Discussion:
Die E-Autos sind (noch nicht) marktreif
(zu alt für eine Antwort)
Fred
2021-02-09 18:14:24 UTC
Permalink
Die Mehrheit der Deutschen scheut den Kauf eines Elektroautos
– zu Recht

Eine Studie offenbart die weit verbreitete Skepsis der
Deutschen hinsichtlich der Anschaffung eines Elektroautos.
Schaut man sich die Fakten an, sind die Zweifel berechtigt.
(...)
E-Autos sind (noch nicht) marktreif

Tatsächlich ist die Skepsis der Deutschen bezüglich einer
Anschaffung von Elektroautos – zumindest zum gegenwärtigen
Zeitpunkt – berechtigt:

* Es existiert tatsächlich noch immer kein flächendeck-
endes, engmaschiges Netz von Ladestationen in Deutschland
- und die Stecker der Anbieter sind für Fahrer anderer
Marken nicht kompatibel

* Als Folge davon und aufgrund von technischen Limitationen
der Ladesysteme dauern Ladevorgänge bei Elektroautos sehr
lange. Eine dreiviertel Stunde für eine „Volladung“ kann
als normal bezeichnet werden – ein massiver Nachteil gegen-
über dem Tankvorgang bei Verbrennern, welcher ein paar
Minuten in Anspruch nimmt

* Tatsächlich ist die Reichweite von E-Autos deutlich
geringer als bei Benzinern, Diesel-Fahrzeugen oder Hybrid-
autos - Untersuchungen zufolge liegt diese je nach Modell
zwischen 100 Kilometern (Smart Forfour EQ passion) und 450
Kilometern (Tesla Model X 100D). In allen Fällen ist dies
bedeutend geringer als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit
Verbrennungsmotor (beim Smart Forfour Benziner liegt die
Reichweite beispielsweise zwischen 420 und 480 Kilometern,
die Reichweitevon Fahrzeugen der oberen Mittelklasse wie
dem Audi A6 oderdem 5er BMW liegt zwischen 900 und 1000
Kilometern - der Konkurrent von Tesla kommt damit nur
auf etwa halb so viel).

* Je kälter es ist, umso schwächer ist die Leistung
der Antriebsbatterie und die Reichweite schmilzt schnell
zusammen – ein Umstand, den FAZ-Redakteure kürzlich
anhand eines Selbstversuchs aufzeigten

* Elektroautos sind deutlich teurer als vergleichbare
Modelle mit Verbrennungsmotor. Wie die Wirtschaftswoche
berichtet, liegen die Mehrkosten bei etwa 50 Prozent.

* Zudem führen die extrem hohen Strompreise in Deutsch-
land dazu, dass die Kostenvorteile von E-Autos im Betrieb
immer stärker schmelzen. So kostete der Strom an Lade-
säulen der großen Anbieter im Jahr 2020 zwischen 38 und
52 Cent pro Kilowattstunde. Berücksichtigt man nun den
vom ADAC in einer aktuellen Untersuchung ermittelten
Verbrauch unter realen Bedingungen (zwischen 16 und 28
Kilowattstunden pro 100 Kilometer), gelangt man schnell
in den Kostenbereich eines Dieselfahrzeugs.

Auch die Zweifel an der Umweltfreundlichkeit sind angebracht:

* Der Bau der Antriebsbatterie ist extrem energieintensiv –
so energieintensiv, dass die meisten Elektroautos erst nach
etwa 5 bis 7 Jahren Betrieb eine positivere Energiebilanz
als Autos mit Verbrennungsmotor aufweisen , wie aus einer
ADAC-Studie zur Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus
hervorgeht

* Die Antriebsbatterie muss zudem im Gegensatz zu Motoren
nach 8 bis 10 Jahren ersetzt werden – was nicht nur sehr
teuer ist (siehe den Punkt Antriebsbatterie als Grund für
hohe Anschaffungspreise), sondern den gerade angesprochenen
enormen Ressourcenverbrauch erneut erforderlich macht.

* Der Wechsel der Antriebsbatterie kann zur Kostenfalle
werden. Medienberichten zufolge kostet ein Wechsel beim
Kleinwagen Nissan Leaf beispielsweise zwischen 10.000 und
22.000 Euro. Ein Daimler-Sprecher bezifferte die Kosten
gegenüber dem Magazin Focus auf zwischen 8.600 und 17.000 Euro.

* Der Betrieb des Elektroautos ist zudem nur dann wirklich
„umweltfreundlich“, wenn gewährleistet ist, dass 100 Prozent
des Stroms aus alternativen Energiequellen stammt. Wie das
Beispiel des deutschen Energiemixes im vierten Quartal 2020
zeigt, als Kohle der wichtigste Energielieferant war, kann
dies jedoch nie ganz gelingen#

* Die in der Antriebsbatterie verbauten seltenen Roh-
stoffe wie Lithium oder Kobalt stammen häufig nicht nur
aus problematischen Abbauregionen, sondern müssen wie das
Rohöl für die Verbrennungsmotoren auch mit hohem Ressour-
ceneinsatz aus fernen Kontinenten nach Deutschland impor-
tiert werden. Bemerkenswerterweise werden all diese Vor-
leistungen von der EU bei der Erstellung der „Klimabilanz“
von Elektroautos nicht berücksichtigt – diese wird einfach
kurzerhand bei „Null“ angesetzt

* Zuletzt sei angemerkt: Eine rasch zunehmende Umstellung
der Automobilindustrie auf E-Autos führt zwangsläufig zum
Verlust zehntausender, wahrscheinlich hunderttausender
Arbeitsplätze in Deutschland, wie aus Prognosen des
Verbands der Automobilhersteller hervorgeht. (..)
mehr:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508943/Die-Mehrheit-der-Deutschen-scheut-den-Kauf-eines-Elektroautos-zu-Recht


FYI
Rijo
2021-02-09 18:19:26 UTC
Permalink
Am 09.02.2021 um 19:14 schrieb Fred:

[ ... ]

Und dieser ganze Elektromüll wird noch extrem gefördert - mit dem Geld
der kleinen Steuerzahler, die sich bald nicht mal mehr einen
vernünftigen Verbrenner kaufen können. Nicht jeder hat mal so eben 40
Tsd € da rumliegen.

Ist das nicht verfassungsrechtlich bedenklich?
--
Autorität ist lediglich eine Frage des Kalibers
Michael S.
2021-02-09 18:39:29 UTC
Permalink
Post by Fred
- und die Stecker der Anbieter sind für Fahrer anderer
Marken nicht kompatibel
Das ist falsch.
Post by Fred
*    Elektroautos sind deutlich teurer als vergleichbare
Modelle mit Verbrennungsmotor.
Hier muss man definieren, was "vergleichbar" bedeutet. Meist sind
vergleichbar ausgestattete Verbrenner nicht signifikant billiger.
(mit z.B. Standheizung und Automatikgetriebe)
Aber: Verbrenner-Basismodelle sind viel billiger als Elektroautos, das
stimmt.
Post by Fred
*    Zudem führen die extrem hohen Strompreise in Deutsch-
land dazu, dass die Kostenvorteile von E-Autos im Betrieb
immer stärker schmelzen. So kostete der Strom an Lade-
säulen der großen Anbieter im Jahr 2020 zwischen 38 und
52 Cent pro Kilowattstunde. Berücksichtigt man nun den
vom ADAC in einer aktuellen Untersuchung ermittelten
Verbrauch unter realen Bedingungen (zwischen 16 und 28
Kilowattstunden pro 100 Kilometer), gelangt man schnell
in den Kostenbereich eines Dieselfahrzeugs.
Für Langstrecken ist das korrekt, für Leute, die fast immer zu Hause
laden können, stimmt das nicht.
Post by Fred
*    Der Betrieb des Elektroautos ist zudem nur dann wirklich
„umweltfreundlich“, wenn gewährleistet ist, dass 100 Prozent
des Stroms aus alternativen Energiequellen stammt. Wie das
Beispiel des deutschen Energiemixes im vierten Quartal 2020
zeigt, als Kohle der wichtigste Energielieferant war, kann
dies jedoch nie ganz gelingen#
Das stimmt so nicht. Rechnet man mit dem Energiemix und nimmt man die
Produktion der Batterie raus, ist das E-Auto fast immer deutlich im
Vorteil. Ausnahmen: schnelle Autobahnfahrten und tiefster Winter
Nimmt man die Batterieproduktion rein, kommt es zusätzlich auf die
gefahrenen Kilometer über die Lebensdauer an.
Post by Fred
*    Die in der Antriebsbatterie verbauten seltenen Roh-
stoffe wie Lithium oder Kobalt stammen häufig nicht nur
aus problematischen Abbauregionen, sondern müssen wie das
Rohöl für die Verbrennungsmotoren auch mit hohem Ressour-
ceneinsatz aus fernen Kontinenten nach Deutschland impor-
tiert werden.
Rohöl wird im Auto verbrannt und ist dann weg. Lithium kann (in Zukunft)
recycelt werden, die anderen Stoffe vermutlich auch.

Alles was ich gesnippt habe, ist nicht grundsätzlich falsch. Das oben
Zitierte war teilweise oder komplett falsch.
--
Michael
F. W.
2021-02-10 07:38:58 UTC
Permalink
Die Mehrheit der Deutschen scheut den Kauf eines Elektroautos – zu
Recht
Trotzdem gehen die Zahlen erstaunlich schnell nach oben. Mich würde mal
interessieren, wer eAutos kauft. Vermutlich Leute mit einem
überschaubaren Fahrprofil.
Eine Studie offenbart die weit verbreitete Skepsis der Deutschen
hinsichtlich der Anschaffung eines Elektroautos. Schaut man sich die
Fakten an, sind die Zweifel berechtigt. (...) E-Autos sind (noch
nicht) marktreif
Dafür funktioniert der Markt aber ziemlich gut.
Tatsächlich ist die Skepsis der Deutschen bezüglich einer Anschaffung
von Elektroautos – zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt –
* Es existiert tatsächlich noch immer kein flächendeck- endes,
engmaschiges Netz von Ladestationen in Deutschland - und die Stecker
der Anbieter sind für Fahrer anderer Marken nicht kompatibel
Man kann sehr oft zuhause oder an einer erreichbaren Steckdose laden.
Und in den allermeisten (Tief)Garagen sollte eine Umrüstung zum
Notstecker kein größeres Problem darstellen.
* Als Folge davon und aufgrund von technischen Limitationen der
Ladesysteme dauern Ladevorgänge bei Elektroautos sehr lange. Eine
dreiviertel Stunde für eine „Volladung“ kann als normal bezeichnet
werden – ein massiver Nachteil gegen- über dem Tankvorgang bei
Verbrennern, welcher ein paar Minuten in Anspruch nimmt
Die Deutschen fahren m. W. pro Tag 22 km zur Arbeit im Schnitt. Das ist
nicht viel. Auch für ein aktuelles eAuto nicht. Und Laden kann man die
ganze Nacht oder den ganzen Arbeitstag ohne Zeitverlust.
* Tatsächlich ist die Reichweite von E-Autos deutlich geringer als
bei Benzinern, Diesel-Fahrzeugen oder Hybrid- autos - Untersuchungen
zufolge liegt diese je nach Modell zwischen 100 Kilometern (Smart
Forfour EQ passion) und 450 Kilometern (Tesla Model X 100D). In allen
Fällen ist dies bedeutend geringer als bei vergleichbaren Fahrzeugen
mit Verbrennungsmotor (beim Smart Forfour Benziner liegt die
Reichweite beispielsweise zwischen 420 und 480 Kilometern, die
Reichweitevon Fahrzeugen der oberen Mittelklasse wie dem Audi A6
oderdem 5er BMW liegt zwischen 900 und 1000 Kilometern - der
Konkurrent von Tesla kommt damit nur auf etwa halb so viel).
Ja, eAutos haben eine geringere Reichweite als Diesel. Das ist weder neu
noch überraschend noch ein Kriterium für eAutos. Niemand kauft sich ein
eAuto, um die Reichweite zu erhöhen.
* Je kälter es ist, umso schwächer ist die Leistung der
Antriebsbatterie und die Reichweite schmilzt schnell zusammen – ein
Umstand, den FAZ-Redakteure kürzlich anhand eines Selbstversuchs
aufzeigten
Ja, das gilt für jedes iPhone genauso.
* Elektroautos sind deutlich teurer als vergleichbare Modelle mit
Verbrennungsmotor. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, liegen die
Mehrkosten bei etwa 50 Prozent.
Das ist nicht heraus. eAutos haben die meisten anfälligen Systeme der
Verbrenner überhaupt nicht an Bord. Es könnte also sein, dass so ein
eAuto die doppelte oder dreifache Menge an Kilometern abreißt, bevor der
Schrottplatz droht. Damit ist ein eAuto wieder billiger.
* Zudem führen die extrem hohen Strompreise in Deutsch- land dazu,
dass die Kostenvorteile von E-Autos im Betrieb immer stärker
schmelzen.
Kostenvorteile? Oben steht Kostennachteile...
So kostete der Strom an Lade- säulen der großen Anbieter im Jahr
2020 zwischen 38 und 52 Cent pro Kilowattstunde.
Ja Angebot und Nachfrage. Das regelt sich schon.
Berücksichtigt man nun den vom ADAC in einer aktuellen Untersuchung
ermittelten Verbrauch unter realen Bedingungen (zwischen 16 und 28
Kilowattstunden pro 100 Kilometer), gelangt man schnell in den
Kostenbereich eines Dieselfahrzeugs.
Inklusive Reparaturen an Abgasanlage, Wasser-, Luft-, Klima- Treibstoff-
und Stromsystem? Schwer vorstellbar.
* Der Bau der Antriebsbatterie ist extrem energieintensiv – so
energieintensiv, dass die meisten Elektroautos erst nach etwa 5 bis 7
Jahren Betrieb eine positivere Energiebilanz als Autos mit
Verbrennungsmotor aufweisen , wie aus einer ADAC-Studie zur Ökobilanz
über den gesamten Lebenszyklus hervorgeht
Siehe oben: da sie vermutlich viel länger fahren, macht das nichts.
* Die Antriebsbatterie muss zudem im Gegensatz zu Motoren nach 8
bis 10 Jahren ersetzt werden – was nicht nur sehr teuer ist (siehe
den Punkt Antriebsbatterie als Grund für hohe Anschaffungspreise),
sondern den gerade angesprochenen enormen Ressourcenverbrauch erneut
erforderlich macht.
Auch das steht nicht fest. Hier ist eine Akku-Taschenlampe von Aldi aus
dem Jahr 2001 wöchentlich problemlos im Betrieb.
* Der Wechsel der Antriebsbatterie kann zur Kostenfalle werden.
Medienberichten zufolge kostet ein Wechsel beim Kleinwagen Nissan
Leaf beispielsweise zwischen 10.000 und 22.000 Euro. Ein
Daimler-Sprecher bezifferte die Kosten gegenüber dem Magazin Focus
auf zwischen 8.600 und 17.000 Euro.
Wenn der Akku nach 10 Jahren kaputt sein sollte, könnte es Stromschienen
geben, auf denen das Auto trotzdem noch fahren könnte.
* Der Betrieb des Elektroautos ist zudem nur dann wirklich
„umweltfreundlich“, wenn gewährleistet ist, dass 100 Prozent des
Stroms aus alternativen Energiequellen stammt. Wie das Beispiel des
deutschen Energiemixes im vierten Quartal 2020 zeigt, als Kohle der
wichtigste Energielieferant war, kann dies jedoch nie ganz gelingen#
Laut täglichem Umweltbericht des SPIEGEL beträgt der Anteil erneuerbarer
Energie in Deutschland schon mal 62 %.
* Die in der Antriebsbatterie verbauten seltenen Roh- stoffe wie
Lithium oder Kobalt stammen häufig nicht nur aus problematischen
Abbauregionen, sondern müssen wie das Rohöl für die
Verbrennungsmotoren auch mit hohem Ressour- ceneinsatz aus fernen
Kontinenten nach Deutschland impor- tiert werden.
Bemerkenswerterweise werden all diese Vor- leistungen von der EU bei
der Erstellung der „Klimabilanz“ von Elektroautos nicht
berücksichtigt – diese wird einfach kurzerhand bei „Null“ angesetzt
Das gilt für jedes iPhone und die Leute kaufen es wie blöde.
* Zuletzt sei angemerkt: Eine rasch zunehmende Umstellung der
Automobilindustrie auf E-Autos führt zwangsläufig zum Verlust
zehntausender, wahrscheinlich hunderttausender Arbeitsplätze in
Deutschland, wie aus Prognosen des Verbands der Automobilhersteller
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508943/Die-Mehrheit-der-Deutschen-scheut-den-Kauf-eines-Elektroautos-zu-Recht
Nein,

die gesamte Branche wird umgekrempelt werden. Vielleicht der wahre Grund
für derartige Meldungen.

FW
Karl Müller
2021-02-10 07:57:58 UTC
Permalink
Post by F. W.
Das ist nicht heraus. eAutos haben die meisten anfälligen Systeme der
Verbrenner überhaupt nicht an Bord. Es könnte also sein, dass so ein
eAuto die doppelte oder dreifache Menge an Kilometern abreißt, bevor der
Schrottplatz droht. Damit ist ein eAuto wieder billiger.
Bis auf eine Ausnahme - die Antriebsbatterie...

Beim Verbrenner hilft ein Starthilfe-Kabel, wenn die Startbatterie mal
ausfällt - was mache ich mit dem E-Auto?

Kauf ich mir dann ein neues, was wahrscheinlich dann sogar billiger ist?

mfg

Karl
F. W.
2021-02-10 08:46:40 UTC
Permalink
Post by Karl Müller
Post by F. W.
Das ist nicht heraus. eAutos haben die meisten anfälligen Systeme
der Verbrenner überhaupt nicht an Bord. Es könnte also sein, dass
so ein eAuto die doppelte oder dreifache Menge an Kilometern
abreißt, bevor der Schrottplatz droht. Damit ist ein eAuto wieder
billiger.
Bis auf eine Ausnahme - die Antriebsbatterie...
Beim Verbrenner hilft ein Starthilfe-Kabel, wenn die Startbatterie
mal ausfällt - was mache ich mit dem E-Auto?
Kauf ich mir dann ein neues, was wahrscheinlich dann sogar billiger ist?
mfg
Karl
Die eAuto-Bauer experimentieren derzeit mit Solarzellen als Oberfläche.
Übertrieben gesagt, kannst Du mit einem leeren Auto mal ein Schnitzel
essen gehen und wenn Du fertig bist, kostenlos weiterfahren.

Natürlich noch lange nicht. Aber irgendwann?

FW
Ralf Koenig
2021-02-10 09:21:13 UTC
Permalink
Post by F. W.
Die eAuto-Bauer experimentieren derzeit mit Solarzellen als Oberfläche.
Übertrieben gesagt, kannst Du mit einem leeren Auto mal ein Schnitzel
essen gehen und wenn Du fertig bist, kostenlos weiterfahren.
Natürlich noch lange nicht. Aber irgendwann?
Schau mal auf die Ausbeute:
https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/10.02.2020/10.02.2021/

Das gelbe ist elektrische Energie aus Photovoltaik.

Im Sommer (in Deutschland) schon ein Bringer, im Winter (in Deutschland)
aber kommt da kaum was bei rum.

Aber nehmen wir mal den tollen Fall: Sommer, Sonne satt! Und rechnen ein
bisschen. Wie lange dauert dein veganes Kohlrabi-Schnitzel? Mal
angenommen eine Stunde.

Mit um 300 Watt peak Photovoltaik mal so exemplarisch auf der Autofläche
hast du dann im besten Fall in der einen Stunde so 300 Wh oder 0,3 kWh
gewonnen.

Damit kann man mit einem Verbrauch ca. 10 kWh/100km = 100 Wh/km
(Schmidtchen Schleicher in nem Kleinstwagen) bis 30 kWh/100 km = 300
Wh/km (größere Autos bei so 120 km/h) ca. 3 km bis 1 km fahren. Also:
ja, man mag dann kostenlos weiterfahren können, aber die Strecke, die
man nach 1h "in der Sonne aufgeladen" wieder fahren kann, kann man
eigentlich auch laufen.

Wer wirklich komplett aus PV-Strom fahren will und das an sich ohne
Aufladen, wird Autos brauchen, die sich von der Form her etwa an diesen
Flundern hier orientieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/World_Solar_Challenge

Und die Dinger fahren im sonnigen Australien.

Photovoltaik ist ne wunderbare Technologie. Aber 1) die Sonne muss
scheinen und 2) die Sonnenenergie muss irgendwo gespeichert worden sein
und 3) dann als "Druckbetankung" über nen Schnelllader in 1h
Kohlrabi-Schnitzel-Essen ins Auto - nur so wird das irgendwie stimmig,
wenn sich die Vorstellung eines Autos etwa so erhält wie das, was wir
heute darunter verstehen.

Scheint mal nicht die Sonne (und auch das kommt ja täglich vor, einfach
abends, nachts, bis früh, und ggf. noch tagsüber bei bedecktem Himmel),
dann kommt auch von der PV echt wenig rum. Hier braucht es dann also
auch noch einen Plan B.

Grüße,
Ralf
F. W.
2021-02-10 09:27:24 UTC
Permalink
Post by Ralf Koenig
Scheint mal nicht die Sonne (und auch das kommt ja täglich vor,
einfach abends, nachts, bis früh, und ggf. noch tagsüber bei
bedecktem Himmel), dann kommt auch von der PV echt wenig rum. Hier
braucht es dann also auch noch einen Plan B.
Sicher. Ich denke, man soll mit dem SION vielleicht nur so lange fahren
können, bis eine Ladestation erreicht ist.

FW
Ole Jansen
2021-02-10 08:10:10 UTC
Permalink
Post by F. W.
Die Mehrheit der Deutschen scheut den Kauf eines Elektroautos – zu Recht
Trotzdem gehen die Zahlen erstaunlich schnell nach oben. Mich würde mal
interessieren, wer eAutos kauft. Vermutlich Leute mit einem
überschaubaren Fahrprofil.
Vorsicht bei solchen Jubelmeldungen. Hier werden gerne
die Zahlen für "E-Antrieb plus Plug-In Hybrid" hergenommen.
Viele Nutzer kaufen aktuell Hybridfahrzeuge wegen der
erwarteten Wertstabilität und weil sie leider geil sind
(geringer Verbrauch bei guten Fahjrleistungen)

Reine E-Autos machen aber aktuell etwa 1.2% des Bestandes aus.
Davon entfallen etwas mehr als die Hälfte auf gewerbliche
oder behördliche Anwender, vorrangig die die Post.

Es verbleiben etwa 0.6% echte private Hallter mit reinem
Elektroantrieb als *Erstwagen*. Auf welche schätzungsweise
0.2% der absolvierten Personenkilometer entfallen.

Dafür wurden konservativ geschätzt in den letzten Jahren
2.1-8.1Mrd € direkte und undirekte Subventionen ausgeschüttet
und auch gerne abgegriffen, je nachdem ob man z.B. die
Abgabefreiheiut von Fahrstrom und die Bezuschussung der
Ladeinfrastruktur noch mit dazu rechnet usw.
Und ohne nennenswerte Einsparungen im real existierenden
Strommix.

Zum Vergleich: Wechselkennzeichen hätten wenige hundert
Mio€ pro Jahr gekostet...

O.J.
Karl Müller
2021-02-10 08:19:54 UTC
Permalink
Vorsicht bei solchen Jubelmeldungen. Hier werden gerne die Zahlen für
"E-Antrieb plus Plug-In Hybrid" hergenommen. Viele Nutzer kaufen aktuell
Hybridfahrzeuge wegen der erwarteten Wertstabilität und weil sie leider
geil sind (geringer Verbrauch bei guten Fahjrleistungen)
Erklärt das auch den tollen Gewinnsprung von Toyota?

<https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autoindustrie-toyota-
hebt-nach-gewinnsprung-prognose-an/26900398.html>

Wobei die das Konzept "Hybrid" schon seit 20 Jahren sehr ernst genommen
haben - verbinde die Vorteile von Verbrenner und E-Antrieb, vermeide
deren Nachteile und pass dabei auf, dass der Anwender am besten davon
nichts merkt :-)

mfg

Karl
Ole Jansen
2021-02-10 08:52:38 UTC
Permalink
Post by Karl Müller
Erklärt das auch den tollen Gewinnsprung von Toyota?
<https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autoindustrie-toyota-
hebt-nach-gewinnsprung-prognose-an/26900398.html>
Wobei die das Konzept "Hybrid" schon seit 20 Jahren sehr ernst genommen
haben - verbinde die Vorteile von Verbrenner und E-Antrieb, vermeide
deren Nachteile und pass dabei auf, dass der Anwender am besten davon
nichts merkt
Und lass mal die Ingenieure und Trendforscher machen.
Und pass auf dass sich die Politik aus technischen
Details raushält...
<https://www.southpark.de/folgen/o0wg88/south-park-snobwarnung-staffel-10-ep-2>

O.J.
F. W.
2021-02-10 08:48:59 UTC
Permalink
Post by F. W.
Die Mehrheit der Deutschen scheut den Kauf eines Elektroautos – zu Recht
Trotzdem gehen die Zahlen erstaunlich schnell nach oben. Mich würde
mal interessieren, wer eAutos kauft. Vermutlich Leute mit einem
überschaubaren Fahrprofil.
Vorsicht bei solchen Jubelmeldungen. Hier werden gerne die Zahlen für
"E-Antrieb plus Plug-In Hybrid" hergenommen.
Immerhin.
Viele Nutzer kaufen aktuell Hybridfahrzeuge wegen der erwarteten
Wertstabilität und weil sie leider geil sind (geringer Verbrauch bei
guten Fahjrleistungen)
Ja, für mich wäre das auch eine Option.
Reine E-Autos machen aber aktuell etwa 1.2% des Bestandes aus. Davon
entfallen etwas mehr als die Hälfte auf gewerbliche oder behördliche
Anwender, vorrangig die die Post.
Das war nach dem Krieg auch so.
Es verbleiben etwa 0.6% echte private Hallter mit reinem
Elektroantrieb als *Erstwagen*. Auf welche schätzungsweise 0.2% der
absolvierten Personenkilometer entfallen.
Dafür wurden konservativ geschätzt in den letzten Jahren 2.1-8.1Mrd €
direkte und undirekte Subventionen ausgeschüttet und auch gerne
abgegriffen, je nachdem ob man z.B. die Abgabefreiheiut von Fahrstrom
und die Bezuschussung der Ladeinfrastruktur noch mit dazu rechnet
usw. Und ohne nennenswerte Einsparungen im real existierenden
Strommix.
Zum Vergleich: Wechselkennzeichen hätten wenige hundert Mio€ pro Jahr
gekostet...
Ich sage ja nicht, dass das eAuto einen Siegeszug antritt. Aber wenn Du
so alt wärst wie ich (56), würdest Du Dich schon wundern, was so alles
selbstverständlich wird, was jahrzehntelang als nicht machbar bezeichnet
wurde.

FW
Ole Jansen
2021-02-10 08:58:42 UTC
Permalink
Post by F. W.
Ich sage ja nicht, dass das eAuto einen Siegeszug antritt. Aber wenn Du
so alt wärst wie ich (56), würdest Du Dich schon wundern, was so alles
selbstverständlich wird, was jahrzehntelang als nicht machbar bezeichnet
wurde.
Ich habe vor über 20 Jahren mal zwei Wochen sowas ausprobiert:
<https://de.wikipedia.org/wiki/Kewet_EL_Jet>

Fahrzeugbaulich und sicherheitstechnisch hat sich seitdem
viel verbessert. Die prinzipiellen Nachteile sind die selben
wie damals und Strom ist gefühlt zu teurer.

O.J.
F. W.
2021-02-10 09:14:27 UTC
Permalink
Post by Ole Jansen
Post by F. W.
Ich sage ja nicht, dass das eAuto einen Siegeszug antritt. Aber
wenn Du so alt wärst wie ich (56), würdest Du Dich schon wundern,
was so alles selbstverständlich wird, was jahrzehntelang als nicht
machbar bezeichnet wurde.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Kewet_EL_Jet>
Fahrzeugbaulich und sicherheitstechnisch hat sich seitdem viel
verbessert. Die prinzipiellen Nachteile sind die selben wie damals
und Strom ist gefühlt zu teurer.
O.J.
Nun ja, wenn man es ernst meinen würde mit der Elektromobilität, dem
Klima etc. dann würde man systematisch umrüsten. Man hätte bereits 1998
anfangen können, an Trassenstrom zu forschen. Hat man aber nicht.

Damaliges Argument: dauert wenigstens 20 Jahre.
Heutiges Argument: wir wären fertig.

Gegen die geringe Reichweite helfen nur fünf Ideen, die aber nur
teilweise diskutiert werden:

- sparsamere Motoren (werden sowieso kommen)
- größere Akkus (werden auch kommen)
- Stromtrassen (gelten als sinnlos, obwohl wir mit den Stromleitungen
und Schienen der Bahn genau das haben)
- Wechselakkus (gelten als unmöglich, obwohl man Gasflaschen seit 1950
tauschen kann)
- Solarzellen auf der Oberfläche des Autos (was z. B. SION machen will).

Manchmal ist die Diskussion um ein Problem schlimmer als das Problem selbst.

Daher glaube ich, wird die Zukunft des eAutos folgendermaßen aussehen:
man wird abwarten, was nach Merkel passiert.

Regieren die GRÜNEN, wird man sagen "Ja, das haben wir immer schon gesagt".

Regiert Schwarz-Gelb, werden die Bemühungen sang- und klanglos nach und
nach im Orcus der Geschichte verschwinden. Das Gleiche gilt übrigens für
Klimaschutz, Flüchtlinge, Europa, Genderismus und "Black Live Matter".

Denn die Presse versucht immer, etwas extremer als die Regierung zu
sein. Daher betrachte ich so manche gesellschaftliche Revolution mit
Gelassenheit und sage mit dem KaLeun vom "Boot": "Abwarten, die werden
auch noch ruhiger!"

FW
Ole Jansen
2021-02-10 09:28:15 UTC
Permalink
Post by F. W.
Manchmal ist die Diskussion um ein Problem schlimmer als das Problem selbst.
Das "Problem" ist der EE Strom bzw. die Langzeitspeicher die es
einfach nicht gibt der aber zusammen mit Science Fiction
die Phantomdiskussion beherrscht.

Solange in D die einzige realistsche Möglichkeit ist den zu erwartenden
Fehlbedarf durch die Verstromung von Erdgas zu decken müsste dieses
Konzepte ehrlicherweise Well-to-Wheel mit Erdgasverbrennern verglichen
werden. Und die zusätzlichen Ressoucen für Ladeinfrastruktur und ggf.
Trassenstrom dürften nicht einfach unterschlagen werden.

Und da fehlt es den E-Autos eben deutlich an Wirtschaftlichkeit.
Zumal niemand sagen kann wo bei einer Popularisierung
von Elektromobilität die aktuell über Mineralöl usw.
eingenommenen Steuereinnahmen herkommen sollten?
Und die erreichbaren Klimaeffeke wären eh nur symbolisch
bis nicht vorhanden.

Und was die Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität von
Trassenstrom angeht zeigen die verbliebenen Trolleybusnetze.
Der super-dooper Knaller den wir alle überall haben müssen
ist das auch nicht. Eher ein halbtotes Pferd.

O.J.
F. W.
2021-02-10 09:34:19 UTC
Permalink
Post by Ole Jansen
Und da fehlt es den E-Autos eben deutlich an Wirtschaftlichkeit.
Zumal niemand sagen kann wo bei einer Popularisierung von
Elektromobilität die aktuell über Mineralöl usw. eingenommenen
Steuereinnahmen herkommen sollten? Und die erreichbaren Klimaeffekte
wären eh nur symbolisch bis nicht vorhanden.
Auf jeden Fall wird ein Verzicht auf unsere 2 % CO2, die wir zum
Weltklima beitragen, sicher schon mathematisch nicht den Planeten
retten. Auch das Argument, wir würden nur 2 % Anteil haben, aber 30 %
pro Person, halte ich eher für hilfloses Herumrudern.

Selbst wenn es Deutschland gar nicht gäbe, hätten wir ein Klimaproblem.

Und "Vorbild" (3. Argument) sind wir sicher nicht. Ich war in Abu Dhabi
und Dubai und die Deutschen sind da gut angesehen. Aber man fährt da
eben gerne V8 und V12 und das lässt man sich auch durch deutsche eAutos
nicht nehmen.

Und in Tunesien habe ich sehr oft die W115, W116 gesehen (Mercedes 200
D), die dort herumfahren. Baujahr 1968 - 1979. Keine Pointe.

Und von den USA und England will ich gar nicht anfangen.

FW
Odin
2021-02-10 09:31:03 UTC
Permalink
Post by F. W.
Post by Ole Jansen
Post by F. W.
Ich sage ja nicht, dass das eAuto einen Siegeszug antritt. Aber
wenn Du so alt wärst wie ich (56), würdest Du Dich schon wundern,
was so alles selbstverständlich wird, was jahrzehntelang als nicht
machbar bezeichnet wurde.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Kewet_EL_Jet>
Fahrzeugbaulich und sicherheitstechnisch hat sich seitdem viel
verbessert. Die prinzipiellen Nachteile sind die selben wie damals
und Strom ist gefühlt zu teurer.
O.J.
Nun ja, wenn man es ernst meinen würde mit der Elektromobilität, dem
Klima etc. dann würde man systematisch umrüsten. Man hätte bereits 1998
anfangen können, an Trassenstrom zu forschen. Hat man aber nicht.
Damaliges Argument: dauert wenigstens 20 Jahre.
Heutiges Argument: wir wären fertig.
Das ist Unsinn, wir werden auch in den nächsten 20Jahren damit nicht fertig!
Dafür sind die verfügbaren Akkus viel zu untauglich und es sieht nicht so aus,
daßsich das in den nächsten Jahren wesentlich ändern könnte. Wer mit dieser
Aussage als Experte bereits versagt hat, dem sollte man als halbwegs vernünftiger
Mensch doch nicht gleich wieder auf den Leim gehen.
Post by F. W.
Gegen die geringe Reichweite helfen nur fünf Ideen, die aber nur
Und die einzige die momentan helfen könnte wäre...nur sehr kurze Strecken fahren!
Alles andere ist Wunschdenken.
Post by F. W.
- sparsamere Motoren (werden sowieso kommen)
Fals du tatsächlich den Elektromotor damit gemeint haben solltest...hätte
ich von dir gern noch erklärt bekommen WIE die sparsamer werden sollen?
Post by F. W.
- größere Akkus (werden auch kommen)
- Stromtrassen (gelten als sinnlos, obwohl wir mit den Stromleitungen
und Schienen der Bahn genau das haben)
- Wechselakkus (gelten als unmöglich, obwohl man Gasflaschen seit 1950
tauschen kann)
Nicht als unmöglich, bei Etraktoren gibt es das ja bereits. Aber als total unbrauchbarer
Weg wegen massiver technischer und extrem teurer Problem beim Wechseln eines
integrierten 500kg Akkus.
Post by F. W.
- Solarzellen auf der Oberfläche des Autos (was z. B. SION machen will).
Fast sinnlose Spielerei bei der geringen Energiegewinnungsrate!
Post by F. W.
Manchmal ist die Diskussion um ein Problem schlimmer als das Problem selbst.
...oder manche Vorschläge zur Problemlösung.
Post by F. W.
man wird abwarten, was nach Merkel passiert.
"Man" wartet sowieso und unter allen Umständen immer ab. Trägt aber nicht zur
Erkenntnisgewinnung bei.
Post by F. W.
Regieren die GRÜNEN, wird man sagen "Ja, das haben wir immer schon gesagt".
...das es nix wird?
Regiert Schwarz-Gelb, werden die Bemühungen sang- und klanglos nach und
nach im Orcus der Geschichte verschwinden. Das Gleiche gilt übrigens für
Klimaschutz, Flüchtlinge, Europa, Genderismus und "Black Live Matter".
Denn die Presse versucht immer, etwas extremer als die Regierung zu
sein. Daher betrachte ich so manche gesellschaftliche Revolution mit
Gelassenheit und sage mit dem KaLeun vom "Boot": "Abwarten, die werden
auch noch ruhiger!"
...wohl eher UNruhiger wenn auch die merken, daß das Akkuproblem noch sehr
lange nicht gelöst werden kann!
klaus reile
2021-02-10 09:21:25 UTC
Permalink
Am Wed, 10 Feb 2021 09:58:42 +0100
Post by Ole Jansen
Post by F. W.
Ich sage ja nicht, dass das eAuto einen Siegeszug antritt. Aber
wenn Du so alt wärst wie ich (56), würdest Du Dich schon wundern,
was so alles selbstverständlich wird, was jahrzehntelang als nicht
machbar bezeichnet wurde.
<https://de.wikipedia.org/wiki/Kewet_EL_Jet>
Fahrzeugbaulich und sicherheitstechnisch hat sich seitdem
viel verbessert. Die prinzipiellen Nachteile sind die selben
wie damals und Strom ist gefühlt zu teurer.
O.J.
Ääh, also mich würde ja mal interessieren, wie es kaufmännisch möglich
ist, dass Renault ein Kleinstauto mit 10.000 Euronen Rabatt anbietet,
wenn die ganze Karre nicht mehr wert ist. Und weiter, dass die Leute
darauf reinfallen. Wobei: 10.000 Euronen sind schon ein verlockender
Köder. War die Abwrackprämie ja auch. Und gestern erzählten sie im TV,
gaaanz viele der hier 'verschrotteten' Wagen fahren nun in Bulgarien
rum. Aber ohne Kat. Den hat man rausgebaut und vorher gewinnbringend
(um die 350,-) als Schrott verscherbelt. Es geht doch einfach nichts
über konsequenten grünen 'Umweltschutz', oder?

Klaus
--
Natürlich hat jeder eine eigene Meinung. Nur weiss auch jeder,
wo diese eigene Meinung herkommt? (Lisa Fitz)

Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.
Ole Jansen
2021-02-10 09:44:27 UTC
Permalink
Post by klaus reile
Ääh, also mich würde ja mal interessieren, wie es kaufmännisch möglich
ist, dass Renault ein Kleinstauto mit 10.000 Euronen Rabatt anbietet,
wenn die ganze Karre nicht mehr wert ist. Und weiter, dass die Leute
darauf reinfallen. Wobei: 10.000 Euronen sind schon ein verlockender
Köder.
Meinst Du jetzt den ZOE? Mit Batterie mieten oder kaufen?

O.J.

Christoph Müller
2021-02-10 09:39:16 UTC
Permalink
Post by Fred
Die Mehrheit der Deutschen scheut den Kauf eines Elektroautos
– zu Recht
*    Es existiert tatsächlich noch immer kein flächendeck-
endes, engmaschiges Netz von Ladestationen in Deutschland
- und die Stecker der Anbieter sind für Fahrer anderer
Marken nicht kompatibel
Ist unbedeutend, sobald es autobahnähnlichen Individualverkehr auf der
Schiene in Railtaximanier gibt. Kurzstrecken brauchen nicht viel
Bordenergie. Es genügen deshalb kleine Akkus, die mit normalem
Haushaltsstrom geladen werden können.
Post by Fred
*    Als Folge davon und aufgrund von technischen Limitationen
der Ladesysteme dauern Ladevorgänge bei Elektroautos sehr
lange.
Spielt im Zusammenhang mit dem Railtaxi keine Rolle. Damit wird während
der Fahrt geladen, weil man ja via Oberleitung direkt und speicherlos im
Netz fährt.
Post by Fred
Eine dreiviertel Stunde für eine „Volladung“ kann
als normal bezeichnet werden – ein massiver Nachteil gegen-
über dem Tankvorgang bei Verbrennern, welcher ein paar
Minuten in Anspruch nimmt
Keine Problem, wenn das während der Fahrt oder während des normalen
Parkens (z.B. in der eigenen Garage) stattfindet.
Post by Fred
*    Tatsächlich ist die Reichweite von E-Autos deutlich
geringer
Nicht mit Railtaxi. Denn damit lassen sich auch 10.000 km am Stück
bewältigen, wenn's denn sein muss. Da kommt kein Verbrenner mit.
Post by Fred
als bei Benzinern, Diesel-Fahrzeugen oder Hybrid-
autos - Untersuchungen zufolge liegt diese je nach Modell
zwischen 100 Kilometern (Smart Forfour EQ passion) und 450
Kilometern (Tesla Model X 100D).
Selbst wenn der Akku nur für 50 km gut ist - viel weiter wird's kaum
sein bis zum nächsten Bahnhof. Aber mit kleinem Akku wird das Fahrzeug
WESENTLICH BILLIGER, so dass es sogar aus finanzieller Sicht dem
Verbrenner Konkurrenz machen kann.
Post by Fred
In allen Fällen ist dies
bedeutend geringer als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit
Verbrennungsmotor (beim Smart Forfour Benziner liegt die
Reichweite beispielsweise zwischen 420 und 480 Kilometern,
die Reichweitevon Fahrzeugen der oberen Mittelklasse wie
dem Audi A6 oderdem 5er BMW liegt zwischen 900 und 1000
Kilometern - der Konkurrent von Tesla kommt damit nur
auf etwa halb so viel).
Wie gesagt - per Railtaxi kann man (wenn es die Politik erlaubt) auch
von Lissabon bis Peking (China) nonstop durch fahren. Mach' das mal mit
einem Verbrenner!
Post by Fred
*    Je kälter es ist, umso schwächer ist die Leistung
der Antriebsbatterie und die Reichweite schmilzt schnell
zusammen – ein Umstand, den FAZ-Redakteure kürzlich
anhand eines Selbstversuchs aufzeigten
Die Anriebsbatterien werden in solchen Fällen gerne beheizt, so dass sie
schnell wieder ihre volle Kapazität haben. Das Problem ist eher, dass
diese Fahrzeuge noch wie Verbrenner gebaut werden, die Wärme im
Überfluss zu bieten haben. An Wärmedämmung denkt man unter solchen
Voraussetzungen natürlich nicht. Das ist mit E-Fahrzeugen grundlegend
anders. Sie MÜSSEN wärmegedämmt werden, wenn nicht große Teile der
Bordenergie in die Heizung investiert werden sollen. Mit Railtaxi werden
die Entwickler sehr schnell an eine ordentliche Wärmedämmung und
Wärmepumpe denken, weil lange Strecken damit auf dem "mobilen Parkplatz
stehend" bewältigt werden. Dort kann man dann zwar Strom aus der Leitung
ziehen, aber wird halt auch zu bezahlen sein, was auf der Rechnung
gesondert aufgeführt werden dürfte und damit auffällt.
Post by Fred
*    Elektroautos sind deutlich teurer als vergleichbare
Modelle mit Verbrennungsmotor.
Vor allem wegen der Akkus! Um diese klein halten zu können, ohne damit
eine große Marktdurchdringung infrage zu stellen, muss das
Langstreckenproblem auf akzeptable Weise gelöst werden. Das kann per
Railtaxi erfolgen.
Post by Fred
*    Zudem führen die extrem hohen Strompreise in Deutsch-
land dazu, dass die Kostenvorteile von E-Autos im Betrieb
immer stärker schmelzen.
Eine Möglichkeit. Die Andere ist, dass man in eine eigene Solaranlage
investiert. Oder auch in Windenergie oder Biogas.
Post by Fred
So kostete der Strom an Lade-
säulen der großen Anbieter im Jahr 2020 zwischen 38 und
52 Cent pro Kilowattstunde.
Aus der eigenen Haussteckdose ist er billiger. Aus der Solaranlage noch
billiger.
Post by Fred
*    Der Bau der Antriebsbatterie ist extrem energieintensiv –
so energieintensiv, dass die meisten Elektroautos erst nach
etwa 5 bis 7 Jahren Betrieb eine positivere Energiebilanz
als Autos mit Verbrennungsmotor aufweisen , wie aus einer
ADAC-Studie zur Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus
hervorgeht
Mit KLEINEN Akkus schaut die Rechnung schnell ganz anders aus.
Allerdings werden KLEINE Akkus nur dann akzeptiert, wenn das
Langstreckenproblem gelöst ist. -> Railtaxi
Post by Fred
*   Die Antriebsbatterie muss zudem im Gegensatz zu Motoren
nach 8 bis 10 Jahren ersetzt werden
der Alterungsprozess der Akkus ist noch nicht lange bekannt. Erst seit
etwa einem(?) Jahr. Jetzt ist er es aber. Deshalb kann man wohl davon
aus gehen, dass es in nicht ferner Zukunft recht langlebige Akkus geben
wird, weil man jetzt weiß, wo man ansetzen muss.
Post by Fred
– was nicht nur sehr
teuer ist (siehe den Punkt Antriebsbatterie als Grund für
hohe Anschaffungspreise), sondern den gerade angesprochenen
enormen Ressourcenverbrauch erneut erforderlich macht.
Wie gesagt - KLEINE Akkus in die Autos und lange Strecken per Railtaxi
kann das Problem lösen.
Post by Fred
*    Der Wechsel der Antriebsbatterie kann zur Kostenfalle
werden.
Ist der Akku KLEIN, dann eher nicht.
Post by Fred
Medienberichten zufolge kostet ein Wechsel beim
Kleinwagen Nissan Leaf beispielsweise zwischen 10.000 und
22.000 Euro. Ein Daimler-Sprecher bezifferte die Kosten
gegenüber dem Magazin Focus auf zwischen 8.600 und 17.000 Euro.
Die Preise werden noch deutlich fallen. Aber es gilt auch jetzt schon:
Kleine Akkus, kleine Kosten. Mit Railtaxi braucht man keine großen
Akkus. Damit reichen auch schon kleine. Die Rohstoffe reichen dann auch
für entsprechend mehr Menschen.
Post by Fred
*    Der Betrieb des Elektroautos ist zudem nur dann wirklich
„umweltfreundlich“, wenn gewährleistet ist, dass 100 Prozent
des Stroms aus alternativen Energiequellen stammt.
Demnach werden Verbrenner nie umweltfreundlich sein. Außerdem: Wieso
HUNDERT Prozent? Seien wir doch erst mal froh, wenn die
SchadstoffANREICHERUNG weniger wird und hoffentlich auch bald ein Ende
hat. ETWAS kann die Natur immer wegstecken, so dass wir nicht auf 100%
gehen müssen. Unser Problem ist doch "nur", dass wir das System überfordern.
Post by Fred
Wie das
Beispiel des deutschen Energiemixes im vierten Quartal 2020
zeigt, als Kohle der wichtigste Energielieferant war, kann
dies jedoch nie ganz gelingen#
Inzwischen werden etwa 50% des Strom regenerativ erzeugt. Damit wird die
Schadstoffanreicherung schon weniger.
Post by Fred
*    Die in der Antriebsbatterie verbauten seltenen Roh-
stoffe wie Lithium oder Kobalt stammen häufig nicht nur
aus problematischen Abbauregionen, sondern müssen wie das
Rohöl für die Verbrennungsmotoren auch mit hohem Ressour-
ceneinsatz aus fernen Kontinenten nach Deutschland impor-
tiert werden.
Neuere Technologien kommen auch ohne Kobalt aus und Lithium muss nicht
unbedingt besonders umweltschädlich gefördert werden. Es geht auch so:
https://www.dw.com/de/lithium-aus-deutschland-der-verborgene-schatz-im-oberrheingraben/a-54212279

Wichtig ist allerdings, dass man mit möglichst wenig Material aus kommt,
damit es möglichst vielen Menschen nützen kann. Damit sind wir schon
wieder mal bei KLEINEN Akkus, die sich aber nur verkaufen lassen, wenn
das Langstreckenproblem gelöst ist. Deshalb braucht man auch sowas wie
das Railtaxi.
Post by Fred
Bemerkenswerterweise werden all diese Vor-
leistungen von der EU bei der Erstellung der „Klimabilanz“
von Elektroautos nicht berücksichtigt – diese wird einfach
kurzerhand bei „Null“ angesetzt
Um das Projekt "Ende der Schadensanreicherung" voran bringen zu können.
Es gibt halt nicht nur den politischen Weg. Es gäbe auch technische
Unterstützung. Doch diese muss erst mal verstanden werden, um gefördert
werden zu können. DARIN sehe ich das größte Problem.
Post by Fred
*    Zuletzt sei angemerkt: Eine rasch zunehmende Umstellung
der Automobilindustrie auf E-Autos führt zwangsläufig zum
Verlust zehntausender, wahrscheinlich hunderttausender
Arbeitsplätze in Deutschland, wie aus Prognosen des
Verbands der Automobilhersteller hervorgeht. (..)
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508943/Die-Mehrheit-der-Deutschen-scheut-den-Kauf-eines-Elektroautos-zu-Recht
Verbrennungsmotoren wird man noch SEHR lang brauchen. Aber halt nicht
unbedingt in mobilen Anwendungen. Verbrennungsmotoren sind aus
physikalischer Sicht im Wesentlichen Öfen. Und wo stellt ein normal
denkender Menschen einen Ofen hin? Auf die Grüne Wiese? Auf die Straße?
Wäre es nicht besser, ihn dort hin zu stellen, wo die Wärme gebraucht
wird? Damit kann man den mobilen Vortrieb und Wärme getrennt betrachten,
was natürlich irgendwie zum Optimieren der Energieversorgung einlädt.
Das wäre z.B. mit einem automatischen bidirektionalen Stromhandelssystem
für alle zu machen.
--
Servus
Christoph Müller
www.astrail.de
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