Discussion:
Kerry: "Saudi Arabien und Katar wollen Syrien-Krieg bezahlen"
(zu alt für eine Antwort)
Robert
2013-09-05 07:27:25 UTC
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WASHINGTON, 05. September (RIA Novosti).

Arabische Länder haben laut US-Außenamtschef John Kerry
angeboten, die Finanzierung der geplanten US-Militäroperation
in Syrien zu übernehmen.

„Dieses Angebot wird geprüft“, sagte er am Mittwoch bei der
Anhörung zu Syrien im auswärtigen Ausschuss des
Repräsentantenhauses des US-Kongresses.

„Einige von ihnen haben mitgeteilt, sie würden die Ausgaben
übernehmen. So treu sind sie uns gegenüber. Dies steht zwar
nicht im Plan, und niemand spricht davon, sie meinen das
aber ernst“, fügte er hinzu.
[...]
Einige Staaten, in denen der sunnitische Islam dominiert, liefern
Waffen an Regimegegner in Syrien. Besonders aktiv wird die
bewaffnete Opposition von Saudi Arabien und Katar unterstützt.
quelle:
http://de.rian.ru/politics/20130905/266811433.html

Jagt diese Kriegstreiberbrut zur Hölle !

Die Sunniten (Saudi Arabien und Katar) machen die Amerikanern
zu ihren Söldnern um die Schiiten und Christen auszurotten?

Der Gipfel des Fremdschämens ist immer noch nicht erreicht! :-/

Deutschland Syrien-Kriegszahlungen erwähnt Kerry nicht mal:
-
Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Erklärung
und sprach am Sonntag von einem klaren Bekenntnis zu Demokratie
und gegen Terrorismus. "Wir wollen auf dieser Grundlage die
Zusammenarbeit mit der Nationalen Koalition substantiell
ausbauen." Deutschland will dafür auch weiteres Geld, über die
bereits zugesagten 125 Millionen Euro hinaus, zur Verfügung stellen.
http://www.spiegel.de/ kurz: http://tinyurl.com/lj6b2ch

Die von Westerwelle (Deutschland) für den Syrien-Krieg in
Aussicht gestellten "erst mal" 125 Millionen hier im Vergleich:
-
Not- und Nahrungshilfe:
Um unmittelbare Hungerkrisen zu verhindern, unterstützt die Bundes-
regierung die Arbeit des Welternährungsprogramms der Vereinten
Nationen. Zusätzlich zum jährlichen Beitrag von 23 Millionen Euro
stellte das Bundesentwicklungsministerium bereits im März 2008
drei Millionen Euro und Mitte April weitere zehn Millionen Euro zur
Verfügung. Hinzu kommen anlassbezogene finanzielle Unterstützung
von Nothilfeprogrammen bei Krisen.
http://archiv.bundesregierung.de kurz: http://tinyurl.com/md9mq6m

bb
klaus r.
2013-09-05 07:49:14 UTC
Permalink
Am Thu, 05 Sep 2013 09:27:25 +0200 schrieb Robert:

Du bist mir 9 min zuvor gekommen. Ich wollte das auch gerade schreiben.

Mein Fazit:
Langsam kommen die Kriegstreiber aus ihren Löchern gekrochen und zeigen
ihr Gesicht. Alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit, der Demokratie
und der Menschenrechte. Kein anderes Land steht dafür so sehr wie Saudi-
Arabien und Katar.

Es ist einfach nur zum Kotzen.

Gruss. Klaus
Robert
2013-09-05 08:12:06 UTC
Permalink
Post by klaus r.
Du bist mir 9 min zuvor gekommen. Ich wollte das auch gerade schreiben.
Langsam kommen die Kriegstreiber aus ihren Löchern gekrochen und zeigen
ihr Gesicht. Alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit, der Demokratie
und der Menschenrechte. Kein anderes Land steht dafür so sehr wie Saudi-
Arabien und Katar.
Die letzte (noch nicht seriös bestätige) Nachricht, dass die USA
taktische Atomwaffen von der Westküste an die Ostküste verlagert
hat läßt geostrategisch nichts Gutes ahnen (Erweiterung des
Konflikts außerhalb NahOst ).

Es scheint als sei Syrien tatsächlich die rote Linie, allerdings
auch für die Russen, die die amerikanische Hegemonie satt haben.
Welche Rolle wird wohl der Iran und mindestens mindestens
genauso wichtig China spielen?
Post by klaus r.
Es ist einfach nur zum Kotzen.
ack

Obama hat nur “streng geheime” Beweise, die er nicht vorlegen will.
Dafür aber umso mehr Behauptungen, dass Assad Giftgas eingesetzt hat.
Also muss die USA nun Assad bombardieren, bezahlt von Saudis, deren
Geheimdienst verdächtigt wird Giftgas in Syrien eingestzt zu haben.

Putin hat offene Beweise, die er vorgelegt hat. Und auch die UNO
selbst hat ermittelt, dass die Rebellen (al Kaida) in Aleppo
Giftgas eingesetzt hat. Also muss Russland oder die
UNO nun die Rebellen bombardieren.

Damit wäre das Gleichgewicht wieder hergestellt.

Alternativ kann man sich den Aufwand sparen und einfach so Syrien
als Bösewicht bombardieren. Diesen Weg haben die Israelis gewählt.

bb
König Jehu
2013-09-05 09:13:21 UTC
Permalink
Post by klaus r.
Langsam kommen die Kriegstreiber aus ihren Löchern gekrochen und zeigen
ihr Gesicht. Alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit, der Demokratie
und der Menschenrechte. Kein anderes Land steht dafür so sehr wie Saudi-
Arabien und Katar.
Es ist einfach nur zum Kotzen.
Da seht Ihr Gottlosen mal wieder, wie Ihr von den "Demokraten" in
Nairobi am Potomac (Skull & Bohnen), London (Illuminatenhauptquartier),
Paris (Atheistenschlammloch) und Berlin (Hauptstadt der DDR) verarscht
werdet.

Kehrt um zu Jesus Christus und laßt die Atheisten sich gegenseitig
umbringen! Unser Reich ist im Himmel, ohne das falsche Gesockse der
Demokratei.

König Jehu
--
"Doch sprach der HERR zu Jehu: Weil du dich wohl gehalten und getan
hast, was recht ist in meinen Augen, weil du am Hause Ahabs getan hast
nach allem, was in meinem Herzen war, so sollen Nachkommen von dir bis
in das vierte Glied auf dem Throne Israels sitzen!" 2. Kö. 10:30





--- news://freenews.netfront.net/ - complaints: ***@netfront.net ---
klaus r.
2013-09-05 09:32:15 UTC
Permalink
Post by König Jehu
Kehrt um zu Jesus Christus und laßt die Atheisten sich gegenseitig
umbringen! Unser Reich ist im Himmel, ohne das falsche Gesockse der
Demokratei.
König Jehu
Deine Götzenanbeter sind nicht viel besser. Sind sie nicht im
Jugoslawienkrieg mit einem Bild auf ihrer Kalaschnikow frohen Mutes in
den Krieg gezogen?

Jetzt gehst du aber erst mal für 2 Monate in die Besenkammer. Mindestens.

Klaus
Franz Glaser
2013-09-05 09:50:20 UTC
Permalink
Post by klaus r.
Du bist mir 9 min zuvor gekommen. Ich wollte das auch gerade schreiben.
Langsam kommen die Kriegstreiber aus ihren Löchern gekrochen und zeigen
ihr Gesicht. Alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit, der Demokratie
und der Menschenrechte. Kein anderes Land steht dafür so sehr wie Saudi-
Arabien und Katar.
Es ist einfach nur zum Kotzen.
FULL ACK!
Hans
Nicht einverstanden. Mit dem Fingerzeigen.

GL
--
"Es schwächt die Schwachen, wenn wir nichts mehr von ihnen erwarten."
"Die Freude an der Freiheit hat sich in Furcht vor der Freiheit verwandelt."
"Wir rufen: Vater Staat, sei väterlich! Da läuft man Gefahr, in den
Status des Kindes herabzusinken." [Gauck]
Ulf Gerkan
2013-09-07 19:14:05 UTC
Permalink
Post by Robert
WASHINGTON, 05. September (RIA Novosti).
Arabische Länder haben laut US-Außenamtschef John Kerry
angeboten, die Finanzierung der geplanten US-Militäroperation
in Syrien zu übernehmen.
„Dieses Angebot wird geprüft“, sagte er am Mittwoch bei der
Anhörung zu Syrien im auswärtigen Ausschuss des
Repräsentantenhauses des US-Kongresses.
Kriegsfinanzierung durch die Golfmonarchien ist bekannt, und zwar aus
dem Krieg zwischen Iran und Irak nach der iranischen Revolution von 1979.

Damals wie heute wurden die Golfmonarchien von der Angst vor dem
Schiitentum getrieben. Sie stachelten damals den irakischen Präsidenten
Saddam Hussein zum Krieg gegen den Iran mit an. Ihre Finazierungszusagen
kosteten sie am Ende rund 100 Milliarden Dollar.

Die Zusagen waren allerdings offenbar nicht eindeutig formuliert
gewesen. Die Scheichs meinten, lediglich Kredite vergeben zu haben,
während Saddam Hussein der Meinung war, ein großer Teil des Geldes sei
nicht zurückzuzahlende Beihilfe zu den Kriegskosten. Immerhin wurde der
Krieg ja im Interesse und auf Anraten auch der Golfmonarchien geführt.

Der Streit ums Geld mündete schließlich in die irakische Eroberung
Kuwaits, mit der Hussein u.A. seinen Staatshaushalt sanieren wollte.

Das verursachte in Saudi-Arabien gehöriges Muffensausen. Gegen den mit
saudischen Geldern hochgerüsteten Irak wäre das Königreich hilflos gewesen.

Auch die Amerikaner hatten ein Interesse daran, die saudische
Unabhängigkeit und damit die den westlichen Interessen nicht allzusehr
entgegenstehende saudische Ölpolitik zu erhalten.

Entsprechend wurden amerikanische Truppen in Saudi-Arabien stationiert.

Das wiederum rief die religiösen Fanatiker dort auf den Plan: Ungläubige
im Land des Propheten, noch dazu Soldaten, das war in deren Augen nicht
akzeptabel -

wie auch die israelische Besatzung Palästinas unakzeptabel war, über
deren Auswüchse die saudischen Bürger ausführlich durch den katarischen
Sender al-Jazeera [1] informiert wurden (ein Grund mit für die
saudisch-katarische Konkurrenzsituation, die auch den heutigen
Syrienkrieg mit prägt). Die Bilder des Senders zeigten damals die zweite
Intifada, die mit unglaublicher Brutalität von israelischer Seite
angefeuert wurde. Die Palästinenser waren Anfang 2001 noch weit davon
entfernt, in puncto Brutalität mit den Israelis gleichzuziehen.

| Im März 2001, Präsident Bush war gerade zwei Monate im Amt, erschien
| Bandar im Weißen Haus. Er überbrachte eine Botschaft vom saudischen
| Kronprinzen, der de facto das Land regierte. Neue Fortschritte im
| Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern seien von
| größter Bedeutung, so der Botschafter. Nur auf dieser Grundlage ließe
| sich eine verlässliche Koalition der moderaten arabischen Staaten
| schmieden - auch im Kampf gegen Saddam Hussein.
http://www-if.heise.de/tp/artikel/39/39753/1.html

Der saudische Prinz Bandar (derselbe, der kürzlich Chemiewaffen an die
syrischen Rebellen geliefert haben soll) machte schließlich Druck und
erklärte am Ende im Sommer 2001, am 27.August, den USA das Ende der
US-freundlichen Politik:

| Deshalb wird der (saudische, U.G.) Kronprinz alle Kommunikation mit
| Ihnen (G.W.Bush, U.G.) einstellen, egal welchen Typs, welcher Art und
| welcher Form. Saudi-Arabien wird zukünftig alle politischen,
| wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Entscheidungen
| ausschließlich an seinen eigenen regionalen Interessen ausrichten und
| amerikanische Interessen nicht mehr mit einbeziehen. Denn es ist
| offensichtlich, dass die USA die strategische Entscheidung getroffen
| haben, Scharons Politik zu übernehmen.
http://www-if.heise.de/tp/artikel/39/39753/1.html

Für die USA war diese Erklärung eine Katastrophe. Weil das Ausscheiden
Saudi-Arabiens aus der westlichen Einflußsphäre für die Amerikaner
unannehmbar war, gab Bush dem saudischen Drängen zwar unverzüglich nach.
Gleichwohl, die ersten Tickets der saudischen Attentäter auf das WTC
waren schon am 25.August, zwei Tage vor der offiziellen saudischen
Aufkündigung der Zusammenarbeit mit den Amerikanern, gekauft:

| Der 25. August war auch der Tag, an dem die ersten Tickets der
| mutmaßlichen Attentäter für die 9/11-Flüge gebucht wurden.
http://www-if.heise.de/tp/artikel/39/39753/1.html

Die Zusage Bushs, sich des Palästinaproblems und Saddam Husseins
anzunehmen, kam zu spät und war den Saudis zudem nicht konkret genug:

| Über das Wochenende vom 8. zum 9. September diskutierten Diplomaten
| beider Länder, was als nächstes geschehen sollte: eine Rede Bushs
| oder Powells?
http://www-if.heise.de/tp/artikel/39/39753/1.html

Am 11.September schlugen dann die saudischen Terroristen zu: Das WTC
kollabierte und ein Flugzeug wurde ins Pentagon gesteuert.

(Die paralle Drohung der Saudis kürzlich gegenüber den Russen habe ich
schon in einem anderen thread zitiert, s.u. [2])

Wie auch immer: Bush war gezwungen, für Ordnung in Palästina zu sorgen
und Saddam Hussein zu bekämpfen. Die roadmap (für den Frieden in
Palästina) und der Krieg gegen den Irak wurden zeitgleich nach einer
Schamfrist initiiert.

Am 31.5.03 meldete die Neue Presse in Hannover auf der ersten Seite:

| "Fast unbeachtet, aber riesig" sei dagegen der Kriegsgrund gewesen,
| dass mit dem Irak-Krieg die Präsenz von US-Truppen im benachbarten
| Saudi-Arabien überflüssiog geworden sei. Allein die Beseitigung
| dieser "Belastung" von Saudi-Arabien werde zu einem friedlicheren
| Nahen Osten führen, meinte Wolfowitz.

So wenig Recht Wolfowitz mit seiner Vorhersage friedlicherer Zeiten
hatte, so sehr fällt doch in Auge, wie sehr der von ihm offiziell
zugegebene Kriegsgrund zu den vorangegangenen saudischen Forderungen paßt.

Listen wir auf, zu was die saudische Schiitenphobie wahrscheinlich
bislang geführt hat:

Krieg des Iraks gegen den Iran 1979ff, 1 Mio Todesopfer
Krieg des Iraks gegen Kuwait 1990
Krieg der USA und Verbündeter gegen den Irak 1991
Sanktionen gegen den Irak, die 1,5 Mio Todesopfer fordern
amerikanische Truppen in Saudi-Arabien
Anschlag auf das WTC
Krieg der USA gegen Afghanistan ca. 100.000 Todesopfer?
Krieg der USA gegen den Irak 2003ff, 1,5 Mio Todesopfer
Krieg der syrischen Rebellen gegen Assad, bislang 110.000 Todesopfer

Ein weiterer Krieg kann die Ursache des Übels, nämlich die
sunnitisch-schiitischen Spannungen, nicht beheben sondern wird sie ganz
im Gegenteil nur tiefer in die Psyche der Menschen einbrennen.

Wir brauchen keinen weiteren Krieg, sondern neben einem
Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 eine sunnitisch-schiitische
Verständigung, wie sie unter Assad und Hussein ganz normal waren. Sosehr
diese beiden Herrscher ansonsten auch Dreck am Stecken haben, soviel
blutiger ist doch das westliche Kriegsregime, das so viele Länder der
islamischen Welt und Leid und Elend stürzt.

Die USA sollten sich nicht täuschen: Man wird von ihnen einst zurückfordern.

Mit freundlichem Gruß, Ulf Gerkan

[1]
Das "Problem", das die offene Berichterstattung al-Jazeeras für die
Saudis darstellte, wurde während des Irak-Krieges amerikanischerseits
mit einer Bombardierung des Büros dieses Senders zu lösen versucht. Auf
jeden Fall wurde die Freiheit innerhalb des Senders massiv
zurückgefahren; wie, das durchschaue ich zwar noch nicht. Es war aber so
insistent, daß viele Korrespondenten enttäuscht über die Einschränkung
ihrer Arbeitsmöglichkeiten kündigten. Inzwischen ist al-Jazeera
erfolgreich auf US-näheren Kurs gedrängt worden. Bereits vor dem Krieg
gegen Libyen assistierte der Sender mit Falschmeldungen, die den
US-Überfall auf das Land begünstigten.

[2]
| Erst vor wenigen Wochen traf sich Prinz Bandar in Moskau mit dem
| russischen Präsidenten Wladimir Putin. Im Vieraugengespräch soll der
| Scheich einen Waffendeal in Milliardenhöhe angeboten haben, falls
| Rußland Assad fallen lasse. Das berichtete in der vergangenen Woche
| die britische Tageszeitung Daily Telegraph. Außerdem dürften die
| Russen demnach ihre Marinebasis in Tartus behalten und müßten nach
| einem Fall des syrischen Regimes keine saudische Konkurrenz auf dem
| Erdgasmarkt in Europa fürchten. Er könne, so Prinz Bandar angeblich,
| sogar die Sicherheit der Olympischen Winterspiele in Sotschi
| garantieren: »Die tschetschenischen Gruppen, die die Sicherheit der
| Spiele bedrohen, werden von uns kontrolliert.«
http://www.jungewelt.de/2013/09-03/049.php

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