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Die Wurzel alles Übels - die materialistische Weltanschauung
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Nadine Schmitt
2019-09-09 14:37:40 UTC
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Es war ein Zeitpunkt eingetreten, wo alles in diesem materialistischen
Baue zu stimmen schien. Und unter einem gewissen Zwange, den die
Vorstellungen der Zeit auf sie ausübten, dachten die Menschen so, wie
ein gläubiger Materialist schreibt: «Das eifrige Studium der
Wissenschaft hat mich dazu gebracht, alles ruhig aufzunehmen, das
Unabänderliche geduldig zu tragen und übrigens dafür sorgen zu helfen,
daß der Menschheit Jammer allmählich gemindert werde. Auf die
phantastischen Tröstungen, die ein gläubiges Gemüt in wunderbaren
Formeln sucht, kann ich um so leichter verzichten, als meine Phantasie
durch Literatur und Kunst die schönste Anregung findet. Wenn ich dem
Gang eines großen Dramas folge oder an der Hand von Gelehrten eine
Reise zu anderen Sternen, eine Wanderung durch vorweltliche
Landschaften unternehme, wenn ich die Erhabenheit der Natur auf
Bergesgipfeln bewundere oder die Kunst des Menschen in Tönen und Farben
verehre, habe ich da nicht des Erhebenden genug? Brauche ich dann noch
etwas, das meiner Vernunft widerspricht? - die Furcht vor dem Tode, die
so viele Fromme quält, ist mir vollständig fremd. Ich weiß, daß ich,
wenn mein Leib zerfällt, so wenig fortlebe, wie ich vor meiner Geburt
gelebt habe. Die Qualen des Fegefeuers und einer Hölle sind für mich
nicht vorhanden. Ich kehre in das grenzenlose Reich der Natur zurück,
die alle Kinder liebend umfaßt. Mein Leben war nicht vergeblich. Ich
habe die Kraft, die ich besaß, wohl angewendet. Ich scheide von der
Erde in dem festen Glauben, daß sich alles besser und schöner gestalten
wird!» (Vom Glauben zum Wissen. Ein lehrreicher Entwickelungsgang
getreu nach dem Leben geschildert von Kuno Freidank.) So denken heute
viele, auf welche die Zwangsvorstellungen noch Gewalt haben, die in der
genannten Zeit auf die Vertreter der materialistischen Weltanschauung
wirkten.

http://www.anthroposophie.net/steiner/ga/bib_steiner_ga_011.htm#_Toc17205759

Keine Ahnung, wann Steiner das geschrieben hat. Aber diese Denkweise
ist in Deutschland bis heute so sehr Mainstream, daß sich kaum noch
einer was anderes vorstellen kann. Und dem wird dann sofort ein Aluhut
aufgesetzt. So geistig rückständig ist dieses Land geblieben. Und die
Deutschen sind darauf auch noch stolz.
Wilhelm Ernst
2019-09-10 16:15:01 UTC
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Am Mon, 09 Sep 2019 16:37:40 +0200hat Nadine Schmitt
Post by Nadine Schmitt
Es war ein Zeitpunkt eingetreten, wo alles in diesem materialistischen
Baue zu stimmen schien. Und unter einem gewissen Zwange, den die
Vorstellungen der Zeit auf sie ausübten, dachten die Menschen so, wie
ein gläubiger Materialist schreibt: «Das eifrige Studium der
Wissenschaft hat mich dazu gebracht, alles ruhig aufzunehmen, das
Unabänderliche geduldig zu tragen und übrigens dafür sorgen zu helfen,
daß der Menschheit Jammer allmählich gemindert werde. Auf die
phantastischen Tröstungen, die ein gläubiges Gemüt in wunderbaren
Formeln sucht, kann ich um so leichter verzichten, als meine Phantasie
durch Literatur und Kunst die schönste Anregung findet. Wenn ich dem
Gang eines großen Dramas folge oder an der Hand von Gelehrten eine
Reise zu anderen Sternen, eine Wanderung durch vorweltliche
Landschaften unternehme, wenn ich die Erhabenheit der Natur auf
Bergesgipfeln bewundere oder die Kunst des Menschen in Tönen und Farben
verehre, habe ich da nicht des Erhebenden genug? Brauche ich dann noch
etwas, das meiner Vernunft widerspricht? - die Furcht vor dem Tode, die
so viele Fromme quält, ist mir vollständig fremd. Ich weiß, daß ich,
wenn mein Leib zerfällt, so wenig fortlebe, wie ich vor meiner Geburt
gelebt habe. Die Qualen des Fegefeuers und einer Hölle sind für mich
nicht vorhanden. Ich kehre in das grenzenlose Reich der Natur zurück,
die alle Kinder liebend umfaßt. Mein Leben war nicht vergeblich. Ich
habe die Kraft, die ich besaß, wohl angewendet. Ich scheide von der
Erde in dem festen Glauben, daß sich alles besser und schöner gestalten
wird!» (Vom Glauben zum Wissen. Ein lehrreicher Entwickelungsgang
getreu nach dem Leben geschildert von Kuno Freidank.) So denken heute
viele, auf welche die Zwangsvorstellungen noch Gewalt haben, die in der
genannten Zeit auf die Vertreter der materialistischen Weltanschauung
wirkten.
http://www.anthroposophie.net/steiner/ga/bib_steiner_ga_011.htm#_Toc17205759
Keine Ahnung, wann Steiner das geschrieben hat. Aber diese Denkweise
ist in Deutschland bis heute so sehr Mainstream, daß sich kaum noch
einer was anderes vorstellen kann. Und dem wird dann sofort ein Aluhut
aufgesetzt. So geistig rückständig ist dieses Land geblieben. Und die
Deutschen sind darauf auch noch stolz.
Dunkel ist Deiner Rede Sinn...

M.M.n. ist die frömmelnde Denkweise der Esoterik heute Mainstream:
Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Wand, Milch von lila Kühen
und ein höheres Wesen ordnet das alles sinnvoll...

Unten/oben, arm/reich, Krieg/Frieden sind gottgegebene Konstanten. Hat
man halt Pech gehabt, wenn man in der falschen Familie/Schicht/Kaste
geboren wurde.

Willi
--
Mal was lesen? :
https://swprs.org/der-propaganda-multiplikator/
Nadine Schmitt
2019-09-11 10:32:01 UTC
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Post by Wilhelm Ernst
Am Mon, 09 Sep 2019 16:37:40 +0200hat Nadine Schmitt
Post by Nadine Schmitt
Es war ein Zeitpunkt eingetreten, wo alles in diesem
materialistischen Baue zu stimmen schien. Und unter einem gewissen
Zwange, den die Vorstellungen der Zeit auf sie ausübten, dachten die
Menschen so, wie ein gläubiger Materialist schreibt: «Das eifrige
Studium der Wissenschaft hat mich dazu gebracht, alles ruhig
aufzunehmen, das Unabänderliche geduldig zu tragen und übrigens
dafür sorgen zu helfen, daß der Menschheit Jammer allmählich
gemindert werde. Auf die phantastischen Tröstungen, die ein
gläubiges Gemüt in wunderbaren Formeln sucht, kann ich um so
leichter verzichten, als meine Phantasie durch Literatur und Kunst
die schönste Anregung findet. Wenn ich dem Gang eines großen Dramas
folge oder an der Hand von Gelehrten eine Reise zu anderen Sternen,
eine Wanderung durch vorweltliche Landschaften unternehme, wenn ich
die Erhabenheit der Natur auf Bergesgipfeln bewundere oder die Kunst
des Menschen in Tönen und Farben verehre, habe ich da nicht des
Erhebenden genug? Brauche ich dann noch etwas, das meiner Vernunft
widerspricht? - die Furcht vor dem Tode, die so viele Fromme quält,
ist mir vollständig fremd. Ich weiß, daß ich, wenn mein Leib
zerfällt, so wenig fortlebe, wie ich vor meiner Geburt gelebt habe.
Die Qualen des Fegefeuers und einer Hölle sind für mich nicht
vorhanden. Ich kehre in das grenzenlose Reich der Natur zurück, die
alle Kinder liebend umfaßt. Mein Leben war nicht vergeblich. Ich
habe die Kraft, die ich besaß, wohl angewendet. Ich scheide von der
Erde in dem festen Glauben, daß sich alles besser und schöner
gestalten wird!» (Vom Glauben zum Wissen. Ein lehrreicher
Entwickelungsgang getreu nach dem Leben geschildert von Kuno
Freidank.) So denken heute viele, auf welche die Zwangsvorstellungen
noch Gewalt haben, die in der genannten Zeit auf die Vertreter der
materialistischen Weltanschauung wirkten.
http://www.anthroposophie.net/steiner/ga/bib_steiner_ga_011.htm#_Toc17205759
Keine Ahnung, wann Steiner das geschrieben hat. Aber diese Denkweise
ist in Deutschland bis heute so sehr Mainstream, daß sich kaum noch
einer was anderes vorstellen kann. Und dem wird dann sofort ein
Aluhut aufgesetzt. So geistig rückständig ist dieses Land geblieben.
Und die Deutschen sind darauf auch noch stolz.
Dunkel ist Deiner Rede Sinn...
Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Wand, Milch von lila
Kühen und ein höheres Wesen ordnet das alles sinnvoll...
Bei den Grünen vielleicht.
Post by Wilhelm Ernst
Unten/oben, arm/reich, Krieg/Frieden sind gottgegebene Konstanten.
Hat man halt Pech gehabt, wenn man in der falschen
Familie/Schicht/Kaste geboren wurde.
Willi
Soziale Gleichheit will die AfD auch nicht, und ist trotzdem typisch
materialistisch. Das heißt letztendlich, die Unterschicht soll ohne
Jenseitshoffnung sich trotzdem mit den Verhältnissen abfinden und ihren
Sinn im Wohl des Volkes und der Weitergabe der Gene suchen. So tickt
der Mensch aber nicht.
Wilhelm Ernst
2019-09-11 19:13:52 UTC
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Am Wed, 11 Sep 2019 12:32:01 +0200hat Nadine Schmitt
Post by Nadine Schmitt
Post by Wilhelm Ernst
Dunkel ist Deiner Rede Sinn...
Strom kommt aus der Steckdose, Wasser aus der Wand, Milch von lila
Kühen und ein höheres Wesen ordnet das alles sinnvoll...
Bei den Grünen vielleicht.
Post by Wilhelm Ernst
Unten/oben, arm/reich, Krieg/Frieden sind gottgegebene Konstanten.
Hat man halt Pech gehabt, wenn man in der falschen
Familie/Schicht/Kaste geboren wurde.
Willi
Soziale Gleichheit will die AfD auch nicht, und ist trotzdem typisch
materialistisch. Das heißt letztendlich, die Unterschicht soll ohne
Jenseitshoffnung sich trotzdem mit den Verhältnissen abfinden und ihren
Sinn im Wohl des Volkes und der Weitergabe der Gene suchen. So tickt
der Mensch aber nicht.
Aha - woran aus dem Programm der AfD machst Du das Materialistische
fest?
(Nur zur Sicherheit: Ich bin kein AfD-Wähler, interessiere mich aber
durchaus für Parteiprogramme...)
Willi
--
Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)
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