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In der Pfarrei wird der Auferstandene real präsent
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Fritz
2020-07-29 21:32:32 UTC
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Der Eichstätter Bischof Hanke und der Görlitzer Bischof Ipolt haben die Instruktion der Kleruskongregation, also der Abteilung Seelsorge am päpstlichen Hof ( der Kurie ) in ihrer geistlichen Substanz präzise auf den Punkt gebracht. Franziskus geht es in seiner Hermeneutik um eine Erneuerung der sakramentalen Gestalt der Pfarrgemeinde.

Als Abteilungsleiter hat Kardinal Stella noch einmal die Eucharistie in den Mittelpunkt gestellt. Die Bestätigung der Besonderheit des Pfarrers bekräftige "die zentrale Stellung der Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche" zu bekräftigen, sagte der Kardinal der Zeitung "La Stampa" am Mittwoch.

Auf Einwände von Bischöfen, von der Kongregation nicht gehört worden zu sein, hat Stella eine offene Einladung in den Vatikan ausgesprochen, um Zweifel und Verblüffung auszuräumen. Die Pfarrei der Zukunft sei kein Dienstleistungsunternehmen, das von jedem geleitet werden könne. Der Pfarrer müsse von administrativen und bürokratischen Aufgaben entlastet werden, um sich seiner Rolle als Hirte widmen zu können.

Tatsächlich gehen aus missionarischen Pfarreien, die sich um den auferstandenen Christus scharen, sich von ihm das Brot brechen lassen und dabei selbst Körperschaft und Leib Christi werden, mehr Priesterberufungen hervor. In ihnen wird Christus als Herr der Kirche und Hirte des Volkes Gottes in jeder Eucharistiefeier symbolisch real präsent. Die Teilhabe am Ewigen Leben ist geeigneten Priesterberufungen so wichtig, dass sie ihr Leben der Kirche ganz hingeben und widmen möchten.
Fritz
2020-07-30 10:56:05 UTC
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Der Basler Bischof Gmürr reagiert auf die Instruktion kopfscheu. Statt sich in die Hermeneutik von Franzikus hineinzudenken, steht er offenbar auf der langen Leitung. Theologisch spricht er einen anderen Dialekt als der heilige Paulus mit seinem Kirchenbild vom Leib Christi mit vielen Gliedern. Der Basler denkt die Pfarrei offenbar nicht als Altargemeinschaft, in der Gemeinde und Diener der Eucharistie in die gleiche Richtung schauen, sondern als ein Leitungsteam ohne Schafe.

Durch die Abschaffung des Laienbegriffs ( Laie = Mitglied des Volkes Gottes, Bürger der Stadt Gottes ) für Theologen hat er schon in der Vergangenheit eine Abwertung der Laien vorgenommen und lässt diese als ungebildet und unprofessionell erscheinen.
Fritz
2020-07-30 11:55:41 UTC
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Aus dem fernen Andenstaat Peru meldet sich der deutschstämmige Prälat von Caraveli und stellt sich auf die Seite der besonnenen und unaufgeregten Bischöfe in seinem Heimatland. Dabei erinnert er sich an seine Entwicklung vom Studenten zum Bischof und der Reifung seiner Einschätzung von Instruktionen aus Rom. Er fühlt sich durch die Instruktion als Prälat persönlich angesprochen und entnimmt ihr eine kundige Aufteilung von Aufgaben zwischen Priestern und Laien. Zwar habe laut Kirchenrecht immer ein Pfarrer die Leitungsgewalt einer Pfarrei inne, nach der Errichtung von Unterstrukturen wie Gemeinden oder Pfarrzentren könnten diese aber von Laien geleitet werden. Laut Kirchenrecht können Gremien einer Pfarrei auch vakant bleiben.

Im Erbistum Köln gilt der kirchenrechtliche Grundsatz bis in einzelne Satzungen hinein: Nach Prüfung der örtlichen Situation entscheidet der Erzbischof über das weitere Vorgehen. Daher kann auch ein Dekan als Pfarrverweser eingesetzt werden.

Die Einschätzung der Situation in Diözesen seines Heimatlandes durch den Peruanischen Prälaten erscheint nicht in gleicher Weise kundig wie die Einschätzung der Instruktion und seiner eigenen Gegebenheiten. Man darf dem unmittelbar betroffenen Trierer Bischof Ackermann nicht unterstellen, sich nicht um eine Vorstrukturierung des Kommunikationsprozesses einer Verwaltungsreform bemüht zu haben, auch wenn der Dialog nicht in allen Fällen gelungen ist. Franziskus hat die Bischöfe nun in seiner Instruktion darauf hingewiesen, bei Veränderungen behutsamer vorzugehen und von sechsten Gang einen Gang runterzuschalten.
Fritz
2020-07-30 13:39:19 UTC
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Bei allem Verständnis für Bischof Ackermanns Versuche eines Brückenbaus scheint es ihm doch nicht immer zu gelingen, als Beauftragter der Bischofskonferenz für ausgewählte Fragen der Sittenlehre und Disziplin pastoraler Mitarbeiter die sakramentalen Hilfen des Bischofs und Priesterkollegiums für Pfarreien deutlich zu machen. Seine Aussage in einem Interview mit Paulinus, der Wochenzeitung im Bistum Trier, dass es in der Kleruskommission kein Problembewusstsein für die Notwendigkeit von Sakramentenpastoral in den Pfarreien gebe, geht an der Realität vorbei. Die sakramentale Struktur der Pfarrei dient schließlich zur Bewahrung von Sünde und zur Beseitigung von Schuld.

Als Beauftragter für ausgewählte Fragen der Sittenlehre muss er sich erst einmal selbst an die Brust klopfen und fragen, ob die Hirten ihrer Aufsichtpflicht gegenüber den ihnen anvertrauten Priestern und Mitarbeitern funktioniert hat oder wo Bischöfe selbst gesündigt haben und sich bekehren müssen.

Damit stellt sich auch die Frage nach einer pastoralen Aufsicht und Begleitung durch die vatikanischen Gremien, vornehmst der Kleruskongregation. Bischof Ackermann liest die Instruktion sehr ohne Verblüffung differenziert, lobt die Föderung von Kreativität in der Weiterentwicklung des pfarrlichen Lebens, sieht andererseits von Rom auch enge Grenzen gesetzt. Ackermann speist seine Spiritualität offenbar weniger vom Wort Gottes und aus der Eucharistie, als aus dem Zeitgeist. Statt vom Rangstreit unter den Aposteln und Jesu ausgleichender Mahnung zum Dienst einerseits und dem allgemeinen Gebot der Nächstenliebe, redet Ackermann Demokratie und Sexismus das Wort. Dabei soll er nicht so tun, als dass der von ihm iniziierte Kommunikationsprozess trotz manch parlamentarischer Formen demokratisch gewesen sei. Inkarnation ist etwas anderes als Herrschaft der Laien ( demos = Staatsvolk, kratos = Gewalt, Macht, Herrschaft ). Brüderliches Miteinander ist das Unterordnen unter den heiligen Namen des Vaters und der Teilhabe an der göttlichen Würde des Sohnes. Die besondere Achtung vor der geistlichen Mutter ist damit impliziert ( Vgl. Mk 3,35 ).

Wenn als Außenstehende Politologen aus Bonn darauf hinweisen, dass das Doppelgebot im Kern die Idee des Rechtsstaates vorprägt und gelebte Nächstenliebe als Teilhabe an Herrschaft und Reich Gottes der rechtsstaatlich begründeten Demokratie entspricht, dann bedeutet das nicht eine Umkehr der Denkrichtung. Es geht also nicht darum, möglichst viel Zeitgeist in die Kirche zu pumpen, sondern das Doppelgebot wie Samen auf den Acker der Welt heute zu streuen.

Bischof Ackermann gibt sich zuversichtlich, dass Papst Franziskus die Hand an den Pflug legt, um nach vorne zu schauen ( vgl. Lk 9,62 ): "Ich sehe das Papier nicht als Endstation. Es fordert vielmehr zu noch intensiveren Gesprächen mit Rom auf. Und zwar nicht nur von Seiten des Bistums Trier, sondern gemeinsam mit anderen Bistümern in Deutschland, die vor denselben Herausforderungen stehen wie wir."
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