oder auch "New World Order. Stoppt
den Völkermord im Irak!".(40)
Die Initiatoren von "SOS Irak" (2001 bisher öffentlich nicht in
Erscheinung getreten) sind einschlägig bekannte Rechtsextremisten
aus
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der Bundesrepublik und Österreich; der bekannteste unter ihnen ist
Franz Schönhuber.
In den Anzeigen wurden die braunen Kameraden aufgerufen, Geld-u.
Sachspenden für die Bevölkerung im Irak zu entrichten: "Wer jetzt
hilft, hilft doppelt! Stoppen wir den Völkermord! Zeigen wir, daß
die
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deutsche Patrioten der Vernichtungspolitik der imperialistischen
Mächte nicht tatenlos zusehen werden!"
Unter dem Banner der Solidarität mit dem Irak wurde in den Anzeigen
kräftig gegen die in rechtsextremen Kreisen verhaßte "westliche
Wertegemeinschaft" gehetzt: "Wo bleibt der Prozeß vor einem
internationalen Tribunal gegen die herrschenden Machteliten der USA,
die derzeit die größte und mächtigste kriminelle Vereinigung der
Welt
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bilden, oder gegen ihre Marionetten in den europäischen
Regierungsetagen?"(41)
Vorbild der "SOS Irak"-Initiatoren ist die französische Organisation
"S.O.S. Enfants d'Irak" von Jany Le Pen, der Ehefrau des "Front
National"-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen. Dieser hielt sich im Mai
1996 selbst zu "humanitären Zwecken" in Bagdad auf. Sichtlich stolz
-wie auf Fotos zu sehen ist, schüttelte er dem Giftgas-Mörder Saddam
Hussein die Hand.
Als "Koordinator" von "SOS Irak" und Zuständiger für die
"logistische
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Abwicklung" trat der irakische Kaufmann Abdul Jebara in Erscheinung.
Der 1941 in Bagdad geborene Jebara, der Eigenbekunden zufolge den
FPÖ-Matador Jörg Haider "recht gut" kennt, lebt in Österreich und
ist
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dort angeblich als Import-Export-Unternehmer für Maschinen und
Kraftfahrzeuge zugange. Daß Jebara Kontakte zu deutschsprachigen
Rechtsextremisten unterhält, konnte man erstmals 1999 der
rechtsextremen Zeitschrift "Opposition" entnehmen. In einem
Interview
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mit dem Blatt betonte er: "Ich glaube, daß die Menschenrechte im
Irak
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mehr respektiert werden als in Europa oder Amerika." Über die
Situation in bundesdeutschen Gefängnissen verkündete Jebara: "Dort
werden Menschen schlimmer als Tiere behandelt. Dort werden Menschen
seelisch vernichtet. Jeder Mensch, der bei Euch in Deutschland
hinter
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Gefängnismauern landet, ist nicht mehr als eine Akte, eine Nummer,
kein Mensch mehr."(42)
Spektakuläre Schlagzeilen lieferte Jebara Ende der 80er Jahre in der
Bundesrepublik, wo er 29 Jahre lang lebte. 1988 wurde er wegen
illegaler Waffengeschäfte zu 6 1/2 Jahren Haft verurteilt. Im August
1990 ereilte Jebara überraschend die Entlassung und eine
Ausweisverfügung wurde erteilt. Damals rühmte sich Jebara" ein
"enger
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Freund" von Hussein zu sein. Pressemeldungen zufolge war Jebara in
den 70er und 80er Jahren der zentrale Verbindungsmann zwischen
Geheimdienst und Regierung in Bagdad auf der einen und BND und
anderen BRD-Behörden auf der anderen Seite. Engagiert war Jebara
auch
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bei der Vermittlung von Militärelektronik-Lieferungen an den Iran.
Die Lieferungen waren vom BND über die Münchner Firma Telemit
abgewickelt worden. Ebenso ist Jebara bei Gesprächen auf höchster
diplomatischer Ebene zugegen gewesen. Bei Treffen zwischen dem
damaligen BND-Chef Klaus Kinkel, dem späteren Außenminister, und dem
irakischen Innenminister, fungierte Jebara als Dolmetscher.
Der Irak ist für die Neonazi-Szene schon seit langem ein beliebtes
Solidaritätsobjekt.
So wollte 1991 der damalige Neonazi-Führer Michael Kühnen nach
Absprachen mit der irakischen Regierung eine internationale
Freiwilligeneinheit unter der Bezeichnung "Die Legion" aufstellen -
angelehnt an Hitlers "Legion Condor" im Spanischen Bürgerkrieg.
Diese
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sollte Hussein im Golfkrieg militärisch unterstützen. Ausgehandelt
hatte Kühnen, der als politischer und militärischer Leiter der
"Legion" vorgesehen war, daß seine Neonazi-Kämpfer neben einem
monatlichen Sold in Höhe von 3.000 Mark in irakischen Uniformen mit
eigenem Hoheitszeichen hätten auftreten sollen. Doch Kühnens
überraschender Aids-Tod vereitelte den Neonazi-Einsatz im Irak.
Kühnens einstige Weggefährten verfassen bis in die heutige Zeit
Im Dezember 1998 teilte der Berliner Neonazi Arnulf-Winfried Priem
Hussein mit: "Wir wünschen uns aus vollstem Herzen, daß ihr Land
letztendlich ein ähnlicher 'Erfolg' für die Dollarimperialisten wird
wie es Vietnam war!"(43)
Im gleichen Monat tönte der einstige Kühnen-Stellvertreter Thomas
Brehl in einem Schreiben an die irakische Botschaft in Bonn: Hussein
ist ein "genialer Führer". Brehl wünscht Hussein "bei dieser
weltgeschichtlichen Auseinandersetzung viel Glück und Erfolg".(44)
Ihre Solidarität mit dem Irak zeigt die Neonazi-Szene auch
regelmäßig
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bei ihren Aufmärschen. Im Januar 1999 demonstrierten Neonazis in
Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) unter dem Motto "Gegen
Bombenterror und US-amerikanische Kriegstreiberei! Für ein
souveränes
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Irak!". Ebenso im Dezember 1998 in Hamburg. Im Mai 2001 berichtete
die NPD-Postille "Deutsche Stimme" über eine Neonazi-Demo, die am
14.April 2001 in Jena unter dem Motto "Für eine Welt freier Völker!
Solidarität mit Palästina und dem Irak!" stattfand. Zu den
Unterstützern der Demo zählten neben der NPD als Veranstalter die
Neonazi-Truppe "Thüringer Heimatschutz", die "Initiative IDM -
Musiker gegen den Zeitgeist" und die "Interessengemeinschaft
"Deutsch/Arabische Freundschaft Berlin".
VERFASSUNGSSCHUTZ IST UNEINS
Seit dem 11.September 2001 haben Neonazis mehrfach auf
Demonstrationen Solidarität mit Palästina" bekundet. So fand am
15.September in Frankfurt/Oder eine Demonstration statt, an der ca.
100 Neonazis teilnahmen. Zahlreiche Neonazis trugen demonstrativ
Palästinensertücher um den Hals. Auf der Abschlusskundgebung sprach
der Neonazi-Führer Christian Worch und setzte mögliche
Vergeltungsmaßnahmen der USA für die Angriffe auf New York und
Washington mit Völkermord gleich und forderte die Bundesregierung
auf, sich nicht am "totalen, globalen Krieg" zu beteiligen.
Wenige Tage später konnte unter den Augen der Polizei Mario Schulz,
NPD-Kreisvorsitzender im brandenburgischen Ostprignitz-Ruppin, in
Neuruppin eine us-amerikanische Fahne verbrennen. "So sieht es aus,
das Zeichen des Terrors", rief Schulz während einer Demonstration
der
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NPD-Tarnorganisation "Aktionsgemeinschaft für Frieden und
Selbstbestimmung". Auf dem Marsch durch die Innenstadt von Neuruppin
skandierten die ca. 100 NPD-Anhänger Parolen wie "Solidarität mit
Palästina" und "USA, internationale Völkermordzentrale".(45)
Trotz der offenkundigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen
deutschsprachigen Neonazis und fundamentalistischen Islamisten sind
sich die deutschen Verfassungsschützer in ihrer Einschätzung
uneinig.
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So meinte im Dezember 2000 Heiner Wegesin, Leiter des
Verfassungsschutzes Brandenburg, gegenüber dem ZDF, man habe im
Hamas-Umfeld aber auch anderer Organisationen "keinerlei Scheu
mehr",
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auf "Veranstaltungen der vornehmlich unorganisierten,
rechtsextremistischen Szene aufzutreten". Prompt widersprach in der
"Süddeutschen Zeitung" Herbert Müller, Islamismusexperte beim
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, seinem Kollegen: "Ich halte die
These für gewagt. Ich suche seit Jahren nach Verflechtungen, aber
ich
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habe sie nicht gefunden. Zwar seien die Ideologien deckungsgleich -
Leugnung des Holocaust, Judenhass, Angst vor Fremden. Doch
funktionieren Begegnungen von Islamisten und Rechten nur, solange
hinterher jeder brav zu sich nach Hause zurückkehrt."(46)
Erstveröffentlicht in: "TRIBÜNE . Zeitschrift zum Verständnis des
Judentums", Heft 160, 4. Quartal, S.218 - S.232, 2001
http://www.tribuene-verlag.de
1. zit. n. Konkret, 12/2000, S.18
2. Neben Jubel wird in Neonazi-Kreisen auch Verschwörungstheorien
huldigendes Gedankengut verbreitet; demnach sei gar der israelische
Geheimdienst Drahtzieher der Attentate. So verabschiedete die
NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN)
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auf ihrem 30. ordentlichen Bundeskongress am 22.September 2001 in
Neustadt-Glewe ein Positionspapier zum "Amerika-Attentat". Darin
orakelt
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die
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JN, "daß es sich bei den Anschlägen in den USA um eine strategische
Operation westlicher und israelitischer G
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eheimdienste handeln könnte, und zwar mit dem Ziel, in einer für
israelische und US-amerikanische Hegemonialbestrebungen kritischen
Phase
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die
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uneingeschränkte militärische Überlegenheit der US-Streitkräfte voll
zur
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Geltung zu bringen." http://www.die-ko
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mmenden.net/dk/prsse/01/jn_25_09.htm
3. zit. n. Skorzeny, Otto: Meine Kommandounternehmen. München
1976,
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S.150
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4. http://www.zeit.de/2001/66/Politik/20016_s-hitler_new_yor.html
5. Der Pierce-Roman ist auch in deutscher Sprache auf der
Homepage
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der
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"National Alliance" abufbar.
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6. Interview mit Huber. In: "Der Morgenstern. Sprachrohr der
NationalenInitiative Schweiz", 1/1998, S.12
Francois Genoud. Zürich 1996
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8. Tronckaert, Denis: Zum Tode von Leon Degrelle. In: "Junge
Freiheit",
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17/1994
Post by Martin Blumentritt
9. Die in Österreich bekannteste rechtsextreme Homepage "Wiener
Nachrichten Online" (wno) veröffentlichte in deutscher Sprache Ende
September 2001 ein Schreiben von Bin-Laden (24.September) an das "Volk
von
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Pakistan", das von der Nachrichtenagentur A
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l Jazeera in Kabul verbreitet wurde. Darin ruft Bin-Laden zum "Kampf
des
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Islams gegen den geplanten jüdisch-christlichen Kreuzzug in Pakistan
und
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Afghanistan" auf. Bin-Laden appelliert an alle "moslemischen Brüder"
in
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Pakistan, "alles zu unternehmen, um
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der Invasion der amerikanischen Kreuzritter" zu widerstehen: "Wir
bitten
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Allah, uns über die Ungläubigen und Unterdrücker der Moslems siegen zu
lassen und die neue jüdisch-christliche Kreuzzugs-Kampagne gegen
Pakistan
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und Afghanistan abzuwehren." wno-D
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omaininhaber ist ein "Walter Zetthofer" in Wien.
http://www.wno.org/newpages/chr59.html
Post by Martin Blumentritt
10. Enttarnt! Bin Ladens Schweizer Freunde. In: Blick (Schweiz)
vom
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Post by Kurt Knoll
16.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
11. Eine eigenwillige Interpretation der Terrorakte bietet der
international agierende Papst der Holocaustleugner David Irving: "The
simple
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three line version of the horror is this: fanatical Muslim terrorists
crash
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planes into the World trade Center,
Post by Martin Blumentritt
as a symbolic centre of Jewish international finance, killing
thousands,
Post by Sharky
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to punish the United States for their blind support of Nazi Israel's
occupation of Palestine."
http://www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/RadDi130901.html
Post by Martin Blumentritt
12.
http://www.deutsches-reich.de/deutscheskolleg/independence.html
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
13. Pressemitteilung vom 12. September 2001
14. Said, Mohammed: Der Heilige Krieg. In: "Sleipnir", 4/1995,
S.1 -
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
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S.3.
Post by Martin Blumentritt
15. a.a.O., S.21
16.
http://www.front14.org/frontmann/fn-nwr/aktuell/akt09102000.htm
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
17. http://f17.parsimony.net/forum30378/messages/1175.htm
18. http://www.qoqaz.de/html/articlesjihadtrain.htm
19. Schönhuber, Franz: Weltweiter Kampf. In: "Nation + Europa",
11-12/2000, S.43
"National-Zeitung", 16/2001, S.9
Post by Martin Blumentritt
21. "Junge Freiheit", 34/2001, S.3
22. "Junge Freiheit" 48/2000, S.3
23. "Junge Freiheit", 38/1995, S.6
24. Steuckers, Robert: Islam und Europa - Verbündete? In: "Junge
Freiheit" 4/1996, S.13
Tagesspiegel
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Post by Kurt Knoll
vom
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Post by Kurt Knoll
8. Januar 2001
Post by Martin Blumentritt
26. HNG-Nachrichten, 1/1999, S.14
27. Bild am Sonntag v. 30.September 2001, S.5
28. http://BBZeitung.com
29. zit.n. Nationale für deutsch-palästinensische Freundschaft.
"Informationsdienst" der "Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter
Sozialdemokraten", 1/1998, S.13
Post by Martin Blumentritt
30. Honsik, Gerd: Freispruch für Hitlerü 36 ungehörte Zeugen wider
die
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Gaskammer. Wien 1988, S.20. vgl. zu Alois Brunner: Hafner, Georg /
Schapira,
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Esther: Die Akte Alois Brunner. Warum einer der größten Naziverbrecher
noch
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immer auf freiem Fuß ist. F
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rankfurt 2000
31. Die Flucht von Johannes von Leers hatte der dänische
Waffen-SS-Freiwillige Vagner Kristensen organisiert. Kristenen lebt
heute
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im
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baden-württembergischen Rastatt und publizierte noch bis in die
jüngste
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Zeit
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in Waffen-SS-treuen Postillen wie "Der F
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reiwillige" und "Die Kameradschaft".
32. Aufzeichnung der Mahler-Erklärung zum Prozessbeginn am
9.Oktober
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1972, herausgegeben von der Roten Hilfe - Hamburg, Oktober 1972
Post by Martin Blumentritt
33. Privatarchiv Friedrich Klein
34. Jad Vaschem kritisch gesehen. In: Berliner Zeitung v. 1.
Februar
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2000
Post by Martin Blumentritt
35. zit. n. "Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung",
4/1997,
Post by Sharky
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S.303
Post by Martin Blumentritt
36. Ahmed Rami zu offiziellem Besuch in Teheran. In: "Phoenix",
4/1999,
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
S.12
Post by Martin Blumentritt
37. Kamal, Yassir (Hg.): Das Remer-Interview in Alshaab. Barcelona
/
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Spanien 1993
Post by Martin Blumentritt
38. Brief von Rami an Robert Faurisson, Symbolfigur des
französischen
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Revisio nismus, vom 28. April 1991
Post by Martin Blumentritt
39. Interview mit Rami. In: "Deutschland Report" 4/1995, S.6
40. Z.B. in der rechtsextremen Zweimonatszeitschrift "Opposition",
1/1999, S.17
Post by Martin Blumentritt
41. ebd.
42. Interview mit Jebara. In: Opposition 1/99, a.a.O., S.8 - S.13
43. Privatarchiv Maegerle
44. Privatarchiv Maegerle
45. Funktionär der NPD verbrennt USA-Fahne. In: Berliner Zeitung
v.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
24.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
September 2001
Post by Martin Blumentritt
46. Rechtsradikale mit Islamisten vernetzt. In: Süddeutsche
Zeitung
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
v.
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
7. Dezember 2000
Post by Martin Blumentritt
Friedrich Paul Heller: Der Kampf gegen die "Ostküste", 2001
NS-Archiv: Der Großmufti von Jerusalem beim Führer
Joseph Katz: Muftism and Nazism: World War II Collaboration
Documents
Post by Sharky
Post by Kurt Knoll
Post by Martin Blumentritt
mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/
"Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer"(Hosea 6.6)
Frank Bügel
2005-08-26 21:01:44 UTC
Permalink
Post by Sharky
Spiel das mit deinen Wärtern: die werden dafür bezahlt.
Die einzigen Wärter, die ich hier habe, sind die Kellner, und die schauen immer
gut auf mich, solange ich Geld habe. Wenn ich eine Frau wäre und gut aussehen
würde, kann ich dieses ja auch abarbeiten. Ja, sharky ist der Name für einen
Haifisch. Du schaust aber mehr wie ein Geißbock aus. Sei einmal sehr
vorsichtig, dass du dich nicht selber vollbrunzt, denn ich kann dich ja jetzt
deinen Gestank schon riechen.
Kurt, wie der dumm pöbelnde "sharky" auch immer ausschaut (sicher
hakennasig), der Deutsche kennt Recht und Ordnung, auch, was die Form
seiner Beiträge angeht.

Könntest Du nicht den Vorbeitrag, zumindest in Teilen, löschen, damit man
*nicht soviel Datenmüll* abladen muß?

Die Beiträge lassen sich nicht nur besser lesen, wenn eine bestimmte Form
gewahrt bleibt. Sie sehen auch ansprechender aus.

(...)

MfG Frank
A.M.G.
2005-08-26 22:17:04 UTC
Permalink
Post by Frank Bügel
Könntest Du nicht den Vorbeitrag, zumindest in Teilen, löschen, damit man
*nicht soviel Datenmüll* abladen muß?
Die Beiträge lassen sich nicht nur besser lesen, wenn eine bestimmte Form
gewahrt bleibt. Sie sehen auch ansprechender aus.
(...)
MfG Frank
Du weißt doch, der Bursche macht das absichtlich, um Dich zu ärgern!

MfG Anna
Frank Bügel
2005-08-26 22:27:07 UTC
Permalink
"Frank Bügel" schrieb
Post by Frank Bügel
Könntest Du nicht den Vorbeitrag, zumindest in Teilen, löschen, damit man
*nicht soviel Datenmüll* abladen muß?
Die Beiträge lassen sich nicht nur besser lesen, wenn eine bestimmte Form
gewahrt bleibt. Sie sehen auch ansprechender aus.
Du weißt doch, der Bursche macht das absichtlich, um Dich zu ärgern!
So persönlich nehme ich das nun wieder nicht....

Es ist aber eine amerikanische Unsitte, unter "full-quote" zu antworten
oder aber Teile des Vorbeitrages unter dem eigenen Text nicht wegzulöschen.

Da wollte ich an Kurts deutsche Tugenden appelieren; beim "sharky" sind
solche Tugenden sicher objektiv nicht vorhanden.

MfG Frank
Joerg Frommhold
2005-08-26 18:02:58 UTC
Permalink
Post by Faith Healer
Post by Martin Blumentritt
am 24.08.05 um 13:40 in /de/soc/politik/misc
Post by Faith Healer
Post by Martin Blumentritt
Die Deutschen waren im Übrigen nicht Opfer, sondern die Täter. Und
daher waren auch die deutschen Kinder Opfer der Deutschen, da auch
die Folgen des Verbrecherregimes diesem und nicht die, die es
beendeten zuzuschreiben sind. Daher gibt es keine deutschen Opfer,
sondern nur Opfer der Deutschen.
Hoch lebe die Sippenhaft!!!
Deiner etwas kruden Denke zur Folge, sind die Opfer vom 11. 09. 2001
keine
Post by Martin Blumentritt
Post by Faith Healer
amerikanischen Opfer, sondern Opfer der Amerikaner.
Da würde ich Dir voll zustimmen!
[...]
Post by Martin Blumentritt
...., genauer des Islamfaschismus
Du benutzt hier einen Begriff, der völlig daneben liegt und deine politische
Unreife
dokumentiert! Du denunzierst und solltest statt dessen mal den Begriff
faktenreich definieren!
^^^^^^^^^^^

Bloß nicht, der versteht das wieder verkehrt und bringt mindestens
10 KB sinnleeren Müll.
Post by Faith Healer
Aber dazu kannst du nicht in der Lage sein, genau so wenig wie der
Unwortverbreiter Joffe
Post by Martin Blumentritt
der Muslimbrüderschaften, die Ableger nationalsozialistischen Wahns
de 30er Jahre des 20. Jh. sind
Du strotzt vor Unkenntnis!
Seit wann sind das Ableger der Nazis?
Hast Du noch nichts von Blumentritt gelesen? Der lebt in einer
Wahnwelt, die mit der Wirklichkeit kaum noch was zu tun hat.
(nach neuesten Bereicht der Stiftung Warentest haben viele Brillenträger
Zitat "Warnehmungsverzerrungen", naja, und bei den Aschenbechern, die der
auf seiner Nase trägt...)
Post by Faith Healer
Post by Martin Blumentritt
und damals schon mit den deutschen
Nazis zusammenarbeiteten.
Und später wurden sie von Isreal unterstützt, na und.
Post by Faith Healer
Hadsch Mohammed Amin al- Husseini und seine paar Männeken machst du zu einer
Nazi- Organisation?
Die jetzigen Ableger und Anhänger, seiner in Europa für den WK II
aufgestellten, bosnisch- islamischen Wehrmachtseinheiten und SS- Divisionen,
kannst du getrost mit den Amerikanern
in Zusammenhang bringen. Siehe Kosovo und UCK!
Post by Martin Blumentritt
Die Ursache des Terrors ist ausschließlich
eine nationalsozialistische Weltanschaung, Antiamerikanismus und
Antizionismus.
Islam und Nationalsozialismus verquicken nur die gutmenschelnden Anti-
Deutschen auf Grund ihrer sinnentleerten Zionismus- Propaganda.
Post by Martin Blumentritt
Die USA hat keinerlei Verantwortung für oder Schuld an den
Taten der Islamfaschisten.
Da hast du recht, weil es per Definition keinen Islamfaschismus gibt!
Es sei denn, man heißt Blumentritt oder Joffe und hat geschwollene
Fingerkuppen vom _ aus den Fingern saugen_.
F. H.
Gerald Gruner
2005-08-28 11:36:51 UTC
Permalink
Martin Blumentritt schrieb am 24 Aug 2005:

[Opfer des Anschlags auf das WTC]
Post by Martin Blumentritt
Sie sind Opfer des Nationalsozialismus, genauer des Islamfaschismus
der Muslimbrüderschaften, die Ableger nationalsozialistischen Wahns
de 30er Jahre des 20. Jh. sind und damals schon mit den deutschen
Nazis zusammenarbeiteten. Die Ursache des Terrors ist ausschließlich
eine nationalsozialistische Weltanschaung, Antiamerikanismus und
Antizionismus. Die USA hat keinerlei Verantwortung für oder Schuld an den
Taten der Islamfaschisten.
Wow, du zeigst dich ja immer wieder als knallharter Rassist, aber das
ist hart. Jetzt verbiegst du sogar den Islamismus und den heutigen
Terror auf den Nationalsozialismus.
Gibt es IYO irgendetwas, an dem Hitler und /die/ Deutschen keine
Alleinschuld haben?



MfG
Gerald
--
"Nudelgott" oder US-Fundamentalisten beim Wort gepackt:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,370849,00.html
Open letter to Kansas School Board:
http://www.venganza.org/
hacedeca
2005-08-24 11:47:55 UTC
Permalink
Post by Martin Blumentritt
Und der ist zufällig. Wird das Kind in den USA geboren, ist es
Amerikaner, weil da nicht der völkische Nationalismus jus sanguinis
herrscht, sondern jus soli.
Wenn ein Kind deutscher Eltern in Amerika geboren wird, dann wird ihm
genetisch jenes Erbe tradiert, das sich durch die lange Anwesenheit der
Vorfahren auf deutschem Boden und in deutscher Kultur bildete.

Das Blut, wie man früher sagte, die genetischen Anlagen, wie man heute
meint, ist kein Zufall. So wird oft von philosemitischen Kreisen behauptet,
daß europäischstämmige Juden besonders intelligent seien. Dies wird dann
regelmäßig darauf zurückgeführt, daß Juden die Verstandeskräfte bevorzugende
Berufe wählen mussten, weil ihnen anderes verboten war, was zudem angeblich
dadurch verstärkt wurde, daß sie im Rahmen ihrer Religion schon frühzeitig
alphabetisiert, sich eh zu eher intellektuellen Tätigkeiten hingezogen
fühlten. Ihre helle Haut, ihr unterstellter Intellekt und ihre Hinneigung
zur Schicht der Intelligenz sind also nicht zufällig, sondern Ergebnis von
Geschichte, Geographie und Kultur.

Selbige Argumentation ist ebenfalls für Deutsche zulässig. Auch ihre
genetischen Anlagen sind durch Geschichte, Geographie und Kultur geprägt.

Viele Wirrnisse der multikulturellen Gesellschaft entstehen gerade dadurch,
daß man dieses Erbe leugnet. Man übersieht z.B. regelmäßig, daß das Kopftuch
und alles was es symbolhaft verkörpert, wesentlich älter ist als der Islam
und damit Ausdruck jahrtausendealter Prägung, die sich selbstverständlich in
den genetischen Anlagen wiederfinden muß.

Daß Haar- und Hautfarbe das Ergebnis von Umweltanpassungen sein sollen, wird
von allen modernen Evolutionstheoretikern vehement behauptet. Typische
Mentalitäten, Ausmaße von Temperament und Neigungen, kurzum: psychische
Eigenschaften dagegen sollen angeblich frei wählbar sein. Dies ist, mit
Verlaub, Blödsinn. Es ist deshalb schade, daß das bahnbrechende Werk des
bedeutenden Psychiaters C.G. Jung, der ja ein genetisch tradiertes
kollektives Unbewußtes schon vor 70 Jahren diagnostizierte, ob der Irrungen
der Nazis nicht weiter verfolgt werden darf.
Martin Blumentritt
2005-08-24 00:00:00 UTC
Permalink
hacedeca (***@zedat.fu-berlin.de) schrieb
am 24.08.05 um 13:47 in /de/soc/politik/misc
Post by hacedeca
Post by Martin Blumentritt
Und der ist zufällig. Wird das Kind in den USA geboren, ist es
Amerikaner, weil da nicht der völkische Nationalismus jus sanguinis
herrscht, sondern jus soli.
Wenn ein Kind deutscher Eltern in Amerika geboren wird, dann wird ihm
genetisch jenes Erbe tradiert, das sich durch die lange Anwesenheit der
Vorfahren auf deutschem Boden und in deutscher Kultur bildete.
Das ist wissenschaftlich Unsinn, da der Lamarckismus widerlegt ist,
anch der Geschichte sich in Genen abspeichere.
Davon mal abgesehen spielen die Gene keine bedeutende Rolle für
menschliches Verhalten, sondern die Sozialisation, d.h. das
Zusammenspiel genetischer Materiatur im Bezugsrahmen
gesellschaftlicher Verhältnisse.
Post by hacedeca
Das Blut, wie man früher sagte, die genetischen Anlagen, wie man heute
meint, ist kein Zufall.
Die genetischen Anlagen sind durch zufällige Umstände bestimmt, etwa
Mutation, ansonsten kommen sie durch das zufällige Zusammentreffen
zweier genetisch verschiedener Menschen zustande. Weder bestimmen
dieses das Gemeinwesen, das das Bewußtsein und die Entwicklung der
Kultur bestimm, noch macht es überhaupt Sinn die Menschheit genetisch
einzuteilen. Von dieser Rassenmythologie hat man Abstand genommen,
sie ist unwissenschaftlich.
Post by hacedeca
So wird oft von philosemitischen Kreisen behauptet,
daß europäischstämmige Juden besonders intelligent seien.
Juden sind intelligent unabhägnig von irgendwelchen Stammesmythen.
Die Aneignung der jüdischen Lebensform ist allerdings allgemein -
schon gar nicht bloß in Europa - eine Sozialisation, die die
Intelligenz fördert, Dialektik und Streitkultur sind wesentliche
Bestandteile dieser Sozialisation.
Post by hacedeca
Selbige Argumentation ist ebenfalls für Deutsche zulässig. Auch ihre
genetischen Anlagen sind durch Geschichte, Geographie und Kultur geprägt.
Und damit sind die Deutschen als Mördervolk gebrochen. Davon werden
sie sich nicht erholen, wie es mit untergehenden Gruppen immer der
Fall ist.
Post by hacedeca
Viele Wirrnisse der multikulturellen Gesellschaft entstehen gerade dadurch,
daß man dieses Erbe leugnet. Man übersieht z.B. regelmäßig, daß das Kopftuch
und alles was es symbolhaft verkörpert, wesentlich älter ist als der Islam
und damit Ausdruck jahrtausendealter Prägung, die sich selbstverständlich in
den genetischen Anlagen wiederfinden muß.
Unsinn. Gene verändern sich allenfalls durch Mutation, und erhalten
sich nur, sofern sie selegiert werden. Dies betrifft allerdings
Zeiträume einer ganz anderen Zeitspanne, die Jahrtausende weit
übertrifft.
Post by hacedeca
Daß Haar- und Hautfarbe das Ergebnis von Umweltanpassungen sein sollen, wird
von allen modernen Evolutionstheoretikern vehement behauptet. Typische
Mentalitäten, Ausmaße von Temperament und Neigungen, kurzum: psychische
Eigenschaften dagegen sollen angeblich frei wählbar sein. Dies ist, mit
Verlaub, Blödsinn. Es ist deshalb schade, daß das bahnbrechende Werk des
bedeutenden Psychiaters C.G. Jung, der ja ein genetisch tradiertes
kollektives Unbewußtes schon vor 70 Jahren diagnostizierte, ob der Irrungen
der Nazis nicht weiter verfolgt werden darf.
Der Nazipsychologe Jung ist rechtens diskreditiert und aus jeder
Wissenschaft zu verbannen. Dazu hat Gess einiges geschrieben, in
einer österreichischen Psychoanalytiker-Zeitschrift erschien vor
einigen Jahren meine Rezension:

Heinz Gess: Vom Faschismus zum Neuen Denken. C.G.Jungs Theorie im
Wandel der Zeit.

Die Auseinandersetzung mit dem Faschismus kreist immer noch fast
ausschließlich um Auschwitz, so als ob es für die einen ein Alibi
wäre, sich als Neonationalisten durch Distanzierung von den
NS-Requisiten über jedem Verdacht erhaben zu wünschen, den anderen
eine Selbstberuhigung, obgleich die mögliche Wiederholung eines
atypischen Exzesses so vehement abzustreiten, die Furcht offenbart,
sie könne doch geschehen. Unterdessen wird schon auf vielfältiger
Weise auf die Blutsbrüderschaft zwischen Volk und Staat angestoßen,
von Bestsellerautoren wie Fritjov Capra, Franz Alt und Anhänger von
Bhagwan bis hin zu Rudolf Bahro und Autorinnen, wie Hannah Wolff,
Christa Mulack, Gerad Weiler und Luise Rinser.

Heinz Gess Arbeit richtet den Blick darum weg von Exzeß zu ihren
ideellen und soziobiographischen Voraussetzungen in der Mitte der
Gesellschaft und macht Ernst mit der alte Einsicht Max Horkheimers,
daß "diejenige Ordnung, die 1789 als fortschrittliche ihren
Weg antrat, ... von Beginn an die Tendenz zum Nationalsozialismus in
sich (trug)."

Diese Art kritisch bleibender Theorie knüpft an Diagnosen der
bürgerlichen Gesellschaft an, die sie als "Kriegs eines jeden gegen
jeden" interpretieren, dessen Dynamik sie zu desintegrieren droht.
Die Integration mit formellen, rechtsstaatlichen Mitteln, die
partiell eine Autonomie der Individuen zuläßt, erwies sich stets in
den zyklisch auftretenden Krisen als ohnmächtig, so daß Einheit in
die zerrissene Gesellschaft gebracht werden sollte, die als
vorpolitisch ausgegeben werden sollte.

Ohne die diversen Formen von Kollektivwahn ist die Naturalisierung
der heterogenen Bevölkerung zum homogenen Volk allerdings nicht zu
haben. Wenn die objektiven Bedingungen, die zu Auschwitz führten,
fortbestehen, die Hitlerei diskrediert ist, so könnte eine
Ressurektion des Faschismus zwar auf die Requisiten des
Nationalsozialismus, aber nicht auf seine pathologische
Krisenbewältigung, verzichten. Sie müßte im neuen Gewand erscheinen,
um die Bereitschaften zu wecken, zu legitimieren und zu verklären,
die zum Nationalsozialismus führten. Dazu eignet sich nun, wie Gess
zeigt, die Lehre Jungs, die schließlich in der Esoterik des Neuen
Denkens resultierte.

Jene Lehre enthält im Wesentlichen vier Kerngedanken, die
anschlußfähig für das Denken des New-Age-Faschismus sind, die als
Schlüssel für die Dekonstruktion des Neuen Denkens dienlich sind:

1. die Annahme eines nicht aus persönlichen Interaktionserfahrungen
stammenden "kollektiven Unbewußten"; 2. die Annahme von unbewußten
kollektiven Vorstellungsmustern, die dem menschlichen Geist angeboren
sind (Archetypen); 3. die Annahme, daß die individuelle
Selbstverwirklichung darin bestünde, die von den Archetypen
vorgegebenen Bestimmungen zu realisieren, zugunsten dessen das Ich
sich aus freien Stücken aufopfert; 4. die Annahme der Synchronizität
von ursachelosen Beziehungen zwischen welthaften Ereignissen und
psychischen Zuständen.

Gess weist Jungs romantisch-völkisches Verständnis eines "kollektiven
Unbewußten" als gesellschaftlich und biographisch vermittelt auf. Wie
auch R.Höfer, "Die Hiobsbotschaft C.G.Jungs", zeigt auch Gess, daß
die Biographie Jungs dem Typus des autoritär-masochistischen
Charakters nicht bloß entspricht, sondern dieser verstärkt wurde
durch die Gewalt des sexuellen Mißbrauchs seiner Kindheit. Die
besondere Ansprechbarkeit für die nationalsozialistische Bewegung und
ihrem Führerkult gründet in frühkindlich geprägten Ohnmachts- und
Minderwertigkeitsgefühlen, die in einer Idealisierung und
Verdinglichung zur Natur ihren Niederschlag finden.

Die Kooperation Jungs mit dem Nationalsozialismus entsprach also eine
innere Affinität. Gess gelingt es zu zeigen, wie die Archetypen- und
Individuationslehre Jungs in einer antisemitischen
"Rassenpsychologie" münden, die sich allerdings als "wahren
Antirassismus" im Namen der vermeintlich natürlichen kulturellen
Verschiedenheit ausgibt und somit den neorassistischen
"Ethnopluralismus" der Neuen Rechten schon früh antizipiert. Jung
"trete (...) für die Respektierung der (rassespezifischen)
Verschiedenheit des kollektiven Unbewußten ein und vertrete eine
relativistische Wahrheitstheorie, nach der Psychologie nichts anders
sein kann als 'subjektives Bekenntnis' der 'psychischen Eigenart'."
Jungs Antisemitismus setzt "den Juden" als "Mensch ohne Rasse" der
natürlichen Ordnung des Menschlichen entgegen, der Jude gilt ihm als
Antirasse schlechthin. Ein antirassistischer Diskurs griffe Gess
zufolge zu kurz, wenn sie allzusehr auf das "Schema des biologisch
argumentierenden Rassismus fixiert" sei, ihm würde dann der
differentielle Neorasissmus als "generalisierten Antisemitismus"
entgehen.

"Der Jude" gilt dem Antisemitismus seit W. Marr in der Tat als
Prototyp eines Wesens ohne kollektive Identität und der
Antisemitismus ist - wie etwa M. Postone aufwies - tatsächlich eine
Denkform, in der die auf die Juden projizierten Eigenschaften der
Universalisierung der Tauschbeziehungen des Kapitals: die Rast- und
Wurzellosigkeit(Ahasverus), ihre Internationalität, Abstraktheit, das
parasitär von fremder Arbeit Leben, ihre Intellektualität, das
Zersetzen aller Werte usw. strukturbildend sind. Der Ethnopluralismus
der Neuen Rechen erweist sich Gegenbild des Antisemitismus, so daß
letztlich in die Neue Rechte als Wechselbalg der Alten erweist.

Jung gewann dem Grauen des NS einen positiver Sinn ab, indem er
einerseits die Identifikation mit dem Angreifer - seine eigene
traumatische familiäre Situation - vollzog, auf der anderen Seite
rebellisch gegen die Freudsche Psychoanalyse aufbegehrte, die ihm als
eine gleichmacherische, alle kulturellen (rassischen) Unterschiede
mißachtende Wissenschaft galt. Galt Liebe ihm stets mit dem Gefühl
"absolut ohnmächtiger Anhängigkeit und tödlicher Bedrohung
verbunden", so reflektiert sich dies biographische Konfliktgeschehen
in den manichäischen Typologisierungen der Jungschen Psychologie. So
erscheint ihm Freuds Psychoanalyse als heilloser Intellektualismus,
der die seelische Verödung kompensiere. Das "arische Unbewußte", die
"germanische Seele" bedürfe dagegen nicht einer Domestifikation in
einem "Wirtsvolk" wie das jüdische, es sei bodenständig, erdhaft und
verfiele so nicht der "Degeneration" und "Entfremdung", mit dem Jung
das Sterotyp der Wurzellosigkeit "des Juden" assoziiert.

Mit der Niederlage Nazideutschlands distanziert Jung sich in einer
"entsorgenden" Weise vom NS und rettet so gewissermaßen für die Neue
Rechte den Antisemitismus hinüber, indem er die Deutschen mit der
Vergangenheit versöhnt: Die Verworfensten seien gerade die
Auserwählten und Gott hätte das Sündeelend gerade immer denen
verhängt, die für größere Dinge erkoren seien. Daher rät Jung den
Deutschen eine - psychologisch verstandene - Kollektivschuld nicht in
Abrede zu stellen, sondern sich zu bekennen und dies als Geschichte
eines seelisch Erkrankten zu verstehen, der für seine Taten nicht
voll verantwortlich erklärt werden dürfe und damit Jung daher auch
nicht für seine theoretischen und praktischen Verstrickungen in das
NS-System.

In einem letzten Schritt widmet sich Gess dem esoterisch-spirituellen
Denken der Gegenwart zu, das stets sich explizit wie implizit auf
Jungsche Ideologeme bezieht und zeigt detailliert auf, "daß das neue
Denken mit seinem normativ gewendeten Konzepten von Ganzheitlichkeit,
Integration, All-Einheit, natürlichem Gleichgewicht und innerer
Revolution" genau darauf hinausläuft, im Mantel eines "Neuen Denkens"
das weiterzuentwickeln, was von Hitler versucht wurde: die
Herstellung "repressiver Gleichheit" durch die Identifizierung der
atomisierten Massen mit dem Führer. Dabei scheint die Gefahr eines
neuen Faschismus darin zu liegen, daß verdeckte Kontinuitäten, die
über C.G.Jung vermittelt sind, mit neueren Krisenreflexen und
Verfallserscheinungen neuer sozialer Bewegungen zusammenschießen.

So finden sich bei Franz Alt genau der jungsche
kulturalistisch-religiös argumentierende Antisemitismus wieder.
Anhand von Langhans und Rudolf Bahros Wendung zur Esoterik und
transpersonalen Psychologie, die als eine Art Rettungslogik
fungieren, zeigt Gess auf, wie sich autoritäre, antidemokratische
Herrschaftsvorstellungen der altnazistischen Führerpropagada
wiederauferstehen, nur eine wenig aufgefrischt und im Namen eines
"Antifaschismus", der einen "besseren Faschismus" - inklusive die
"Erlösung Hitlers" - einklagt, der versprochene Heil wirklich bringen
solle.

Wie das dann aussehen könnte, zeigt Gess anhand des "faschistischen
Alps"(Bhagwan) der Oregon-Kommune auf, einem - wie Bhagwan selber
seiner abtrünnigen Mitarbeiterin die Schuld zuschob - erzwungenen
Lager, vor dem sich die faschistische Massen dann in einem freiwillig
gewählten Konzentrationslager retten sollen, in dem alle ihre
Ohnmacht derartig verinnerlicht haben, daß sie sich bereitwillig dem
"Erleuchteten" unterwerfen. Im Zerwürfnis der Führungsclique der Sekte
scheint die Wahrheit der Esoterik blitzartig auf, um dann von den
Anhängern wieder vergessen zu werden.

Die Jungsche "positive Faschismuskritik" wird des Weiteren dazu
hergenommen, rechte Topoi in linker Terminologie zu verpacken. So finden
sich bei Tilmann Evers der Versuch linke Entfremdungskritik mit der
Archetypenlehre Jungs so zu verknüpfen, daß ein idealer Kern des
Nationalsozialismus vor seinem vermeintlich bloßen Mißbrauch zu
retten sei.

Vor Theoretikern, die Menschheit retten wollen, sei so doch mit Gess
nachdrücklich gewarnt, dessen Buch nicht nur denjenigen anzuraten
ist, denen vermeintlich Erleuchtete auf den Geist gehen, sondern auch
denen, die mit dem Neuen Denken auch nur partiell konform gehen.


mfg Martin Blumentritt http://www.martinblumentritt.de/

"Die Antisemiten vergeben es den Juden nicht, daß die Juden Geist
haben - und Geld. Die Antisemiten - ein Name der Schlechtweggekommenen."
(F.Nietzsche)
hacedeca
2005-08-24 21:11:04 UTC
Permalink
"Martin Blumentritt" <***@cl-hh.comlink.de>

Danke für die Literaturhinweise!
Faith Healer
2005-08-24 10:48:15 UTC
Permalink
Post by hacedeca
Hic niger est! (Nietzsche)
Ich dachte der Spruch ist von Horaz und lautet so:
Hic niger est, hunc tu, Romane, caveto!
Das ist eine schwarze Seele; vor ihm, o Römer, hüte dich!
F. H.
hacedeca
2005-08-24 11:11:07 UTC
Permalink
Post by Faith Healer
Post by hacedeca
Hic niger est! (Nietzsche)
Hic niger est, hunc tu, Romane, caveto!
Das ist eine schwarze Seele; vor ihm, o Römer, hüte dich!
Daß niger schwarze "Seele" bedeuten soll, das eben meint Nietzsche nicht
unbedingt, auch wenn der niger eine solche wohl eben haben muß, und
unterstellt dies damit auch Horaz. Man findet dies in seiner Schrift Zur
Genalogie der Moral, Erste Abhandlung, Punkt 5.
rolf decker
2005-08-24 11:51:14 UTC
Permalink
Post by hacedeca
Deutsche Kinder starben in den Bombenangriffen der Alliierten, weil sie
deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld. Deutsche Säuglinge
starben während der Vertreibung, der größten ethnischen Säuberung der
Weltgeschichte, weil sie deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld.
Deutsche Mädchen wurden Opfer von Massenvergewaltigungen und Sexualmord,
weil sie deutsch waren, nicht ob ihrer individuellen Schuld. Deutsche Kinder
werden heute noch Opfer der Umerziehung, weil sie deutsche Eltern und
Großeltern haben.
Solange das Antideutsche tobt, gilt: Deutsch sein, heißt Charakter haben.
(Fichte)
Völlige Zustimmung!

Rolf
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