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IWF-Bericht: Deutschland: (Merkel) wirtschaftet schlechter als Uganda und Kenia
(zu alt für eine Antwort)
Zwischenzeit
2018-10-10 05:53:34 UTC
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10.10.18
IWF-Bericht
So reich ist Deutschland wirklich
Deutschland hat Schulden und Verpflichtungen – aber auch Vermögen.
Wie reich ist der Staat wirklich? Eine neue Analyse zeigt:
Deutschlands Finanzen gehören zu den unsolidesten der Welt.
Sogar Uganda und Kenia wirtschaften besser.
[....]
Deshalb berechnen die Statistiker auch, wie groß der Schuldenberg
ist, den Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung angehäuft
haben. Zwei Billionen oder zweitausend Milliarden Euro sind es
derzeit nach Maastricht-Rechenweise. Aber auch diese Antwort
liefert nur das halbe Bild, schließlich verrät sie nicht, wie
viel der deutsche Staat besitzt.

Wie reich ist der deutsche Staat also wirklich? Das hat der
Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer neuen Rechenmethode
herausgefunden. Für eine neue Datenbank haben die Ökonomen des
Fonds in einem aufwendigen Verfahren die tatsächliche Staats-
bilanzen für 31 Volkswirtschaften ermittelt – eine Auswahl,
die immerhin 61 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung abdeckt.

In diesem internationalen Vergleich schneidet Deutschland aller-
dings sehr schlecht ab: Selbst wenn man den Besitz der öffentlichen
Hand einbezieht, lebt das Land über seine Verhältnisse. Das
Netto-Vermögen des deutschen Staates liegt demnach im negativen
Bereich.
Unterm Strich ist die öffentliche Hand mit 19,5 Prozent der
Wirtschaftsleistung verschuldet, selbst wenn die Forscher
den gesamten Staatsbesitz einbeziehen.

Die Analyse berücksichtigt allerdings nicht künftige Einnahmen
des Staates, etwa durch Steuern.

Die Bilanz zeigt zwar auch, dass die Vermögenswerte der öffent-
lichen Hand weit mehr wert sind als die derzeitigen Staats-
schulden von knapp zwei Billionen Euro. Allerdings sind
auch die Verpflichtungen der öffentlichen Hand, die in der
Zukunft fällig werden, gewaltig: Etwa die Belastungen aus den
Beamtenpensionen. Diese Verpflichtungen berücksichtigt der IWF in
seiner Analyse.
Grafik: https://is.gd/CnpgHX
[....]
Das größte Nettovermögen der untersuchten Länder hat Norwegen;
das Nettovermögen der öffentlichen Hand ist mehr als viermal
so groß wie die Wirtschaftsleistung des Landes. Das liegt
auch am großen Finanzvermögen des Landes, das unter anderem
in Ölfonds steckt, der rund um den Globus investiert. Russland
und Kasachstan sind unterm Strich ebenfalls sehr vermögend.

Russlands Nettovermögen ist rund viermal so groß wie die Wirt-
schaftsleistung des Landes.; die von Kasachstan ist mehr als
dreimal so groß. Beide Länder haben praktisch keine Staats-
schulden, dafür aber große Öl- und Gasvorkommen.

Auch in Australien, Peru, Südafrika und Südkorea ist das Netto-
vermögen jeweils größer als die Wirtschaftsleistung der Länder.

Dass solch unterschiedliche Volkswirtschaften ähnlich gut – und
schlecht – abschneiden, macht deutlich, dass die Analyse nicht
vergleichbar ist mit den üblichen Statistiken zum Wohlstand von
Volkswirtschaften und ihrer Bürger. Sie zeigt vor allem auf, wie
nachhaltig die Staatsfinanzen aufgestellt sind. Allerdings schränken
auch die IWF-Forscher ein, dass die Qualität der Daten nicht in
allen Volkswirtschaften gleich gut sei.

Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen erstellt
regelmäßig eine ähnliche Bilanz, die ebenfalls über die reine
Staatsverschuldung hinaus geht. Er addiert dabei neben der
ausgewiesenen Staatsverschuldung auch die „implizite“
Staatsverschuldung.

Darunter versteht er alle staatlichen Leistungsversprechen, ins-
besondere der Sozialversicherungen, die durch das heutige Steuer-
und Abgabenniveau noch nicht gedeckt sind. Sie beliefen sich bei
der letzten derartigen Berechnung für das Jahr 2015 auf 4,6
Billionen Euro. Zusammen mit den ausgewiesenen Staatsschulden
von 2,2 Billionen Euro betrug demnach die gesamte Schuldenlast
Deutschlands 6,8 Billionen Euro.

Bezogen auf das Jahr 2015 entsprach dies einer Staatsschuld von
244 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Berechnung berück-
sichtigt zwar künftige Zahlungsströme, allerdings nicht die
Vermögenswerte des Staates. Sie ist mit der IWF-Berechnung
deshalb nicht vergleichbar – kann sie allerdings ergänzen.
https://www.welt.de/wirtschaft/article181823824/IWF-Warnung-Deutscher-Staat-lebt-ueber-seine-Verhaeltnisse.html

Der Deutsche Staat schröpft seine Bürger praktisch vergleichslos.
Das mittlere Vermögen der Deutschen ist im europäischen Vergleich
erschreckend niedrig, sogar weniger als dasjenige der Bürger
Griechenlands oder Italiens. Trotz des Booms steht Deutsch-
land und seine Bevölkerung mit heruntergelassenen Hosen da:

05. Januar 2018 Welt-Reichtums-Report - Vermögensschock:
"Die Deutschen sind die armen Würstchen der EU"

Der Welt-Reichtums-Report zeigt, wie arm die meisten Deutschen wirk-
lich sind. Von den Ländern der alten EU liegt nur Portugal hinter
Deutschland. In den meisten Ländern besitzen die Bürger mehr als
doppelt so viel Vermögen wie hierzulande. https://www.stern.de

Die Frage lautet also: Wo ist die ganze Kohle hin?

In der Infrastruktur steckt sie nicht, bei den einfachen Menschen
ist sie nicht, beim Staat auch nicht .... Kein Wunder, wenn man
Milliarden für "Refugees" aus dem Fenster schmeißt und sämtliche
ausländische Banken rettet, dann lebt man halt über die Verhältnisse.

Die Kanzlerin reist gerne. Da möchte sie ja auch nicht mit leeren
Händen ankommen. Da werden die Steuerabgaben der deutschen
Bevölkerung schon sehr großzügig in aller Welt verteilt.

Mit Sicherheit würde man bei einem Wirtschaftsunternehmen den
CEO aufgrund von Veruntreuung schassen und vor Gericht stellen.
Aber zum Glück ist Merkel ja nur Kanzlerin.
J.Malberg
2018-10-10 05:44:34 UTC
Permalink
Merkel muss weg, so oder so!
Roland Franzius
2018-10-11 10:49:27 UTC
Permalink
Post by Zwischenzeit
10.10.18
IWF-Bericht
So reich ist Deutschland wirklich
Deutschland hat Schulden und Verpflichtungen – aber auch Vermögen.
Deutschlands Finanzen gehören zu den unsolidesten der Welt.
Sogar Uganda und Kenia wirtschaften besser.
Ja.

Die USA, Japan und Deutschland stehen mit stabilen Geld- Wirtschafts-,
Rechts- und Politssystemen für die Rückzahlung der Schulden ein, die sie
machen. Ob das heute noch für Großbritannien gilt, ist unklar.

Rückzahlung heißt nicht etwa, dass alle Schulden im Stück zurückgezahlt
werden, sondern dass die Gläubiger im statistischen Prozess nach
Wunschanlagefrist oder Kündigung ihr Kapital nominal zurückerhalten, was
typischerweise nach ca 10 Jahren einem 30%igen Verlust bedeutet, dass
aber die gesamte Anlagesumme immer in etwa im Takt mit dem
Produktivitätszuwachs von ca 2,6 % pro Jahr über die letzten 100 Jahre
gemittelt steigt.

Also folgt logischerweise, dass die Staatsschulden der verlässslichen
Schuldnerländer weltweit in etwa dem gedachten Fix-Income
Geldanlagevermögen der Welt entspricht.

Deutschland und andere Länder mit Rentenumlagesystem haben den
Riesenvorteil, dass die Altersversicherung der abhängig Beschäftigten
nicht als Schuld geführt wird, auch wenn uns diesen Unsinn immer wieder
ein paar Lobbyisten von der Privatversicherungsbranche erzählen wollen.

Viel Spaß auch noch mit den Staatsanleihen von Kenia und Uganda.
--
Roland Franzius
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