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Merkels Unterwürfigkeit gegenüber Brüssel kostet ZEHNTAUSENDEN das Leben
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Fred
2021-01-12 21:11:57 UTC
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Die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer
Wir Europa-Trottel!
Deutschlands naive Unterwürfigkeit gegenüber Brüssel

Erst setzt die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen den
Ankauf von ausreichend Impfstoff in den Sand. Jetzt wird
von uns auch noch verlangt, das Debakel als Ausweis
besonders raffinierter Verhandlungsführung zu sehen.

Ich bin jetzt Impf-Nationalist. Ich bin schon vieles genannt
worden, das noch nicht. Um als Impf-Nationalist zu gelten,
reicht es, dass man fragt, wo der Impfstoff bleibt. Oder
Vergleiche anstellt mit Ländern, in denen es zügig voran-
geht, weil sie genug Impfdosen bestellt haben. (...)

Dabei wäre es so einfach gewesen. Wenn man beim Einkauf
lebenswichtiger Güter nicht weiß, welcher Lieferant einem
nur Versprechungen macht und wer am Ende sein Wort hält,
bestellt man halt bei allen so viel, dass es in jedem
Fall reicht. Aber genau das haben sie in der EU-Kom-
mission nicht gemacht. Sie haben stattdessen nach
Standort ausgewählt (Paris, Mainz) und nach Preis.

Den Osteuropäern ist der deutsche Impfstoff zu kostspielig

Wie man hört, war den Osteuropäern der Impfstoff aus Deu-
tschland zu teuer. 20 Euro für eine Impfdosis? Das hätte
man gerne billiger gehabt. Lasst uns Sanofi nehmen, die
verlangen nur 7,56 Euro. Oder AstraZeneca, da gibt’s den
Impfschutz schon für 1,78 Euro! Leider ist das billigste
Angebot nicht immer das beste, das kennt man von der
Schnäppchenjagd. (...)

Aber ausgerechnet beim Impfstoff, der den Ausnahmezustand
beenden könnte, wollten sie sparen. Selbst wenn die Impf-
dose 100 Euro gekostet hätte, wäre das leicht bezahlbar
gewesen. Für Deutschland hätte das acht Milliarden Euro
bedeutet. So viel kostet uns der Lockdown pro Woche.

Der Lockdown kostet uns Deutsche acht Milliarden Euro
wöchentlich

Noch verrückter ist, dass dieser Irrsinn in Teilen der
Medien als besonders raffinierte Verhandlungsführung gelobt
wird. In der „Süddeutschen Zeitung“ war zu lesen, dass es
den Europäern gelungen sei, die Preise stabil zu halten.

„Nach allem, was bisher bekannt ist, haben die USA und
Israel mehr und rascher vom Biontech-Pfizer-Impfstoff
bestellt; sie zahlen dafür aber auch einen sehr viel
höheren Preis“, stand dazu im Leitartikel. (...)

Medien entschuldigen die Fehler der Politiker

Offenbar ist das Bedürfnis, die Kanzlerin zu schützen,
so groß, dass dahinter alles andere zurücktritt, auch
Logik und Selbstachtung.

Manche machen nicht einmal mehr den Versuch, so etwas
wie Unabhängigkeit an den Tag zu legen. Der ZDF-Korres-
pondent in Brüssel hielt noch den Sprechzettel mit den
Stichpunkten aus der Pressestelle in der Hand, als er
erklärte, warum man niemandem in der EU-Kommission
einen Vorwurf machen könne.

Wie soll man das nennen? Journalismus im traditionellen
Sinne ist das jedenfalls nicht mehr. Vielleicht sollte
man von einem polit-medialen Komplex sprechen.

Der Journalist entschuldigt die Regierenden für Fehler,
die aus seiner Sicht gar keine Fehler sind, sondern
Ausdruck von klugem Handeln. Ein Ministerpräsident
der Partei, die Gesundheitsminister und Kanzlerin
stellt, lobt dafür den Journalisten.

Früher wäre so ein Lob für einen Journalisten ein Todes-
urteil gewesen, heute gilt es in Teilen der Branche als
Beweis für besondere Vertrauenswürdigkeit. (...)

Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie der „Spiegel“,
der in den 16 Jahren Kohl 29 Titelgeschichten hatte, in
denen er das Ende der Kanzlerschaft des schwarzen Riesen
herbeiwünschte. Aber wäre nicht wenigstens ein Titel drin,
in dem man sich Angela Merkel kritisch vornimmt?

Ein einziger?

Im Lockdown ist mehr unter die Räder geraten als das Recht,
sich frei zu bewegen. Die ganze Statik, an der unsere liber-
ale Demokratie hängt, wackelt auf bedrohliche Weise. (...)

Es fehlt an Parteien, die die Regierung herausfordern

Es gibt auch keine wirkliche Opposition mehr. Die Grünen
betrachten sich bereits als Teil der Regierung und haben
alle Kritik eingestellt. Die Sozialdemokraten wissen nicht,
wofür oder wogegen sie sein sollen. Manchmal sind sie beides
am selben Tag. Die AfD ist nur noch eine Kasperletruppe.
Wer die Maskenpflicht im Bundestag per Anwaltsschreiben
aufzuheben versucht, hat sich aus dem Kreis derjenigen,
die man ernst nehmen kann, verabschiedet. Bleibt die FDP
– aber die ist zu schwach, um die Regierung herauszufordern.
(...)
Niemand bestreitet, dass die Franzosen den Biontech-Deal
hintertrieben haben, auch das ist ein Ergebnis dieser ver-
rückten Tage. Selbst der ZDF-Korrespondent, der eben noch
die EU für ihre vorzügliche Verhandlungsführung lobte,
räumt im Nebensatz ein, dass die Bestellung von mehr
Impfstoff am Widerstand von Frankreich gescheitert sei,
das ganz auf Sanofi setzte – so als sei es das Selbstver-
ständlichste der Welt, dass Paris jede Frage nationalisiert,
auch die des Überlebens in der Pandemie.

Mit europaweiter Impfstoff-Verteilung will Merkel die
deutsche Überlegenheit kompensieren

Die deutsche Position zu Europa schwankte immer schon zwi-
schen Unterwürfigkeit und Naivität. Oder wie Margaret
Thatcher einmal sagte: Entweder hat man die Deutschen
am Hals oder an den Füßen. Was wir nicht begreifen, ist,
dass andere Länder nicht schon deshalb ihre nationalen Inte-
ressen aufgeben, weil wir uns europäisch vorbildlich verhalten.
So gesehen war es von der Kanzlerin wahnsinnig blauäugig, die
eigene Überlegenheit in der Impfversorgung durch besondere
Demut Brüssel gegenüber kompensieren zu wollen.

Frankreich versteht Europa in erster Linie als Projekt zur
Einhegung Deutschlands, auch das gehört zur Wahrheit. Das war
beim Euro so, und das setzt sich bei jedem größeren Vorhaben
und bei jeder Personalie fort. Es war die Idee von Emmanuel
Macron, Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidenten
zu nominieren. Er wird gewusst haben, warum.

Käme der erste Impfstoff aus Frankreich, die Franzosen
hätten vieles anders gemacht

Um sich die Absurdität der Situation zu vergegenwärtigen,
muss man sich nur für einen Moment vorstellen, der erste
Impfstoff wäre im Labor von Sanofi entwickelt worden, ge-
fördert mit französischem Steuergeld und in enger Ab-
stimmung mit dem Institut Pasteur.

Glaubt irgendjemand für eine Sekunde, die Franzosen hätten
den Einkauf einer Psychologin aus Zypern überlassen, die es
auf dem Quotenweg in das Amt des EU-Gesundheitskommissars
verschlagen hat? Und dass sie es dann auch noch klaglos
hingenommen hätten, wenn die völlig überforderte Frau
beschlossen hätte, anderen Firmen den Vorzug zu geben,
darunter Unternehmen, von denen nicht einmal klar war,
ob sie je würden liefern können?

Wenn Europa heißt, dass man aus Solidarität jede Fehlent-
scheidung klaglos mitträgt, wird nicht nur der Impf-
Nationalismus viele neue Freunde bekommen. Ich könnte
mir vorstellen, dass eine ganze Reihe Menschen dann ganz
grundsätzlich an der europäischen Idee Zweifel bekommen wird.
(...)
mehr:
https://www.focus.de/politik/deutschland/focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-wir-europa-trottel-deutschlands-naive-impf-unterwuerfigkeit_id_12850169.html


Jan Fleischhauer trifft den Nagel auf den Kopf.

Ein Journalisten mehr in Deutschland, der sich noch traut
auch was anderes zu schreiben, als ZDF und ARD berichten.
Siegfrid Breuer
2021-01-12 21:41:00 UTC
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Post by Fred
Medien entschuldigen die Fehler der Politiker
(Nur) dafuer sind sie ja schliesslich da!
Post by Fred
Offenbar ist das Bedürfnis, die Kanzlerin zu schützen,
so groß, dass dahinter alles andere zurücktritt, auch
Logik und Selbstachtung.
Naja, sie muessen es ja nicht umsonst machen:

<https://www.sueddeutsche.de/medien/zeitungen-foerderung-subventionen-verlage-1.4954897>
<https://www.deutschlandfunk.de/millionenhilfe-fuer-verlage-deutschland-steigt-in-die.2907.de.html?dram:article_id=486614>
<https://www.journalistenwatch.com/2020/11/04/operation-pressebestechung-millionen/>
Post by Fred
Wie soll man das nennen?
Rautenpresse?
Post by Fred
Journalismus im traditionellen Sinne ist das jedenfalls nicht mehr.
Diktatorenpropaganda.
Post by Fred
Es fehlt an Parteien, die die Regierung herausfordern
Die waeren ja dann "rechtsextrem"!
--
Post by Fred
Wenn man bloed im Kopf ist, dann ist alles egal.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
[weissagt Ottmar Ohlemacher 2008 das Motto der Mehrheit der Buerger in
<http://al.howardknight.net/?&MSGI=%3C1aoyopdvid5p3$.f0d0xr5u941l$***@40tude.net%3E>]
-> das Wahrheitsministerium raet: <http://www.hinterfotz.de/boese.html> <-
und immer nur ARD+ZDF gucken:

Fred
2021-01-12 22:35:37 UTC
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Post by Siegfrid Breuer
Post by Fred
Medien entschuldigen die Fehler der Politiker
(Nur) dafuer sind sie ja schliesslich da!
Post by Fred
Offenbar ist das Bedürfnis, die Kanzlerin zu schützen,
so groß, dass dahinter alles andere zurücktritt, auch
Logik und Selbstachtung.
<https://www.sueddeutsche.de/medien/zeitungen-foerderung-subventionen-verlage-1.4954897>
<https://www.deutschlandfunk.de/millionenhilfe-fuer-verlage-deutschland-steigt-in-die.2907.de.html?dram:article_id=486614>
<https://www.journalistenwatch.com/2020/11/04/operation-pressebestechung-millionen/>
Post by Fred
Wie soll man das nennen?
Rautenpresse?
Staatspresse.
Post by Siegfrid Breuer
Post by Fred
Journalismus im traditionellen Sinne ist das jedenfalls nicht mehr.
Diktatorenpropaganda.
Post by Fred
Es fehlt an Parteien, die die Regierung herausfordern
Die waeren ja dann "rechtsextrem"!
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