Discussion:
Kriegsgeilheit der Aliierten, um Deutschland zu zerschlagen
(zu alt für eine Antwort)
Peer Knörich
2006-07-18 21:43:13 UTC
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Zugegeben, ist zwar ein längerer Text, aber sehr interessant zu lesen,
zeigt er doch den Widerwillen der Alliierten auf, dass derf Krieg
vorzeitig beendet würde. Hochwichtig (sollte eigentlich an jeder
Schule und Uni ausliegen) ist das dreibändige Werk von Wolfgang
Eggert: Israels Geheimvatikan.

Peer

Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
Wolfgang Eggert ist studierter Geschichtswissenschaftler und Politologe
(FUB und LMUM). Nach redaktioneller Ausbildung bei SAT 1 und einer für
VOX arbeitenden Produktionsgesellschaft, wirkt er heute als
freischaffender Historiker. Der abgedruckte Artikel reißt Fragen an,
die im dritten Band von Eggerts Trilogie "Im Namen Gottes - Israels
´Geheimvatikan´" (Chronos Medien GmbH, München 2004) ausführlich
behandelt werden.

1944 verhöhnten die Alliierten das
fehlgeschlagene Attentat auf Hitler als ein von
Verrätern begangenes Verbrechen. Der
Hintergrund enthüllt divergierende "Befreiungs"-
Verständnisse sowie die Eisbrecherfunktion des
Faschismus für die "Großen Drei"
von Wolfgang Eggert

Die Regie der Sieger
Eine Bande von Verbrechern hat ein Attentat auf Hitler verübt. Der zum
Glück unversehrt gebliebene Führer konnte den Putsch einer kleinen
Bande von Verbrechern vereiteln, die versucht hatte, ihn umzubringen.
Die Hinrichtung der verhafteten Vaterlandsverräter wird bald
stattfinden. So lauteten zeitgenössische Berichte über den am 20.
Juli 1944 begangenen Versuch, den berüchtigten Naziführer zu
beseitigen. Sie würden kaum mehr Aufmerksamkeit verdienen - wenn da
nicht der Umstand wäre, daß es nicht die Nazi-Propaganda war, die das
legendäre Attentat des deutschen Widerstands auf diese Weise abtat,
sondern die angloamerikanische Presse. Sie gab damit die einhellige
Meinung der allierten Kriegsführung wieder: die Nazis, so ließ etwa
Churchill verlautbaren, hätten ihnen nur die Arbeit abgenommen; sie
hätten mit den Verschwörern ebenfalls abrechnen müssen, auch sie
waren ihre Feinde.

Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr
als gelegen kommen. Man stelle sich vor: Hitler stirbt mitten im Sommer
1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern
übernimmt die Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen
die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden jenseits der Grenzen
einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig
überwachte Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen
hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind unter den gegebenen
Umständen nicht in Sicht. Mehr noch, den gerade erst an den Stränden
der Bretagne angelandeten Amerikanern bleibt es verwehrt, ihre
militärische Präsenz nach Westeuropa zu tragen. Und die Sowjets
erhalten keinen Zugriff auf die Länder Osteuropas, die bald hinter
einem "Eisernen Vorhang" verschwinden werden: Polen, Ungarn, Bulgarien,
die Tschechei, Rumänien, das Baltikum. Dieses Szenario konnte
unmöglich im Interesse der Alliierten liegen. Und so musste der Krieg
andauern, bis die siegreichen Armeen Stalins, Churchills und Roosevelts
ihre längst untereinander abgesteckten "Claims" besetzt hatten. Bis
zum Handschlag von Torgau und der Besetzung Berlins musste fanatisch
gekämpft werden. Die Regie der Sieger rief nach SS-Truppen, nach
Volksstürmen, nach Parteibonzen, die Hitlerjungen mit Hakenkreuzfahnen
im Arm ins letzte Gefecht schickten.

Vor dem Hintergrund diente der Nationalsozialismus London, Washington
und Moskau auch als psychologisches weil plakatives Feindbild - ein
Feigenblatt, das mit einer Machtübernahme von Nazigegnern,
demokratischen zudem, fortgeweht worden wäre. So mag sich vielleicht
insgesamt besser verstehen lassen, wieso die Versuche der deutschen
Widerständler, ausländische Verbündete für ihre Pläne zum Umsturz
und zur anschließenden Neuordnung zu finden, ständig frustriert
werden mussten. Und zwar an alleroberster Stelle.

Goerdeler - der "Verräter"
Tatsächlich verfügte der "abenteuerliche Widerstand der Junker"
fernab alliierter Kriegspropaganda in Wirklichkeit über ganz
vorzügliche Referenzen. Vor allem im angloamerikanischen Raum, wohin
die Verschwörer des 20. Juli und des Kreisauer Kreises ob ihrer
konservativen Grundhaltung auch hin tendierten. Fabian von
Schlabrendorff, dem wir das Buch "Offiziere gegen Hitler" verdanken,
wurde bereits 1939 von Winston Churchill empfangen. Der Diplomat Adam
von Trott zu Solz, Sohn einer englischen Mutter und ehemaliger
Rhodes-Stipendiat in Oxford, hatte Zugang zur gesellschaftlichen und
intellektuellen Elite der Insel. Er traf 1939 mit dem britischen
Premier Chamberlain und Außenminister Lord Halifax zusammen. Trott war
es auch, der gemeinsam mit Hans Bernd Gisevius, den Leiter des
amerikanischen Geheimdienstes in Bern Allan W. Dulles über die Pläne
des Widerstandes informierte. Alexander Kirk, der amerikanische
Geschäftsträger in Berlin, war mit dem Organisator des Kreisauer
Kreises Helmuth, James Graf von Moltke, bekannt und vermittelte die
Verbindung zu dem Diplomaten George F. Kennan, der später als
Historiker über die Gespräche berichtete. Die Kontakte des deutschen
Widerstandes ins Ausland waren also vielfältig. Und ernüchternd. Vor
und nach Ausbruch des Krieges.

Als sich der zivile Führer des 20. Juli, Karl Friedrich Goerdeler, im
März 1938 mit den Alliierten in Kontakt setzte, bereiteten ihm diese
einen mehr als kühlen Empfang. In London bezichtigte ihn der Erste
Ratgeber des britischen Außenministers, Robert Vansittart, sogar des
Verrats. Dasselbe galt auch für den Oberleutnant Ulrich von Schwerin,
der vor dem Einmarsch in Polen nach London entsandt wurde, um die
Engländer davon zu überzeugen, daß die Invasion vereitelt werden
könnte, wenn die Engländer Hitler zu verstehen geben würden, daß
sie bereit waren, die slawische Nation zu verteidigen. "Nur die Gefahr
eines Krieges an zwei Fronten kann Hitler bremsen," lautete seine
Botschaft. Die auch dieses Mal auf taube Ohren fiel.

Nach Kriegsausbruch versuchte Trott zu Solz am Rande einer Konferenz in
Washington Präsident Roosevelt zur Unterstützung einer Denkschrift zu
bewegen. Diese sollte die sich formierende Opposition gegen Hitler
ermutigen. Vergeblich. Ab 1942 wurden seitens Emissären des Kreisauer
Kreises Versuche unternommen, den Alliierten klarzumachen, daß es
durchaus andersdenkende Kreise gab, die den Nazismus zutiefst
verachteten und daß die Alliierten den Nazismus keinesfalls mit dem
deutschen Volk gleichsetzen dürften. Aber eine solche Unterscheidung
wurde von den Alliierten nicht akzeptiert. Chamberlain zeigte eine
"eisige" Haltung, Roosevelt hielt Gespräche für "untunlich" und 1942
ließ er einen Mittelsmann wissen, daß seine Bitte um Fühlungnahme
die "offizielle Politik" in "Größte Verlegenheit" bringe. Die
Friedensangebote des deutschen Widerstands blockte Außenamtschef Eden
mit der Bemerkung, daß die Angelegenheit zu den Akten gelegt worden
sei, während Churchill mit der Erklärung konterte, daß die
Atlantik-Charta nicht für die Achsenmächte gelte.

Bedingungslose Kapitulation als Garant des Totalen Krieges
Und als nach dem Kriegseintritt Amerikas die Friedensbemühungen von
deutscher Seite (der nazistischen und der widerständlerischen
gleichermaßen) verstärkt wurden, da erhoben die Alllierten im Januar
1943 auf der Casablanca-Konfernez die Forderung der bedingunglosen
deutschen Kapitulation. Um gleich darauf in aller Öffentlichkeit
geradezu katastrophische Kriegsziele zu diskutierten, die für keine
deutsche Regierung annehmbar sein konnten. Damit setzte die
bedingungslose Kapitulation, wenn sie durch eine verantwortungsbewußte
Regierung in Berlin verkündet werden sollte, eine totale Niederlage
voraus. Im Umkehrschluß hieß das, daß jetzt aus deutscher
Perspektive nur mehr ein schmaler Türausschnitt übrig war, an dessen
Pfosten die blutigen Parolen "Totaler Krieg" und "Endsieg" angeschlagen
standen.

Die Folgen waren für die Männer des 20. Juli, die jetzt nur noch sehr
schwer Unterstützung für Ihre Widerstandsarbeit finden konnten,
fatal. Dies zumal die Alliierten in Casablanca einem "besseren
Deutschland" die kalte Schulter zeigten. Es wäre leicht gewesen, die
verhängnisvolle Forderung nach "bedingungsloser Kapitulation" mit dem
zur Opposition ermutigenden Nebensatz zu verbinden: "...so lange Hitler
und sein Naziregime an der Macht sind". Unzweifelhaft hätten auf
diesem Wege eine ganze Reihe führender Generäle - darauf hoffend,
daß eine Umsturzregierung in diesem aussichtlosen Kräftemessen
bessere Friedensbedingungen erhielte als die bestehende - den Weg zum
Widerstand gefunden. Anstelle dessen wurde nun die bedingungslose
Kapitulation vom deutschen Staat verlangt, was - ohne das direkt zu
benennen - die Männer um Stauffenberg mit Hitlers Schergen auf ein und
dieselbe Stufe stellte. Während das alliierte Lager den Widerstand in
sämtlichen außerdeutschen Ländern unterstützte, untergrub es
zugleich in geradezu herausfordernder Art und Weise jenen im direkten
Feindesland.

Angloamerikanische Wasserträger für Hitler
Dennoch muß vor diesem Hintergrund die Frage gestellt werden, ob es
ein Doppelspiel der Alliierten gab, das seinen logischen Höhepunkt
darin fand, daß man den Aufstand vom 20. Juli vom Ausland her als eine
kontrollierte Kettenreaktion ablaufen ließ. Fakt ist nämlich: 1. Die
deutschen Widerständler hielten bis kurz vor dem 20. Juli Kontakt zu
den Briten wie den Amerikanern, die ihnen Sympathie suggerierten. 2.
Sie wurden von diesen Seiten zu ihrem Tun ermutigt, in ihrem Handeln
unterstützt und aufgefordert, vor möglichen Regierungsunterhandlungen
"von-gleich-zu-gleich" ihre Stärke unter Beweis zu stellen. 3. Der
Widerstand arbeitete seinen Putschplan und ein akkurates Zeitfenster
aus. Beides wurde den angloamerikanischen Geheimdiensten zugetragen,
offenkundig, weil man deutscherseits von einer Zusammenarbeit ausging.
So meldete Allen Dulles, Kopf des US-Geheimdienstes "Office of
Strategic Services" in der Schweiz, Anfang Juli 1944, daß "die
nächsten paar Wochen unsere letzte Chance sind, die Bereitschaft der
Deutschen an den Tag zu legen, selbst ihr Land von Hitler und seiner
Bande zu befreien und anstelle dessen eine ordentliche Regierung
einzusetzen." 4. Unmittelbar vor dem Losschlagen erhielt die
Naziführung entsprechende Warnungen, durch welche es ihr gelang, den
zivilen Sektor der Verschwörung abzugreifen: Der designierte
Innenminister der Übergangsregierung, der Sozialdemokrat (MdR) Julius
Leber wurde am 4. Juli bei einem konspirativen Treffen mit Angehörigen
des kommunistischen Widerstandes von der Gestapo verhaftet. Nicht
weniger als 200 weitere Verhaftungen schlossen sich an. Am 18. Juli
1944 kursierten bereits Steckbriefe, die auf die Ergreifung des neuen
Reichskanzlers in spé, den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Dr.
Carl Goerdeler, eine Belohnung aussetzten. Als Goerdeler schließlich
ergriffen wurde, führte er bittere Klage über den Verrat der Briten
an Deutschland. In seinem politischen Testament nannte er "Neville
Chamberlain und seine Clique selbst eine Art Faschisten", Faschisten,
die "mit Hilfe des Nationalsozialismus" ihr "Profitsystem" retten
wollten. Mit diesem von der Zeitgeschichtsforschung viel zu selten
beachteten Fluch spielte Goerdeler auf den Umstand an, daß die Nazis
seit den 20er Jahren von rechten Engländern zu einem Kreuzzug gegen
das sowjetische Schreckgespenst regelrecht aufgerüstet wurden.

Aufgeklärte Selbstsucht
Doch auch jenseits des großen Teichs gab es eine starke Lobby für die
Braun- und Schwarzhemden: "Eine Clique von US-Industriellen", bekundete
der US-Botschafter in Deutschland, William E. Dodd, 1937 gegenüber
einem Reporter der New York Times, "arbeitet eng mit den
Faschistenregimes in Deutschland und Italien zusammen. Ich hatte auf
meinem Posten in Berlin oft Gelegenheit zu beobachten, wie nahe einige
unserer amerikanischen regierenden Familien dem Naziregime sind. Sie
trugen dazu bei, dem Faschismus an die Macht zu verhelfen und sind
darum bemüht, ihn dort zu halten." Unter die regierenden Familien
Amerikas ist nun zweifellos die Bush-Dynastie zu rechnen. Deren
damaliges Oberhaupt Prescott - Vater von Präsident George Bush sen.
und Großvater von George W. - amtierte als Direktor bzw.
Aufsichtsratmitglied von vier Unternehmen, die im Oktober 1942 allesamt
wegen "Nazi-Verbindungen" staatlich konfisziert wurden. Sein damaliger
Syndikus war niemand geringerer als Allen W. Dulles, welcher ebenfalls
auf Hitlers Barbarossafeldzug setzte, zugleich aber den Kriegseintritt
seines Landes (wie er sagte, aus "aufgeklärter Selbstsucht" heraus)
vorangetrieben hatte.

Jetzt, da der demokratische Präsident Roosevelt entschlossen schien,
die Nachkriegswelt mit den Sowjets zu teilen, setzte der Republikaner
Dulles auf einen Separatfrieden mit dem konservativen Teil des
Widerstands, dem es nach einer Machtergreifung ermöglicht werden
sollte, im Osten den Sozialismus zu beerdigen. Gerade acht Tage, bevor
Stauffenberg seine Bombe hochgehen ließ, drahtete Dulles aus dem
schweizerischen Bern, daß ein "dramatisches Ereignis" in Kürze "im
Norden" über die Bühne gehen könnte. Um werbend hinzuzufügen, daß
eine Gruppe der Anti-Hitler-Verschwörung bestrebt sei, "zu verhindern,
daß Zentraleuropa .... unter die Kontrolle der Russen komme." Doch
diese antisowjetische Vision war ihrer Zeit mindestens ein Jahr voraus
und in den entscheidenden Etagen der Macht tickten die Uhren noch
anders. Quasi als Warnschuß lancierte die Presse die Nachricht, der
spätere CIA-Chef hätte Anfang 1933 im Hause eines engen
Geschäftspartners - des Kölner Bankiers Schroeder - die
Koalitionsregierung zwischen Hitler und Papen auf den Weg gebracht; an
der Seite seines Bruders, der nach dem Krieg zum US-Außenminister
erhoben werden sollte.

Ebenfalls Indiskretionen waren es, die Stauffenberg währenddessen in
Deutschland zwangen, den vorher so oft abgebrochenen Umsturzplan
tatsächlich am 20. Juli ablaufen zu lassen. Am 18. Juli 1944 wurde
nämlich bereits in Diplomatenkreisen über das erwarteten
Großereignis getuschelt. Weiteres Zuwarten bedeutete, das Unternehmen
der Gestapo in die Hände zu spielen. Als Stauffenberg in die
Wolfsschanze beordert wurde, war der Beschluß unumstößlich, diesmal
auf alle Fälle zu bomben. Heute weiß jedes Kind, daß der Anschlag
fehlging. Kaum bekannt, bzw. nur ungenügend behandelt wurde dagegen
der tieferliegende Grund: Die Sprengkraft jener Bombe, die Graf
Stauffenberg zur Zündung brachte, war für eine sichere Tötungsaktion
weit zu schwach bemessen. Hitler wurde nicht einmal ernsthaft verletzt.
Die offizielle Forschung mäandert gern an der These, daß die
Höllenmaschine vor ihrer Detonation einige Fuß weit von Hitler
weggeschoben worden war. Auch habe ein Holztisch die Durchschlagskraft
der Sprengladung entscheidend gebremst. Abgesehen davon, daß die
Unversehrtheit von Hitlers unteren Extremitäten dieser Behauptung den
Boden entzieht, ist festzuhalten, daß trotz langer Tradition kein Fall
eines Bombenattentats bekannt wäre, in dem ein Tisch einen derartigen
Anschlag ins geradezu Wirkungslose hätte verpuffen lassen. Fakt
dagegen ist, daß die Sprengkraft der Bombe extrem schwach bestimmt
worden sein muß. Darf es da verwundern, daß das Corpus Delikti
englischer Herkunft war...?

Vermutlich hätten die Männer um Stauffenberg ihren Coup niemals
ablaufen lassen, wenn ihnen die eigentlichen Kriegsziele und die daraus
resultierenden Zusammenhalte im Bündnis der Alliierten bekannt gewesen
wären. Anders als gewiß von Dulles oder Empirelastigen Briten
suggeriert, galten unter den "Großen Drei" nämlich nach wie vor die
öffentlichen Treueschwüre und - zwischen Stalin und Roosevelt - das
bereits lange vor Kriegsausbruch datierende Einverständnis, den
faschistischen Popanz zu nutzen, um die Welt unter sich aufzuteilen.
Die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation und das Verbot
gesonderter Friedensschlüsse trug dem Rechnung. Darüber hinaus wusste
Roosevelt nur zu gut, daß es ein Friedensgesuch einer
neudemokratischen Regierung in Berlin ihm und Churchill unmöglichen
machen würde, den alliierten Soldaten zu erklären, warum es zum Preis
weiterer Millionen Menschenleben nötig sein sollte, weiterzukämpfen.
Diese nicht ganz leichte Aufgabe fiel nun der alliierten Presse zu, die
sich zu dem Spagat genötigt sah, eine Revolte gegen einen Despoten mit
dessen Worten zu erklären.

Die Atmosphäre der finsteren Verbrecherwelt
So textete denn die New York Times über das Attentat, daß dessen
Einzelheiten mehr an "die Atmosphäre der finsteren Verbrecherwelt"
erinnerten als an die, welche man "normalerweise in einem Offizierkorps
eines Kulturstaates erwarten würde." Das Renommierblatt zeigte sich
entrüstet darüber, daß höchste Offiziere ein Jahr lang an dem
Komplott "gegen das Oberhaupt des Staates und den Oberbefehlshaber der
Streitkräfte" gearbeitet hätten. Ein Komplott, bei dem man sich noch
dazu "einer Bombe, der typischen Waffe der Unterwelt" bedient hatte.

Eine andere wichtige US-Zeitung, The Herald Tribune, kommentierte: "Im
allgemeinen bedauern es die Amerikaner keinesfalls, daß Hitler von der
Bombe verschont wurde und sich nun persönlich seiner Generäle
entledigt. Außerdem haben die Amerikaner mit Aristokraten nichts am
Hut, ganz besonders nicht mit solchen, die Dolchstöße ausführen".

Und die London Times schlug nach, es wäre wohl kaum nötig
hervorzuheben, daß Hitlers Gegner keine Freunde der Alliierten sind:
"Die Generäle, die sich als Thronfolger aufspielten, handelten so,
nicht als Verfechter der Freiheit, sondern als Verfechter der
Militarismus."

Eine offenbar an zentraler Stelle ausgegebene Sprachregelung, die
darauf abzielte, die Sympathien der eigenen Bevölkerung von den
deutschen Vorgängen abzuziehen, bewirkte, daß die alliierte Presse
ganz allgemein die breite Beteiligung von Zivilisten an den
Umsturzplänen bestritt oder verschwieg. Allenthalben wurde stattdessen
gebetsmühlenartig von der "Verschwörung der Generale", von einer
"Intrige des Adels" oder auch vom "Widerstand der Junker" gesprochen,
hinter dem sich nichts als der verzweifelte Versuch in ihrem Ehrgeiz
verletzter Militärs verberge, aus Interesse an der eigenen Karriere
den Tyrannen zu ermorden. Eine rein soldatische Verzweiflungstat ohne
jeden ethischen Hintergrund.

Daß wir besser dastehen
In genau diesem Sinne wurde der antifaschistische Aufstand von
Churchill verhöhnt. Vor dem Parlament erklärte er am 2. August 1944,
daß die Köpfe der deutschen Führung lediglich versuchten, ihr
vorgezeichnetes Schicksal, die absolute Niederlage, zu umgehen, indem
die "sich gegenseitig ermordeten"." Daß diese Worte in Wirklichkeit
der Angst eines Jägers entsprangen, dem um ein Haar noch die sicher
geglaubten Felle davongeschwommen wären, verdeutlicht die Auslassung
seines engen Vertrauten John W. Wheeler-Bennett. Dieser sowohl beim
Geheimdienst, als auch beim Außenministerium akkreditierte
"Deutschlandexperte", hatte eine Woche zuvor seinen Premier (Churchill)
und Außenminister Eden über die Vorgänge im Reich wie folgt
gebrieft:

* ``Es kann jetzt mit einiger Sicherheit gesagt werden, daß wir
besser dastehen, so wie die Dinge heute stehen, als wenn die
Verschwörung vom 20. Juli geklappt hätte und Hitler ermordet worden
wäre. In diesem Falle hätten die Generäle der ´Alten´ Armee die
Macht übernommen und, wie sich aus dem letzten Statement des Vatikans
hinsichtlich der Vermittlungsbereitschaft des Papstes herleiten lässt,
dann hätten sie über Baron von Weizsäcker einen bereits
ausgearbeiteten Friedensappell veröffentlicht, laut welchem sich
Deutschland geschlagen gibt und um Bedingungen nachsucht, die sich von
der Forderung nach bedingungsloser Kapitulation unterscheiden.

* Durch das Scheitern des Aufstands sind uns sowohl hier zu Hause
wie in den Vereinigten Staaten Verlegenheiten erspart geblieben, die
aus einem solchen Friedensgesuch möglicherweise resultiert hätten
(etwa wenn sich die Putschregierung auf vorherige Versprechungen der
Engländer berufen hätte, W.E.) Darüber hinaus entsorgen die
gegenwärtigen Säuberungsmaßnahmen Hitlers wahrscheinlich zahlreiche
Individuen, die uns nicht nur im Falle eines gelungen Putsches, sondern
auch nach der Niederringung eines nazistischen Deutschlands
Schwierigkeiten bereitet hätten.

* Wenn es stimmt, daß eine Anzahl der bedeutenderen Generäle
zusammen mit solchen Zivilisten wie Schacht, Neurath und Schulenburg
erledigt worden sind, so haben uns die Gestapo und die SS einen
gewichtigen Dienst erwiesen, indem sie eine Auslese jener Kräfte
beseitigte, die zweifellos nach dem Krieg als "gute" Deutsche posiert
hätten... Es ist daher zu unserem Vorteil, daß die gegenwärtigen
Verfolgungen weiter andauern, denn das Töten von Deutschen durch
Deutsche wird uns künftig vor vielen Verlegenheiten bewahren''

Soweit das Memorandum Wheeler-Bennetts, der vor dem Attentat die
Oppositionsführer Adam von Trott und Goerdeler empfangen und ihnen
suggeriert hatte, er stünde auf ihrer Seite. Das Dokument datiert auf
den 25. Juli, als in Deutschland bereits die ersten Todesurteile gegen
festgenommene Widerstandskämpfer vollstreckt wurden.

Wenn sich die Revolte verschlimmern sollte
Währenddessen zeigte sich auch das Weiße Haus in Sorge um "seinen"
Führer. So schrieb Franklin D. Roosevelt an seine Frau Eleanor aus
Hawaii: "Möglicherweise muß ich überstürzt zurückkommen, wenn sich
die deutsche Revolte verschlimmern sollte! Ich hoffe, daß das nicht
passiert." Erst eine Woche nach Hitlers Beinahe-Entmachtung gab der
Präsident seine erste öffentliche Erklärung zu dem Staatsstreich ab.
Gegenüber Reportern log er: "Ich denke nicht, daß ich mehr über die
deutschen Vorgänge weiß, als sie... Wir mögen alle unsere eigene
Anschauung dazu haben." Dann fuhr er fort, die alliierte Forderung nach
einer totalen Kapitulation zu betonen: "Fast jeder Deutsche leugnet die
Tatsache, daß sie sich im letzten Krieg ergeben haben. Aber dieses
mal, werden sie mit der Nase darauf gestoßen werden!" Aus Moskau
stimmten Stalins Propagandisten ein: "Das hitleristische Deutschland
wird nicht durch aufrührerische Generäle auf die Knie gezwungen
werden, sondern durch uns und unsere Verbündeten!"

Natürlich blieb diese extreme Sichtweise im Westen nicht ohne
Widerspruch. Allen Dulles war über die Tragödie des 20. Juli über
alle Maßen bestürzt. Und George Anthony Bell, der Bischof von
Chichester, verlangte - außer sich vor Wut über die alliierte
Reaktion - daß alles Menschenmögliche getan werden sollte, um
wenigstens jene Verschwörer, die noch nicht von der SS ergriffen
worden waren, aus Deutschland herauszulotsen. Seinem Appell wurde nicht
einmal eine Antwort zuteil. Wohl, weil die Regierung gerade in die
genau entgegengesetzte Richtung ruderte:

England denunziert die deutsche Opposition
Am 13. Juli 1996 druckte die London Times verschiedene Briefe, die das
Blatt nach Platzierung eines Berichts erhalten hatte, der sich mit
Englands Verrat am deutschen Widerstand beschäftigte. Eine Einsendung
erinnerte an einen Fall direkter britischer Sabotage an der
Anti-Hitleristischen Opposition. Der Verfasser - Nicky Bird - verweist
darin auf

* "die verhängnisvolle BBC-Radioübertragung vom 22. Juli 1944" -
zwei Tage nachdem Stauffenbergs Anschlag gescheitert war -, ``in
welcher bis dato noch nicht verhaftete Verschwörer genannt wurden."
Der Beitrag "wurde von Maurice Latey vom Deutschlanddienst des BBC
verfasst, auf Anforderung von dessen Schriftleiter Hugh Greene. Greene
hatte ein Tonband erhalten, welches eine lange Liste von Personen
namentlich erfaßte, die man mit dem Coup in Verbindung brachte. Und
von denen suchte sich Latey die wichtigsten heraus.'' Bird weiter:
``Eingesandt worden war das Band von der in Woburn Abbey eingerichteten
Geheimdienstabteilung ´Political Warfare Executive, Foreign
Office´/PWE, die für den Inhalt der Nachrichtensendungen nach
Deutschland verantwortlich zeichnete. Latey schrieb 1988 in einem
privaten Brief, ´weder Hugh noch ich hätten ahnen können, daß die
PWE uns mit einer Aufstellung beliefern würde, welche die Verschwörer
in Schwierigkeiten bringen könnte.' Nichtsdestoweniger taten sie genau
das, und die PWE muß sich der Folgen wohl bewußt gewesen sein, die
aus der Veröffentlichung einer solchen Liste resultierten.''

Die von den Briten betriebene Denunziationskampagne - sie wurde
seinerzeit auch durch den PWE-eigenen "Soldatensender Calais" verfolgt
- lag genau auf der Ratschlagsebene des Wheeler-Bennett-Memorandums,
die Fraktion der "guten Deutschen" noch vor Kriegsende auszudünnen.
Was nicht verwundern darf, da der gefragte Chefberater John
Wheeler-Bennett dem Chef der Political Warfare Executive Bruce Lockhart
als Vize zur Seite stand.

Dieser Machiavellismus ist umso befremdlicher, wenn man sich vor Augen
hält, daß Churchill, Roosevelt und Stalin damals schon seit mehr als
einem Jahr von der gegen die Juden gerichteten "Endlösung" wussten.
Doch anstatt den Holocaust durch den Widerstand beenden zu lassen oder
auch nur ein einziges Mal mit gezielten Luftschlägen gegen die Wach-
und Vernichtunseinheiten von KZs auf das Geschehen einzuwirken, mühte
man sich um seine propagandistische Instrumentalisierung. Etwa um den
Kampfeswillen der eigenen Soldaten anzuspornen oder - wie bei
Churchills Zivilbombardements geschehen - um eigene Terrorkampagnen als
Vergeltungsschläge zu begründen. Auch die Zwangsmaßnahmen gegen
Deutschland wie Teilung, Besetzung und "Umerziehung" fanden hier eine
willkommene zusätzliche Argumentationsplattform.

Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner Befreiung
Um die Doppelzüngigkeit noch zu steigern, wurde den unterlegenen
Deutschen die zurückliegende und fortdauernde Zerstörung ihres Landes
damit erklärt, daß sie sich der Nazis nicht frühzeitig selbst
entledigt hatten. Unter der Überschrift "Grundlegenden Ziele der
Militärregierung in Deutschland" forderte der US-Generalstab am 26.
April 1945 von dem Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen an vorderster
Stelle:

* "Es muß den Deutschen klargemacht werden, daß Deutschlands
rücksichtslose Kriegführung und der fanatische Widerstand der Nazis
die deutsche Wirtschaft zerstört und Chaos und Leiden unvermeidlich
gemacht haben und daß sie nicht der Verantwortung für das entgehen
können, was sie selbst auf sich geladen haben." Bruchlos daran
anschließend heißt es, die Maske des edlen Ritters ein Stück weit
freigebend: "Deutschland wird nicht besetzt zum Zwecke seiner
Befreiung, sondern als ein besiegter Feindstaat. Ihr Ziel ist ... die
Besetzung Deutschlands, um gewisse wichtige alliierte Absichten zu
verwirklichen."

Wohl auch im Sinne der "gewissen Absichten" hielten es die Alliierten
nach dem Krieg für angebracht, die Interpretation aufrecht zu
erhalten, laut der die Ereignisse des 20. Juli Frucht einer
Verschwörung einiger weniger ehrgeiziger Offiziere gewesen war. So
konnte man nämlich die (vor allem von der Nazi-Propaganda verbreitete)
These stützen, nach der es während der Naziherrschaft in Deutschland
keinerlei Form von Widerstand und Opposition gegen das Regime gegeben
hätte, weshalb alle Deutschen als Nazis betrachtet und auch als solche
behandelt werden müßten. Louis P. Locher, früherer Chef des Berliner
Büros der Associated Press und später Kriegskorrespondent der
Alliierten in Paris, erwähnt in seinem Buch "Always the Unexpected",
daß die amerikanische Presse gezielt Meldungen über den deutschen
Widerstand unterdrückte. Er erklärt: "Berichte über die
Widerstandsbewegung passten nicht in das Konzept der bedingungslosen
Kapitulation. Schon im Sommer 1942 hatte meine Annahme Bestätigung
gefunden, daß Roosevelt entschlossen war, die Schuld des gesamten
deutschen Volkes und nicht nur des Naziregimes für den Ausbruch des
Zweiten Weltkrieges festzulegen." Jetzt erließ der US-Präsident sogar
eigens eine Weisung, daß schriftliche Erwähnungen über einen
deutschen Widerstand während der Hitlerzeit zu unterbleiben hätten.
Der lange Arm dieses Banns überschattete ein gutes Stück
Nachkriegszeit des besetzten Deutschland und reichte mitten hinein in
die sogenannten Kriegsverbrecherprozesse, bei denen es auch um die
Aburteilung von Widerstandskämpfern ging, die den Nachstellungen der
Gestapo entgangen waren.

Nicht wenige Köpfe der Opposition hatten die Kapitulation auf
diplomatischen Positionen im Ausland überdauert, nur um jetzt zu
erleben, daß sie als Angeklagte vor das Nürnberger Siegertribunal
zitiert wurden. Natürlich baten die Verzweifelten sofort ihre
vermeintlichen Freunde im britischen Außenministerium um Bezeugung
ihrer aktiven Widerstandsarbeit, doch liefen ihren Appelle zumeist ins
Leere. So wurde infolge schwerster Rechtsbeugung der entschiedene
Nazigegner Ernst von Weizsäcker, ehemals Staatssekretär im deutschen
Außenamt, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt - obwohl zahllose
bekannte Antifaschisten aus aller Herren Länder für ihn Partei
ergriffen."

Die Rehabilitation sollte auf sich warten lassen. Während der von
eigenen Landsleuten geleistete Widerstand besonders in den
Niederlanden, in Polen, Frankreich und Italien zur Grundlage des
politischen Selbstverständnisses der Demokratie wurde, blieb der
Widerstand der Deutschen gegen den Nationalsozialismus auf Druck der
Besatzungsmächte lange Zeit ein Tabuthema. Die Alliierten waren auch
nach Kriegsende nicht an einem "Nachweis des anderen, besseren
Deutschlands" interessiert. "Sie wollten nicht", schreibt Gerd
Überschär, "daß sich die Überlebenden der NS-Diktatur auf einen
deutschen Widerstand berufen könnten." Wobei praktisch-psychologische
Gesichtspunkte, die sich von dem zentralen Begriff der Kollektivschuld
herleiteten, bestimmend waren.

Die Deutschen unten halten
Das Bild wandelte sich erst Anfang der 50er Jahre, als die Sowjetunion
Bonn im Austausch gegen eine Neutralisierung die sofortige
Wiedervereinigung antrug. Zur gleichen Zeit suchten die Westmächte,
"ihren" Teil Deutschlands als aufgerüstete Frontspitze in die NATO zu
integrieren. Jetzt behinderte die Theorie der Kollektivschuld
plötzlich die auf Einbindung der Bundesrepublik ausgerichteten
Werbefeldzüge Londons und Washingtons. Um die eigene Öffentlichkeit
von der neuen Partnerschaft mit dem alten Feind zu überzeugen,
beschloß man daher, das Naziregime von seinen Untertanen zu
unterscheiden. Als deren Repräsentanten waren nun die "Guten
Deutschen" der 30er und 40er Jahre gefragt. Die am heißesten
gehandelten Ikonen waren dabei jene Oppositionelle, die in der
Tradition des Antikommunismus gestanden hatten. So begann die
Rehabilitation des 20. Juli 1944.

Der Schritt geschah aus rein praktisch-strategischen Gesichtspunkten.
Und so kann es nicht verwundern, daß es der ehemalige Berater des
britischen Außenministers, John Wheeler-Bennett war, welcher jetzt als
erster Engländer von Rang den Verschwörern des 20. Juli ethische
Motive zubilligte. Bis hart an diesen Moment heran hatte der
linientreue Geheimdienstmann und "Historiker" das Wohl und Wehe des
Widerstands weit weniger vorteilhaft bewältigt. Wobei seinem Wort als
"Berater des Foreign Office für die Veröffentlichung von Akten des
Deutschen Außenministeriums" sowie zeitweiliger Chefherausgeber
bleibendes Gewicht zukam. Auf diese Weise montierte nun ausgerechnet
ein Mann, der nur wenige Jahre zuvor Hitlers Rachejustiz an
Stauffenbergs Mannen bejubelt hatte, den Deutschen die spannendenderen
Passagen ihrer jüngsten Geschichte.

Daß die in der gebotenen Form präsentiert und in ihren
tagespolitischen Implikationen auch verstanden wurden, dafür hatte
neben der alliierten Lizenzpresse vor allem der westdeutsche Rundfunk
zu sorgen. Dessen erster und langjähriger Chef? Niemand geringerer als
jener Hugh Greene, der 1944 an der Seite von Wheeler-Bennett die
Schwarze Propaganda gegen Deutschland geleitet und Männer des
Widerstandes über den Äther denunziert hatte.

Diese englischen Quellen fragwürdiger Tradition waren es, die jetzt an
vorderster Front daran arbeiteten, die Bundesrepublik "fit" für die
NATO und die Wiederbewaffnung zu machen. Daß die Mitgliedschaft in dem
Militärbündnis die deutsche Teilung zementierte, wurde der
Öffentlichkeit freilich verschwiegen. Und auch die strategische
Bedeutung der Allianz blieb dem stolzen Michel, der aufrichtig daran
glaubte, nun wieder "wer" zu sein, verborgen. Die NATO, sagte deren
erster Generalsekretär, der Brite Lord Ismay, wurde gegründet um "die
Russen draußen, die Amerikaner drinnen, und die Deutschen unten zu
halten". Es war ernst gemeint.

Der Preis ist das wert
Rückblickend kann festgestellt werden, daß das Scheitern des
Stauffenberg-Aufstandes katastrophale Kriegsfolgen nach sich zog: Auf
Grund der fortgesetzten alliierten Sabotage gegen den
antifaschistischen Widerstand, die so weit ging, deutsche
Freiheitskämpfer den Nazis ans Messer zu liefern, wurden die Kämpfe
um ihr blutigstes Jahr verlängert. Es war das Jahr der Zerstörung der
deutschen Städte, das Jahr der millionenhaften Vertreibungen, das
Jahr, in dem eine Aberzahl von Juden nach der Räumung der KZs auf den
todbringenden Evakuierungsmärschen vor Erschöpfung und Krankheiten
umkamen. Endresultat? Zwischen dem 20. Juli 1944 und dem 8. Mai 1945
ließen allein auf dem heißumkämpften europäischen Kriegsschauplatz
10 Millionen Menschen ihr Leben: Soldaten und Zivilisten, nicht nur
Deutsche, sondern auch Russen, Franzosen, Engländer und Amerikaner,
mehr als in den gesamten vorangegangenen fünf Jahren dieses
schlimmsten Konflikts der menschlichen Geschichte. Es war ein hoher
Preis. Aber die Politik ist freigiebig, wenn es um die Verzinsung von
Opferzahlen geht.

Erinnern wir uns, daß George Bush sen. am Ende des ersten Irak-Krieges
den auf Bagdad zumarschierenden General Schwarzkopf zurückpfiff,
wodurch Saddam Hussein im Amt verblieb. Um die Schlacht auf anderen
Ebenen weiterführen zu können, verhängte die UNO anschließend auf
Drängen der USA und Großbritanniens rigide Boykottmaßnahmen gegen
die einstige Vormacht des Mittleren Ostens. Die Auswirkungen auf das
geschwächt am Boden liegende Land waren verheerend, während
Washington strategisch und ökonomisch punkten konnte. In der in
Nordamerika ausgestrahlten Fernsehsendung "60 Minutes" fragte darob die
Moderatorin Leslie Stahl am 12. Mai 1996 US-Außenministerin Albright:
"Wir haben gehört, daß eine halbe Million Kinder (aufgrund der
Wirtschaftssanktionen) gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder,
als in Hiroshima gestorben sind. Ist das den Preis wert?" Madeleine
Albright bezweifelte die Zahlen gar nicht und erwiderte: "Ich denke,
das ist eine sehr harte Wahl, aber wir denken, der Preis ist das wert!"
Rolf Decker
2006-07-19 08:42:22 UTC
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Post by Peer Knörich
Zugegeben, ist zwar ein längerer Text, aber sehr interessant zu lesen,
zeigt er doch den Widerwillen der Alliierten auf, dass derf Krieg
vorzeitig beendet würde. Hochwichtig (sollte eigentlich an jeder
Schule und Uni ausliegen) ist das dreibändige Werk von Wolfgang
Eggert: Israels Geheimvatikan.
Peer
Guter Text!



Das wird diejenigen wieder furchtbar ärgern, die das mörderische
deutsche Gen so lieb haben.Auch die friedliebenden Allierten die der
ganzen Welt nach ihrer Propaganda nur Demokratie und Wohlstand bringen
wollten werden als das entlarvt, was sie tatsächlich bewegtete: die
Aufteilung der Welt in Interessenzonen.Wobei die allierten
Hegemonialbestrebungen gut waren, die der Nazis aber abgrundtief böse!
Z.Zt. wird wieder ein besonderes Lehrstück aufgeführt, bei dem man
wunderbar die Verlogenheit der "westlichen Wertegemeinschaft" studieren
kann: der US-Zögling Israel darf rauben, morden und zerstören....
und alle halten ihre politisch korrekte Fresse!
Politischer Abschaum tritt in D lieber an, um Künstler, die AUCH im
"Dritten Reich" erfolgreich waren mit einem Bannfluch zu überziehen.
Die "armen" irre gewordenen Israelis zu kritisieren wagt niemand!

ärgert
sich
Rolf
Karl Hauser
2006-07-19 08:49:29 UTC
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Rolf Decker wrote:
(Nazidreck)

Und wieder besudelt das Deutschmüll Knastdecker den Namen Deutschland. Eine
Schande dieser Naziabschaum, gleichzusetzen mit Kinderschändern und
Witwenmörder.

Karl
--
bla,blä,blu
Rolf Decker
2006-07-19 09:23:33 UTC
Permalink
Post by Karl Hauser
(Nazidreck)
Und wieder besudelt das Deutschmüll Knastdecker den Namen Deutschland. Eine
Schande dieser Naziabschaum, gleichzusetzen mit Kinderschändern und
Witwenmörder.
Karl
Du bist auch solch eine arme Kreatur, bei deren Beschneidung
der Schwanz auf der Strecke geblieben ist.....
tröste dich.....
Jahwe wird dich im Paradies mit Aktien belohnen!


glaubt
Rolf
---
Das Schachern geht auch in der Ewigkeit!
Karl Hauser
2006-07-19 09:32:19 UTC
Permalink
Rolf Decker wrote:
(Nazidreck)

Der Gewohnheitsverbrecher Knastdecker kotzte sich aus, "die Juden sind
Schuld". Mehr hat dieser Deutschenmüll nicht zu sagen. Eine Schande dieser
Abschaum, gleichzusetzen mit Kinderschändern und Witwenmördern.

Karl
--
bla,blä,blu
Calimero
2006-07-19 15:00:11 UTC
Permalink
Post by Peer Knörich
Zugegeben, ist zwar ein längerer Text, aber sehr interessant zu lesen,
zeigt er doch den Widerwillen der Alliierten auf, dass derf Krieg
vorzeitig beendet würde. Hochwichtig (sollte eigentlich an jeder
Schule und Uni ausliegen) ist das dreibändige Werk von Wolfgang
Eggert: Israels Geheimvatikan.
Peer
Diese "Verbrecher", die dem Krieg ein Ende setzen wollten
Wolfgang Eggert ist studierter Geschichtswissenschaftler und Politologe
(FUB und LMUM). Nach redaktioneller Ausbildung bei SAT 1 und einer für
VOX arbeitenden Produktionsgesellschaft, wirkt er heute als
freischaffender Historiker. Der abgedruckte Artikel reißt Fragen an,
die im dritten Band von Eggerts Trilogie "Im Namen Gottes - Israels
´Geheimvatikan´" (Chronos Medien GmbH, München 2004) ausführlich
behandelt werden.
1944 verhöhnten die Alliierten das
fehlgeschlagene Attentat auf Hitler als ein von
Verrätern begangenes Verbrechen. Der
Hintergrund enthüllt divergierende "Befreiungs"-
Verständnisse sowie die Eisbrecherfunktion des
Faschismus für die "Großen Drei"
von Wolfgang Eggert
Die Regie der Sieger
.... Tatsächlich musste den Alliierten das Scheitern des 20. Juli 1944 mehr
als gelegen kommen. Man stelle sich vor: Hitler stirbt mitten im Sommer
1944. Ein breitgefächertes Bündnis von Widerstandskämpfern
übernimmt die Regierung, auf deren Geheiß hin die deutschen Truppen
die Waffen niederlegen. Die Kampfhandlungen enden jenseits der Grenzen
einer großdeutschen Nation, die das von Britannien so eifersüchtig
überwachte Gleichgewicht auf dem Kontinent aus der Waagschale geworfen
hat. Doch Besatzung oder gar Teilungen sind unter den gegebenen
Umständen nicht in Sicht. ....
Hä?
Bist du besoffen??
Es gab im Sommer 1944 keine Alternative mehr zur vollständigen
Kapitulation.
Auch eine Regierung "von Widerstandskämpfern" hätte die die Amis ins
Land lassen müssen.

Das zeigt schon die Qualität dieses "freien Historikers". Was für ein
Amateur ....


"Dubya" Calimero


--
"Here on earth God's work must truly be our own."
(John F. Kennedy, Washington D.C., January 20th, 1961)

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